Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 120

Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904

15 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 98. See the scan on archive.org.

1Champion, Jean Baptiste. — Paris. 1783. 1808.
2Vielleicht ein Sohn von René Ch. Geigen von ihm sind nicht bekannt, wohl aber schön eingelegte, sechssaitige Guitarren.
4Champion de St. Julien, René. — Paris. 1730. 1760.
5Er wohnte 1735 in der Rue des Bourdonnois und 1748 in der Rue des vieilles Odriettes. Seine Geigen sind hoch gewölbt und verrathen die Schule Guersau’s oder Boquay’s. Gelber Lack von guten Eigenschaften und brave Arbeit. Bei seinen meisten Zetteln fehlt der Zusatz de St. Julien nach dem Namen. Seine Wittwe führte noch 1775–1777 das Geschäft fort. Eine Bratsche findet sich aus der Sammlung Snoeck (No. 470) in Berlin.
7René Champion de St. Julien, rue des vieilles Odriettes au coin de l'échelle du temple à Paris 1748
9RENÉ CHAMPION, rue & coin de l'Echelle du Temple, à Paris, 175
11Chanot, Francis. — Paris. Geb. 1787 oder 1788 zu Mirecourt, † 1823 zu Brest (Rochefort).
12Sohn von Joseph Ch. Er war von Beruf Marine-Ingenieur und besass ein reiches Wissen. Zu einer unfreiwilligen Musse während der Zeit der Restauration gezwungen, nahm er einen Lieblingsgedanken seiner ersten Jugendjahre wieder auf und machte allerlei akustische Versuche, um den Ton der Geigen zu verbessern. Er glaubte dies durch eine Veränderung im Bau zu erreichen, und um die Holzfasern in ihrer ganzen Länge zu erhalten, was er für nötig hielt, construirte er 1817 eine Geige, deren Körper sich der eckenlosen Form der Guitarre nähert. Neu war dieser Versuch nicht, und Gamben etc. hat man fast zu allen Zeiten mit abgerundeten Ecken gebaut. Chanot erhielt aber 1818 ein Patent auf seine Erfindung, die vom «Institut» glänzend begutachtet wurde, und hoffte eine Revolution im Geigenbau herbeiführen zu können. Da er selbst nicht Geigenmacher war, richtete er bei dem Orgelbauer Lété eine Werkstatt zum Bau seiner Geigen ein, in der er seinen Bruder Georges Ch. und J. B. Vuillaume beschäftigte. Der Ton seiner Geigen ist zwar voll, doch fehlt ihm der eigentliche Glanz und Schmelz. Hat sich somit Chanot kein Verdienst um die Verbesserung der Geige erworben, so regte er doch Savart u. A. zu werthvollen akustischen Studien an. Eine Geige seiner Construction, die er für Viotti gemacht hat, bewahrt das Museum des Pariser Conservatoriums (No. 31) mit dem Zettel auf der nächsten Seite, der das Datum seines Patents (21. Jan. 1818) angibt. Die Buchstaben C. I. D. bedeuten seinen damaligen Rang: Capitaine Ingenieur Deuxième (Classe); kurz vor seinem Tode wurde er wieder in Dienst
14Violoncello von Chanot (kgl. Sammlung alter Musikinstrumente in Berlin).

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