Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 272

Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904

4 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 250. See the scan on archive.org.

1Guarneri, Pietro (I.) Giovanni. — Cremona. Mantua. Geb. 18. Febr. 1655 in Cremona, † nach 1728.
3Erstgeborener Sohn von Andrea G., bei dem er bis 1680 blieb, nachdem er sich schon 1677 mit Caterina Sussagni verheirathet hatte. Später liess er sich in Mantua nieder und kam nur noch einmal im Jahre 1698 nach Cremona zurück, wahrscheinlich veranlasst durch die schwere, mit dem Tode endigende Krankheit seines Vaters. In dieser Zeit arbeitete er für seinen Bruder Giuseppe. Dass er zuletzt in Venedig ansässig gewesen und dort ganz herunter gekommen sein soll, beruht wohl auf einer Verwechslung mit seinem Neffen Pietro (II.). Man wollte ihn früher für einen Amati-Schüler halten, doch hat er wahrscheinlich bei seinem Vater gelernt. Er war ein sehr begabter Geigenmacher, aber ein etwas unruhiger Geist, was ihn verhindert haben mag, voll auszureifen. In der Form weichen seine Geigen bedeutend von denen seines Vaters und Bruders ab, ja er machte sogar Versuche, neue Formen zu finden, wofür eine noch erhaltene Alt-Viola von 1698 spricht, bei der er die Ecken weggelassen hat, also dasselbe that, was später u. A. Chanot gethan hat, der eine ganz neue Erfindung damit gemacht zu haben glaubte. Sonst ist sein Modell sehr schön und gross, die F-Löcher sind breit und rund und halten die Mitte zwischen Amati und Stradivari, während die )( mehr an Nic. Amati erinnern; die Schnecke ist breit und hat einen originellen Zug, und die Einlagen sind sehr schön. Die Wölbung nahm er bei breiter Brust ein wenig zu hoch, weshalb auch der Ton seiner

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