Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 303

Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904

26 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 281. See the scan on archive.org.

1seiner Zeit; man muss seine Arbeit aber genau studirt haben, wenn man sie erkennen will, da er keine Zettel in seine Geigen hineingeklebt hat. Kommen Zettel mit seinem Namen vor, so rühren sie von seinen beiden Söhnen her.
3Henry, Jean Baptiste Felix. — Paris (auch Bordeaux und Marseille). Geb. in Paris 1793, † daselbst 1858.
5Aeltester Sohn und Schüler von Jean Bapt. H. Eröffnete 1817 in der Rue Montmartre in Paris seine eigene Werkstatt, siedelte gegen 1823 nach Bordeaux und 1825 nach Marseille über, wo er bis 1844 blieb. Er kehrte dann nach Paris zurück und wohnte Rue Fléchier, wo er auch starb. Er war sehr fleissig, hat aber, so wenig wie sein Vater, seine Werke durch Zettel bezeichnet.
7Henry, Octave. — Grenoble. Geb. in Marseille 1826.
9Schüler seines Vaters Jean Bapt. Felix H., namentlich aber seines Oheims Carolus H., arbeitete dann bei Maucotel in Paris und liess sich 1854 in Grenoble nieder, wo er als Geigenmacher und Händler sein Geschäft begründete, das jetzt noch unter der Firma Henry & Arnaud besteht.
11Henry (Vornamen nicht sicher). — Paris. Geb. 10. Dec. 1823 zu Mirecourt, † Paris 1870.
13Er machte sehr schöne Bogen und arbeitete bis 1848 für die Geschäfte von Chanot und D. Peccate, verband sich dann mit Simon, bis er 1851 sein Geschäft allein anfing (Rue des Vieux Augustins); zuletzt wohnte er in der Rue Pagedin. Seine Bögen tragen die Brandmarke «Henry, Paris». Er ist mit den übrigen Pariser Henry's nicht verwandt gewesen.
15Hentschel (Henschel), Johann Joseph. — Brünn. 1737. † vor 1782.
17Er war vielleicht ein Schüler von Joh. Ben. Wasner und wohnte in der hinteren Rathhausgasse No. 228 (jetzt Schwertgasse 8) und kommt als Besitzer dieses Hauses noch 1779 vor. Er war geschickt, seine Arbeit steht zwischen der Prager- und Wiener-Schule, ist sorgfältig, das Holz meist gut. Sein Nachfolger wurde um 1782 Seb. Wutzelhofer.
19Henz, Ernst Hans Conrad. — Nürnberg. 1672.
21Wenig bekannter Meister, von dem sich ein Archiliuto in Berlin in der Kgl. Sammlung alter Musikinstrumente befindet (No. 711).
23Herbig, Johann Baptist. — Bamberg. Geb. 1776, † 16. März 1826.
25Er hatte zwei Jahre bei seinem Vater Joh. Veit H. und anderthalb Jahre bei einem Tyroler Geigenmacher gelernt und wurde, nachdem er schon einige Jahre die Stelle «verwest» hatte, im Alter von 23 Jahren zum Hofgeigenmacher ernannt mit einem Gehalt von 60 fl. fränkisch und 10 Simra Korn. Dafür musste er «alle benöthigte gesponnene Violin-, AltvioI- und Bass-Saiten aller Gattungen für die musikalische Hofinstrumente beischaffen und besagte Instrumente mit den erforderlichen Reparaturen im brauchbaren Zustande bei allen fürstlichen Kirchen-, Kammer- und Hofmusiquen das ganze Jahr hindurch unterhalten und sich jederzeit persönlich dabei einfinden». Er hatte «alle musikalischen Hofinstrumente vi inventarii bei dem Hofe unter seiner Verwahrung». Er war ein strebsamer, geschickter Mann, der vielleicht zu grossem Rufe gekommen wäre, wenn er nicht vorzeitig im Irrenhause hätte sterben müssen. Vgl. Frhr. v. Marschalk «Die Bamberger Hofmusik etc.».

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