Scan 334
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1etc. verwendet. Seine Geigen zeichnen sich durch grösste Sauberkeit der Arbeit und eine ausserordentliche Gleichmassigkeit im Tone aus, die er zum Theil seinem trefflichen, fetten Oellack zuschreibt; er wurde auf allen Ausstellungen durch erste Preise ausgezeichnet. Er ist ausserdem ein gründlicher Kenner der Musikgeschichte und des Instrumentenbaues seiner Heimath und hat mehrere werthvolle Monographien veröffentlicht, ferner ist er Mitglied der archäologischen Gesellschaft für Lothringen und mehrerer Academien, Officier de l'Instruction Publique und Ritter des Leopold-Ordens etc. etc. Seine Geigen haben am unteren Ende des Halses eine Brandmarke, im Innern einen gedruckten Zettel mit seinem Namen, links ein Schildchen mit den Buchstaben A. J. durch ein Kreuz getheilt und dem Meisterhut darüber, rechts das Wappen von Lothringen.
3Jacquot, Jules Victor. — Nancy. Geb. 12. Aug. 1855 in Nancy.
4Zweiter Sohn und Schüler von P. Ch. J. und Theilhaber der fortblühenden Firma. Auch ihm wird grosse Geschicklichkeit nachgerühmt.
6Jacquot, Pierre Charles. — Nancy. Geb. in Nancy 10. März 1828, † 1895.
7Schüler seines Vaters Charles. Er führte dessen Werkstatt von 1853 an in Nancy fort. Auch seine Arbeit darf als künstlerisch bezeichnet werden. Als seine beiden Söhne ausgebildet waren, änderte er seine Firma in Ch. Jacquot et fils*. Er war Ritter der Ehrenlegion und besass viele Medaillen etc. — Er wohnte zuerst Rue de la Poissonnerie 19 und später Rue Gambetta 19.
9Jäger, Carl. — Hildesheim. Geb. 27. Nov. 1841 in Neustadt am Hohnstein (Harz).
10Ursprünglich war er Musiker und diente als solcher im vormaligen hannoverschen Gardejägerbataillon. Seiner besonderen Vorliebe folgend, erlernte er von 1862—1866 bei Erasmus Schiefler das Geigenmachen, arbeitete noch zwei Jahre lang praktisch und liess sich am 1. September 1868 in Hildesheim als Geigenmacher nieder. Er arbeitet meist nach Stradivari und verwendet einen selbstbereiteten, gewöhnlich gelbbraunen Lack. Unter den von ihm gemachten Geigen ist jene bemerkenswerth, die statt der Schnecke den Kopf des Königs Georg V. von Hannover zeigt, Griffbrett, Wirbel und Saitenhalter sind daran von Elfenbein. Die Lage des Bassbalkens berechnet er nach einem eigenen Verfahren. Auch die Form der sechs Klötzchen weicht bei ihm von der üblichen ab. Er erfand ferner einen Geigenbogen mit verschiebbarer Bewicklung.
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