Scan 346
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1Kempter, Andreas. — Dillingen a./D. Geb. um 1700 in Lechbruck (Allgäu), † in Denklingen 1786.
3Seine Lehrzeit machte er wahrscheinlich in dem seiner Heimath nahegelegenen Füssen durch und kam um 1725 nach Dillingen, wo er sich am 13. April 1732 mit der Jungfrau A. Maria geb. Bairin verheirathete und das Bürgerrecht erwarb. Er übte seine Kunst als Geigenmacher über 50 Jahre lang in Dillingen aus, wo er am 29. Juni 1782 noch seine goldene Hochzeit feierte. Bald darauf zog er dann zu seinem Sohne, der Pfarrer in Denklingen (zwischen Landsberg und Schongau) war, und verbrachte dort seine letzten Lebensjahre. In den Kirchenbüchern wird er 'artificiosus chelii factor' genannt und stand sowohl als Lauten- wie als Geigenmacher in grossem Ansehen. Seine Geigen gehen, wie die der meisten schwäbischen Geigenmacher, auf das Stainermodell zurück; er verstand es aber doch, seine eigene Individualität zum Ausdruck zu bringen. Die Verschiedenheit der von ihm angewendeten Wölbungen beweist, dass er Versuche anstellte: das Patron nahm er auffallend breit und ist so sorgfältig in der Arbeit wie Edlinger. Der Ton seiner gut erhaltenen Geigen ist gross und schön, auch sein (verschiedenfarbiger) Lack, der meist nur zu dünn aufgetragen erscheint, ist sehr gut. Eine Laute aus dem Jahre 1747 von ihm findet sich in der Sammlung Scheurleer, eine sehr schöne Viola d'amore mit Löwenköpfchen am Wirbelkasten und prächtigem Lack besitzt das Musikhistorische Museum von Paul de Wit in Leipzig.
5Kennedy, Alexander. — London. Geb. um 1695 in Schottland, † 1785 in London.
7Der Begründer des Rufs der Familie Kennedy. Er hat ausschliesslich Violinen gemacht, die dem Stainermodell nachgeahmt erscheinen. Sein Spirituslack ist von braungelber Farbe.
9Kennedy, John. — London. Geb. um 1730, † 1816 in London.
11Neffe von Alexander K. und wohl auch dessen Schüler, da seine Arbeit der seines Oheims sehr ähnlich ist, nur nimmt er die Wölbung womöglich noch höher. Er wohnte erst in 'Cooper's Gardens near Shoreditch Church', dann in Long Alley, Sun Street, Moorfields und arbeitete hauptsächlich für Händler.
13Kennedy, Thomas. — London. Geb. 21. Jan. 1784, † 1870.
15Sohn von John K., erst Schüler seines Vaters, dann von Thomas Powell. Eine Zeit lang arbeitete er bei William III. Forster und eröffnete hierauf in der Princess Street, Westminster, seine eigene Werkstatt und verzog später nach der Oxford Street No. 364. Als er sich 1849 zur Ruhe setzte, hatte er 300 Violoncelli und Geigen gemacht. Er war der Bedeutendste aus der Familie Kennedy.
17Képszely, Johann.
19Er begründete 1864 sein noch bestehendes Geschäft in Neusohl und stellte 1885 in Budapest Geigen aus.
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