Scan 368
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1Kok, Johann Warnaar. — Amsterdam. Geb. 6. November 1819, † 17. October 1889.
2Schüler von Heims und L. Bernardel in Amsterdam. Gründete mit seinem Bruder Gerrit K. am 6. März 1848 die Firma Gebr. Kok; hauptsächlich Reparateur und Händler; die Brüder dürften im Laufe der Jahre nur 50 bis 60 Geigen gebaut haben, die aber sehr gelobt werden.
4Kolb, Hanss. — Ingolstadt. 1666.
5Er wird wiederholt als Lautenmacher erwähnt und gerühmt, doch gelang es nicht, etwas Sicheres über ihn zu erfahren oder Arbeiten von ihm nachzuweisen.
7Kolb, Nikolaus. — (Mark)Neukirchen. 1678.
8Er war in Schöneck geboren und wird unter Denen, die sich 1678 in Neukirchen als Geigenmacher niederliessen, genannt.
10Kolditz, Jakob. — Rumburg. Geb. um 1718, † 26. Oct. 1796.
11Er galt als trefflicher Geigenmacher und wohnte im Hause No. 22 in der Königstrasse, wo er auch starb. Seine Violen sind besonders gut; in seinen Geigen nähert er sich der Prager Schule, weicht aber in charakteristischen Einzelheiten von dieser ab. Eine fünfsaitige Viola befindet sich im musikhistorischen Museum von P. de Wit in Leipzig. In der Mitte seines Zettels findet sich als Emblem eine Geige und eine Laute. (Die Familie Kolditz war von altem böhmischen Adel.)
13Kolditz (Koldiz), Matthias Johann. — München. 1733. 1760.
14In seiner Arbeit steht er Alletsee nahe, weicht jedoch in den Modellen merklich von ihm ab und ist zweifellos aus einer anderen Schule hervorgegangen. Dass er aus Tyrol gekommen sei, wie behauptet wird, ist durchaus unwahrscheinlich, es sei denn, dass er sich dort vor seiner Uebersiedelung nach München vorübergehend aufgehalten hat. Sein Modell ist weniger hochgewölbt als damals in Deutschland üblich; eine Viola von ihm kenne ich, deren Zargen mehrfach geschweift sind (Länge 65 cm). Sein Holz ist sehr gut; die Schnitzereien am Wirbelkasten sind sehr geschickt ausgeführt. In seinen Violoncelli wich er häufig von den üblichen Grössenverhältnissen ab und bevorzugte besonders grosse Modelle; ausser den F-Löchern brachte er auch öfter unter dem Griffbrett noch ein besonderes, geschnitztes Schalloch (Rosette) an.
16Koliker, Jean Gabriel. — Paris. 1783. 1820.
17Er wohnte bis 1799 in der Rue des Fossés-Saint-Germain-des-Prés, seit 1800 in der Rue Croix des Petits-Champs No. 24 und war ein ausserordentlich geschickter Reparateur. Das Anschäften der Schnecken, Zurichten des Stegs, Stellen der Stimme etc. verstand er wie kein Anderer; er führte die schwierigsten Reparaturen mit unglaublicher Sorgfalt aus; es ist aber nicht bekannt, dass er sich auch im Neubau versuchte. Von Bedeutung war er auch als Händler und hatte Beziehungen zu dem Sammelgenie Tarisio. Hart rechnet ihn ohne nähere Angabe von Gründen zur deutschen Schule; dem Namen nach könnte er ja auch von deutscher Abstammung gewesen sein. Sein Geschäft übernahm 1820 Ch. F. Gand.
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