Scan 380
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1Wittwe Stöhr in Salzburg als Gehilfe ein und wanderte ein Jahr später über Linz nach Znaim, wo er am 12. Juni 1846 eintraf. Dort arbeitete er sechs Jahre als Gehilfe bei der Wittwe Kratschmann und ging dann, um sich noch vollkommener auszubilden, 1852 nach Wien zu Gabriel Lemböck. Hier arbeitete er zehn Jahre und zwei Monate. Damit schloss er seine Lehr- und Wanderjahre ab und eröffnete in Znaim im Jahre 1862 eine eigene Werkstätte, aus der viele sehr gute Geigen hervorgingen. Musikdirector Fiby besitzt eine Violine von ihm, die er im Ton einer echten Amati gleichstellt. Ein Vetter von ihm:
3Künzel, Josef, ist in Schönbach b./E. als Geigenmacher ansässig.
5Küttner, August. — Günthersleben. 1851.
6Angeblich ein Schüler Ahrtmann’s, er hat nur wenige und nur minderwerthige Geigen gemacht.
8Kugler, Max. — München. Mitte des XIX. Jahrh.
9Er soll der Sohn eines Paul Kugler sein, von dem Stecher in Salzburg eine Geige aus dem Jahre 1799 besitzt. Max K. hat sich mehr auf die Zithermacherei verlegt; Geigen von ihm sind daher sehr selten. Eine Philomela von ihm befindet sich aus der Sammlung Snoeck jetzt in der kgl. Sammlung in Berlin.
11Kuhr (oder Stuhr?). — Hamburg. 1799.
12Er wird im Hamburger Bürgerbuch am 15. Februar 1799 als «Instrumentenmacher» genannt.
14Kulhawy (Kullhavý), Anton. — Wien. 1804. 1828.
15Am 4. Mai 1804 legte er als Geigenmacher den Bürgereid ab und wohnte Stadt No. 1008. Seine Geigen sind meist nur mittelmässig.
17Kulik, Johannes. — Prag. Geb. 14. Jan. 1800 in Domašín, † 5. Mai 1872 in Prag.
18Er war der Sohn eines Müllermeisters und der einzige Schüler von Schembera. Nachdem er seit 1820 bei Martin Stoss in Wien gearbeitet und sich in seiner Kunst vervollkommnet hatte, machte er sich 1824 in Prag selbstständig und heirathete in erster Ehe Maria Anna Vyhnálek, in zweiter Ehe Maria Šťastný. Er wohnte nach einander in der Mišěnská ul., der Lužická ul. und auf dem Kleinseitner Platz, bis er sich 1853 das kleine Haus No. 62 in der Palackého třída (Karolinenthal) kaufen konnte. Anfangs benutzte er die Modelle verschiedener italienischer Meister, 1850 erwarb er jedoch eine schöne Geige von Andreas Guarneri, die er von nun an fast ausschliesslich copirte. Seine Arbeit ist tadellos, das Holz gut und die Schnecke schöner als von den meisten anderen Prager Meister geschnitten. Der Lack ist hübsch in der Farbe, meist goldbraun oder roth, wenn auch nur Spirituslack; freilich ist der Ton ein wenig scharf. Auch seine Violoncelli sind gewöhnlich hart ansprechend; er machte sie nach einem von dem Ingenieur Leopold Savoi berechneten neuen Modell, das durch kleines Patron und sehr hohe Zargen auffällt. Er verwendete verschiedene Zettel, in seinen letzten Jahren auch solche in böhmischer Sprache. Ein Violoncello von 1839 befindet sich in der fürstl. Lobkowitz’schen Sammlung auf Schloss Raudnitz mit dem nebenstehenden Zettel:
20Genau nach Antonius Stradivarius gemacht von Johann Kulik Prag 1852
22Joannes Kulik fecit Pragae 1839, inventione constructioneque Leop. Savoi
24Jan Kulik Zhotovil 1860.
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