Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 410

Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904

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1Losio (de Losy), Pietro Maria. — Innsbruck. 1579. † Ende 1608 oder Anf. 1609.
2Musiker und Instrumentenmacher, der am Hofe des Erzherzogs Ferdinand das Amt eines „Obersten trummeter und musicus“ oder auch „obersten musicus“ bekleidete, also Dirigent der Instrumentalmusik war. Dass er auch Instrumente gemacht hat, behauptet er wenigstens selbst in einem bei Bertolotti (S. 43) veröffentlichten Briefe, in welchem er spricht von „dui instrumenti musicale fatti di mia mano comodi da sonare in varie sorte concerti . . .“. Im Uebrigen scheint er doch die Cremoneser Violen vorgezogen zu haben. Aus den Gem.-Missiven (1580 fol. 312, 537), Jahrbuch der Samml. d. a. h. Kaiserhauses Bd. 14, S. 180, Regest. No. 10, 817, erfährt man, dass er dem „Lauten- und Geigenmacher Antoni“) in Cremona“ für etliche Violen 30 Kronen bezahlt hat, welche Summe die tyrolische Kammer ihm durch den Zöllner zu Brauzoll zu ersetzen befiehlt. Seit 1579 bezog er nebst freier Station ein jährliches Gnadengeld von 100 fl. (Raitbuch 1585 S. 1401.) Als er nach dem Tode des Erzherzogs im Jahre 1595 seiner Stelle verlustig ging und nur mehr eine jährliche Provision von 104 fl. bezog, scheint er nebenbei einen Leinwandhandel betrieben zu haben, denn mehrere Jahre verrechnete die Kammer Ausgaben für Leinwand, die Losio den Franciscanern in Innsbruck geliefert hatte. Zwei Mal wandte er sich an den Kaiser um Aufbesserung und erhielt jedes Mal Abfindungssummen. Als Losio starb, bewilligte Erzherzog Maximilian seinem Sohne für drei Jahre ein der Mutter Domenica einzuhandigendes Jahrgeld zur Fortsetzung seiner Studien, trotzdem der verstorbene Vater einstens sehr bedenkliche Beziehungen zu einer Falschmünzerbande unterhalten hatte. (J. Hirn, Erzherzog Ferdinand II. von Tyrol Bd. II. S. 470 ff.) Ein Bruder Peter Maria’s, Martin Losy, war ebenfalls als Musicus der Hofkapelle angestellt.
4Lott, George Frederik. — London. Geb. 1800, † 1868.
5Aeltester Sohn von John Fred. L. Tüchtiger Kenner italienischer Geigen. Versuchte auch, Geigen in ähnlicher Form wie Galbusera zu machen (Guitarreform), ahmte aber für gewöhnlich die Italiener mit Erfolg nach. Da er vlel für Davis arbeitete tragen nur wenige Geigen seinen Namen.
7Lott, John Frederick (sen.). — London. Geb. 1775 (in Deutschland), † 13. April 1853 in London.
8Er war ursprünglich Stuhlmacher und kam in jungen Jahren nach London, wo er mit Fendt befreundet wurde und Lust bekam, Geigen zu machen. Im März 1798 trat er bei Th. Dodd in die Lehre und brachte es zu grosser Geschicklichkeit. Er machte vortreffliche Violoncelli und Bässe für Dodd und war namentlich wegen seiner Contrabässe, die den italienischen ebenbürtig sind, berühmt. Diese sind sehr genau gearbeitet; auch die Schnecke ist hübsch geschnitzt; nur sein Lack ist wenig schön.
10Lott, John Frederick (jun.). — London. Geb. um 1810, † 1871.
11Zweiter Sohn von John Fred. L. sen. Er arbeitete meist für Davis und war namentlich als geschickter Imitator berühmt. Charles Reade machte ihn zum Helden seines Romans: „Jack of all trades, a matter of-fact Romance“.
13Lotte, Georges. — Mirecourt. 1897.
14Nachdem er seine Lehrzeit in Mirecourt beendet, kam er zu J. B. Vuillaume nach Paris und wurde Nachfolger seines Bruders Lotte-Maucotel. Seine Geigen sind besonders in England sehr beliebt.
16*) Wahrscheinlich Ant. Amati.

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