Scan 494
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
12 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 472. See the scan on archive.org.
1Panormo, Georges Louis. — London. Geb. um 1774, † nach 1842.
3Zweiter Sohn von Vincenzo P. Er ist vorzugsweise als trefflicher Guitarrenmacher bekannt, doch hat er auch mehrere Violinen nach Stradivari verfertigt und machte besonders schöne Bogen. Er wohnte zuerst in der Oxford Street und zog dann in die High Street St. Giles in the Fields. Eine Guitarre von 1839 trägt die Nummer 2,283.
5Panormo, Joseph. — London. Geb. in London um 1773, † nach 1825.
7Aeltester Sohn von Vinc. Trus. P. Obwohl er ein Meister in seinem Fache war und namentlich vorzügliche Violoncelli machte, fand er doch wenig Anklang, da er als Engländer galt und englische Geigen zu seiner Zeit in London nicht gesucht waren. Er wohnte zuerst in der New Compton Street und dann in der King Street Soho. Er starb gänzlich verarmt.
9Panormo, Vincenzo Trusiano. — Paris, London. Geb. 30. Nov. 1734 in Monreale bei Palermo, † 1813 in London.
11Durch den Zufall, dass einige Jahreszahlen in seinen Geigen falsch gelesen wurden, war seine Geschichte lange Zeit völlig unaufgeklärt, und da man sein Geburtsjahr auf 1705 setzen zu müssen glaubte, so musste man aus dem einen Manne zwei Geigenmacher machen. Dass er aus Palermo gewesen sei, nahm man immer an, denn abgesehen davon, dass schon sein Name darauf hinweist (der antike Name von Palermo war Παλέρμος), brachte er auf seinen Zetteln auch gerne das Wappen von Palermo an. Er soll in Cremona gearbeitet haben — vielleicht bei Bergonzi, dem er manchmal nahe kommt —, auch in Turin und dürfte sich um 1750 in Paris niedergelassen haben, nachdem er vorher in Marseille gewesen war. Im Jahre 1772 kam er zuerst nach London und ging dann wieder nach Paris zurück, wo er von 1783—1789 in der Rue de Chartres No. 70 wohnte. Vorher und nachher war seine Werkstatt in der Rue de l’Arbre-Sec. Von London aus unternahm er auch eine Kunstreise nach Dublin, die dadurch bemerkenswerth wurde, dass er bei dieser Gelegenheit eine alte Billardtafel von bestem Ahornholz fand, aus der er eine grosse Zahl trefflicher Geigen machte. Es scheint, dass er abwechselnd in London und Paris lebte, vielleicht hatte er sogar mit Hilfe seiner Söhne zwei Werkstätten im Gange. Er hielt sich an seine italienischen Vorbilder, schnitzte sehr hübsche Schnecken und F-Löcher, und wenn er auch ein eigenes Modell hatte, so ahmte er doch Stradivari und Bergonzi etc. am liebsten nach. Er bevorzugte dabei die grösseren Modelle, verwendete meist gutes Holz und einen hübschen gelben, manchmal röthlichen Lack. Seine Arbeit ist gut, nur lässt er oft die Hohlkehle fehlen und rundet einfach den Rand ab. Da der Ton fast immer gross und edel ist, erreichen seine Violinen jetzt hohe Preise. Er hatte verschiedene Zettel und manchmal auch einen Brandstempel im Gebrauch. Er hatte mehrere Söhne, die Geigenmacher
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.