Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 497

Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904

21 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 475. See the scan on archive.org.

1Partl (Bartl), Christian Franz. — Wien. 1768. 1807.
2Er wohnte im Schottenviertel, Seizerhofgässel, und legte am 23. Januar 1768 den Bürgereid ab. In den Steuerbüchern von 1769–1787 erscheint er als „Neubesteuerter“, d. h. als Begründer seines Geschäftes. Seine Geigen kommen denen der Stadlmann und der Leidolf recht nahe.
4Christianus Franciscus Partl
5fecit Viennae 1780
7Partl (Bartl, Pärtl), Christoph. — Wien. 1682. 1691.
8Er gilt als der Stammvater der Familie, der am 28. Mai 1683 den Bürgereid geleistet hat. Er scheint sich Bärtl genannt zu haben. Seine Nachkommen schreiben den Namen bald mit B und bald mit P. In den Acten kommt dagegen der Name fast nur mit P geschrieben vor.
10Partl (Bartl), Ignaz Christian. — Wien. 1764. † 1819.
11Er legte am 31. März 1764 den Bürgereid als Lauten- und Geigenmacher ab und erscheint in den Steuerbüchern von 1765–1787. Violinen von ihm kommen noch ziemlich häufig vor und sind recht gut. Er hält sich in den Umrissen an die Italiener, nur die Wölbung nimmt er manchmal höher.
13Partl (Bartl), Joseph Jakob. — Wien. 1778. 1801.
14Sohn von Michael Andre P., dessen Werkstatt er 1779 übernahm. In den Steuerbüchern kommt er bis 1787 vor; dass er jedoch noch länger gelebt hat beweisen Arbeiten von ihm mit Jahreszahlen bis 1801. Seine Arbeit ist gut, hübsch im Modell und in der mittelhohen Wölbung, nur der Lack ist etwas zu dunkel.
16Partl (Bartl), Michael Andreas (Andre). — Wien. 1728. † nach 1779 (nach Anderen erst 1788).
17Sohn und Schüler von Andre Nikolaus P. Er wohnte wie sein Vater im Wübmer Viertel und legte am 29. Mai 1728 den Bürgereid ab. Er war sehr fleissig und gehörte zu den besseren Wiener Lautenmachern, hat es aber zu keinem Wohlstand gebracht. In den Steuerbüchern kommt er von 1749–1775 vor; von 1776–1779 aber heisst es von ihm: „Bettlarm und wird von seinem Weib unterhalten.“ Im Jahre 1779 übernahm sein Sohn Josef die Werkstatt. Werke von Mich. Andre P. sind in grösserer Zahl erhalten, so eine undatirte Viola im Schottenstift in Wien, eine Viola mit geschnitztem Frauenköpfchen am Wirbelkasten von 1746 in Leipzig (Sammlung De Wit), eine ähnliche von 1764 im Museum des Conservatoriums in Brüssel (No. 224) und eine schöne Viola d’amore von 1732 in der kgl. Sammlung alter Musikinstrumente in Berlin (No. 866); der Wirbelkasten zeigt durchbrochene Schnitzerei und das Köpfchen des Liebesgottes mit verbundenen Augen. Im Musikhistorischen Museum in Stockholm ist eine Laute von 1745. Wenn seine späteren Arbeiten auch oft recht gewöhnlich sind, so erkennt man doch immer eine geschickte Hand darin. Das Deckenholz ist meist sehr schön und auch der Ton recht gut; der Lack scheint stark nachgedunkelt zu haben und ist jetzt häufig schwarzbraun. Auf manchen Zetteln fehlt das Wort „fecit“.
19Michael Andreas Partl
20Fecit Viennae 1763.

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