Scan 514
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
19 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 492. See the scan on archive.org.
1Pichler, Marcell. — Hallein. 1673.
2Tüchtiger Lauten- und Geigenmacher des 17. Jahrhunderts und vielleicht der Begründer der fast hundert Jahre lang in Hallein (im Salzburgischen) blühenden Geigenindustrie. Er schreibt seinen Namen bald Pichler und bald Bichler und selbst Puechler, seinen Taufnamen Marcell und Mercell. Es liegt daher nahe, ihn für einen Sohn des Salzburger Meisters Marcell Puchler zu halten. Eine hübsche Arbeit von ihm besitzt das städtische Museum Carolino-Augusteum in Salzburg. Es darf darauf aufmerksam gemacht werden, dass nach einer alten Ueberlieferung ein sehr geschickter Geigenmacher des Namens Pichler in Stainer's Werkstatt gearbeitet und den kranken Meister oft vertreten habe. Fleming glaubt, dass damit Tecchler gemeint sein könne. Wahrscheinlicher ist es aber, dass der Halleiner oder Salzburger Meister jener angebliche Gehilfe Stainer's war.
4Marcellus Pichler Geigenmacher allhier.
6Pichol. — Paris.
7Dieser Name ist nur bei Hart zu finden.
9Pichon. — Lyon. 1859.
10Uebernahm nach dem Tode von Pierre Silvestre das von diesem und seinem Bruder begründete Geschäft, das dann an den jüngeren Hippol. S. überging.
12Picino s. Bagatella P.
14Pickard, Handel. — Leeds. 1862. 1865.
15Ein geschickter Geigenmacher, der aus Gesundheitsrücksichten das Geigenmachen aufgeben musste und Hotelwirth wurde.
17Piegendorfer, Georg. — Augsburg. Geb. 9. Febr. 1849 in Kläham bei Ergoldsbach in Niederbayern.
18Einer der besten bayrischen Geigenmacher. Von Jugend auf beschäftigte er sich schon mit Musik und kam zunächst zu einem Kunsttischler in die Lehre. Er arbeitete bereits als Gehilfe in verschiedenen Städten, als 1866 der Krieg ausbrach. Freiwillig trat er beim bayr. Inf.-Leib-Regiment ein und machte den Feldzug als Reserve-Signalist bei der 8. Schützen-Comp. mit. Nach dem Friedensschluss wurde er der Regimentskapelle zugeteilt und hier erst eigentlich zum Musiker ausgebildet. Im Juli 1869 zur Reserve entlassen, wurde er schon 1870 wieder einberufen und machte den ganzen Feldzug 1870 1871 als Hoboist mit. Hierauf kehrte er nochmals für kurze Zeit zur Tischlerei zurück und trat dann als Waldhornist bei einem Theater-Orchester ein. Er blieb jetzt Musiker und kam als solcher auf Concertreisen weit in Deutschland und der Schweiz herum. Im Jahre 1874 hatte er Gelegenheit, für einen Collegen eine schadhafte Geige auszubessern. Gewohnt, feine Arbeiten auszuführen, gelang ihm der Versuch so über alles Erwarten, dass man ihm von allen Seiten zuredete, sich dem Geigenmachen mehr zu widmen, und der College brachte ihm Wettengel's bekanntes Lehrbuch. Da ihm die Arbeit selbst viele Freude gemacht hatte, studirte er das Buch mit grossem Eifer durch und verschaffte sich dann noch andere theoretische Lehrbücher, so dass er gut vorgeschult war, als er 1875 als Volontär bei F. Chr. Edler eintrat, der ihn nach bestem Können ein Jahr lang unterrichtete. Im Jahre 1877 machte er in Winterthur mit ziemlich unzulänglichen Werkzeugen seine erste Violine und zwar nach einem eigenen Modell, die ihm über Erwarten gut gelang. Er machte nun rasche Fortschritte und kam 1879 als Mitglied des städtischen Orchesters nach Augsburg, wo er sich 1880 verheirathete und eine Geigen-Reparaturanstalt gründete, die so viel Zuspruch fand, dass er seine Stellung als Musiker aufgeben konnte. Er übernahm dann die gut eingeführte Saiteninstrumentenhandlung von Ant. Scherlein
Makers on this page
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.