Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 559

Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904

17 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 537. See the scan on archive.org.

1Ritchie, Archibald. — Dundee. Geb. 3. Oct. 1833 in Woodend, Banchory.
2Er war lange Jahre im Eisenbahnbau thätig und hat alle seine freie Zeit darauf verwendet, die Geigenmacherei zu studieren; er begann damit schon als Knabe. Ernsthafter beschäftigte er sich damit seit 1803 und hat über 120 Violinen gemacht, die alle recht gut sind und eine geschickte Hand verrathen. Seine älteren Geigen sind nach Stradivari gemacht und haben Spirituslack, die späteren nach Guarneri mit Oellack. Er verwendet auch einen Brandstempel mit seinem Namen.
4Ritmüller (Rittmüller), Gottlieb Wilhelm. — Göttingen. Geb. um 1770, † vor 1830.
5Ursprünglich machte er Lauten, Guitarren und Harfen; später verlegte er sich hauptsächlich auf den Bau von Clavichorden und Clavieren und wurde der Gründer der heute noch bestehenden berühmten Clavierfabrik, die somit jetzt die älteste in ganz Deutschland ist. In den Kirchenbüchern wird er stets 'Instrumentenmacher' genannt; bei wem er gelernt hat, steht nicht fest; sein Vater war Weissbindermeister in Göttingen. Am 12. Oct. 1800 heirathete er Dorothea Schenterlein, von der er mehrere Söhne hatte; zwei davon, der am 26. Juni 1802 geb. Johann Wilhelm und der am 12. Dec. 1803 geb. Johann Martin, wurden gleichfalls Musikinstrumentenmacher und setzten das väterliche Geschäft fort. Ob er jemals Geigen gemacht hat, liess sich nicht ermitteln; es ist aber wahrscheinlich. Seine Guitarren waren seiner Zeit sehr gesucht; eine solche befindet sich in der städt. Alterthümersammlung in Göttingen. Auf einigen wenigen Zetteln, die in lateinischer Sprache geschrieben waren, übersetzte er den Namen Gottlieb in 'Theophilus'; im Uebrigen verwendete er nur den folgenden gedruckten Zettel:
7Ritter s. Meisinger.
9Ritter. Franz Richard. — Markneukirchen, Gunzen. Geb. in Schöneck am 10. Mai 1857.
10Schüler seines Schwagers Wenzel Himmer. Nach Beendigung seiner Militärzeit arbeitete er als erster Gehilfe in grösseren Werkstätten und machte sich 1883 in Markneukirchen selbstständig, siedelte aber 1889 nach Gunzen b. Zwota über. Er arbeitet mit sechs Hilfskräften und stellt gute, billige Geigen her.
12Ritter, Hermann. — Würzburg. Geb. 16. Sept. 1849 in Wismar.
13Der Erfinder der Viola alta, des dreifüssigen Stegs, der fünfsaitigen Viola etc. Ein ausgezeichneter Geiger und Virtuose auf seiner Viola alta, sowie tüchtiger Musikgelehrter und Musikschriftsteller. Er lebt als Professor in Würzburg.
15Ritter, Paul. — Schöneck i. S. Geb. in Schöneck 1867.
16Schüler von W. Neumärker, seit 1887 selbstständig, macht nach den Modellen ital. Meister Violinen, Violen, Violoncelli, Bässe etc. und erfand eine Reform-Gitarre, bei der das Greifen der linken Hand in Wegfall kommt. Er klebt theils eigene Zettel, theils solche mit den Namen der Meister, deren Modelle er nachahmt, ein.

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