Scan 630
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1druckte Zettel. Man hat es hier zweifellos mit einem Mitglied der Wiener Familie zu thun; dass er aber in Wien selbst ansässig war, sagt ja nicht einmal der Zettel. Jedenfalls hat ein Antoni Stadlmann weder das Bürgerrecht in Wien erworben, noch findet man ihn in den dortigen Steuerbüchern.
3Stadlmann, Daniel Achatius. — Wien. Geb. um 1680, † 27. Oct. 1744.
4Er legte am 5. August 1707 den Bürgereid ab und wohnte im sogenannten Stuben-Viertel. Er gehört zu den besten Wiener Geigenmachern und galt als der beste Nachahmer Stainer's. Sein Holz ist sehr schön; nur arbeitete er die Decke ein wenig zu dünn aus. Auch sein Lack von hochgelber Farbe (wahrscheinlich Bernsteinlack) ist sehr schön, so dass man annehmen kann, dass er auf seiner Wanderschaft bis nach Italien gekommen ist und dort Manches gelernt hat. Dafür spricht auch, dass er gerne doppelte Einlagen, wie die Brescianer sie liebten, anwendete. Er arbeitete seine Geigen über die Form und nahm die Wölbung der Decke höher als die des Bodens, (der mitunter aus Vogelhorn besteht). Er war ein fleissiger, vielbeschäftigter Meister, und man findet Geigen von ihm in vielen Sammlungen und Orchestern. Die kgl. Sammlung in Berlin bewahrt eine Viola di Bordone mit eigenartigen Schalllöchern und schön geschnitzter Rose von ihm (No. 843). Die Braunauer Stiftskirche besitzt eine Geige von ihm aus dem Jahre 1724. Eine Geige mit dem gleichen Zettel aus dem gleichen Jahr besitzt auch das Benedictinerstift St. Margareth b. Prag, eine Viola Baryton das musikhistorische Museum Paul de Wit's in Leipzig.
6Stadlmann, Johann Joseph. — Wien. 1741. † 27. Nov. 1781.
7Er gilt als der Sohn von Dan. Ach. St. und war wohl dessen Nachfolger. Am 15. Dec. 1745 legte er den Bürgereid ab, wohnte im sogen. „Wübmer-Viertel“ und kommt bis zu seinem Tode in den Steuerlisten vor. Von 1781—1786 führte seine Witwe das Geschäft fort; ihr Mann scheint ihr nichts hinterlassen zu haben, denn ein Vermerk im Steuerbuch sagt von ihr: „ist sehr arm. wird von ihrer Schwester erhalten.“ — Und doch war Joh. Jos. St. ein Künstler; er arbeitete wie sein Vater sehr sorgfältig nach der Form, ahmte das Stainer-Modell nach, nur dass er die Wölbung oft noch höher nahm. Der Ton ist recht gut;
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