Scan 66
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1Bergette, Hannss s. Pergette.
3Bergmann, Andreas. — Budapest. Geb. 1862 in Nagy Maros.
4Schüler von Eduard Bartek, später langjähriger Gehilfe von Paul Pilát. Im Jahre 1898 begründete er seine eigene Werkstatt, die das Ladenschild „Zum Cremoneser“ führt, und hat seitdem an 50 neue Geigen gebaut, darunter 30 nach Guarneri, 15 nach Stradivari und 5 nach Maggini. Da er bei wiederholt angestellten Versuchen, wenn er aus dem gleichen Holz eine Geige nach Stradivari und eine solche nach Guarneri baute, stets den Ton der Guarneri-Copie besser fand, zieht er dessen Modell allen andern vor und baut darnach in entsprechender Vergrösserung auch Violen und Violoncelli. Er ist auch als Reparateur sorgfältig in seiner Arbeit und verwendet Oellack in verschiedenen Farben. Geigen, die er allein gebaut hat, tragen den Zettel:
6Bergmann András
7hegedű készítő
8saját kezű készitménye
9Budapest 1898
11die von seinen Gehilfen gebauten:
13Készitette Bergmann András
14hegedű készítő
15Budapest 1901
17Arbeiten seiner Schüler: Reparaturen:
19Bergmann András
20hegedű készítő tanitványa
21Budapest 1901
23Javitotta Bergmann András
24hegedű készítő Budapest 1899
26Bergonzi, Benedetto. — Cremona. † 1840 in Cremona.
27Der letzte Geigenmacher der Familie, der nur als Reparateur von Bedeutung war. Er wohnte noch im Stammhause seiner Vorfahren an der Piazza San Domenico. Von ihm sollen die Angaben über Stradivari und seine Zeitgenossen stammen, die Tarisio dem J. B. Vuillaume machte und die dann Fétis in seiner Schrift über Stradivari verwerthet hat.
29Bergonzi, Carlo I. — Cremona. Geb. um 1690, † 1747.
30Einer der besten, wenn nicht der allerbeste Schüler Stradivari’s, der nach dem Tode von Stradivari’s Söhnen Haus und Werkstatt seines Meisters erwarb. Es wird allerdings behauptet, dass er zuerst bei Amati in der Lehre gewesen und erst als Gehilfe zu Stradivari gekommen sei. In seiner Arbeit schliesst er sich jedoch mehr an Stradivari an, nur verlängerte er die obere Hälfte des Geigenkörpers und machte die untere etwas breiter, die F-Löcher setzte er etwas höher und näher dem Rande und gab ihnen einen Schnitt, der dem von Guarneri del Gesù nicht ganz unähnlich ist. Die Wölbung nahm er flach, auch die Schnecke ist flacher, als bei den meisten seiner Zeitgenossen, aber sehr sauber geschnitzt. Sein Lack ist meist rothbraun oder bernsteingelb, nur manchmal etwas zu dick aufgetragen und deshalb rissig, hat aber durch das Alter sehr gewonnen und sieht originell aus. Der Ton ist gross und edel, und da Bergonzi stets das beste und gesündeste Holz nahm und seine Geigen sehr stark baute, darf man ihnen eine lange Lebensdauer in Aussicht stellen. Sie stiegen von Jahr zu Jahr in der Werthschätzung, und ihr Preis hat sich in den letzten 50 Jahren mindestens versechsfacht. Man charakterisiert ihn am besten, wenn man sagt, dass er zwischen Stradivari und Guarneri d. G. in der Mitte steht.
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