Scan 670
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1Tanczer, Georg. — Budapest, Debreczin. Geb. in Kecskemét (Ungarn) 1855.
2Schüler von Samuel Nemessányi und Adolf Mönnig von 1869—1873, arbeitete dann bei W. J. Schunda, machte sich 1882 in Budapest selbstständig und beschäftigte sich hauptsächlich mit Reparaturen. Beim Neubau imitiert er Stradivari und Jos. Guarneri und verwendet einen gelblichroten Bernsteinlack. Er führte eine Verbesserung am Bassbalken ein, die sich bewährt haben soll. Um 1899 war er in Debreczin ansässig und arbeitet jetzt für die Firma Stowasser.
4Tantino, Giovanni. — Modena. 1475.
5Schüler seines Vaters Constantino T. Ein Instrumentenmacher, den Valdrighi (4435) erwähnt.
7Tantino, Sesto. — Modena. 1461. 1490.
8Ein von Valdrighi (3120) erwähnter Instrumentenmacher, von dem mir nur bekannt ist, dass er Cimbeln machte.
10Tarasconi, Giuseppe. — Mailand. 1888.
11Als Reparateur hatte er einen gewissen Namen; neue Geigen scheint er nur selten gemacht zu haben.
13Tardieu. — Tarascon. 1705.
14Fin Geistlicher, dem man irrtümlich nachtrümmte, dass er um 1705 dem Violoncell seine heutige Einrichtung gab; sein Violoncello hatte fünf Saiten; erfunden hat er das Instrument jedoch ganz sicher nicht, da es schon dem Praetorius bekannt war. Das Wort Violoncello ist ein Diminutiv von Violone (Bass), und sonderbar ist es, dass es gebräuchlich wurde, die Diminutivendung allein (—cello) für das ganze Instrument zu brauchen.
16Targhetta (Tarchetta), Carlo. — Mantua. Ende des XVI. und Anf. des XVII. Jahrh.
17Ein Brescianer Zithermacher, welcher gegen Ende des 16. Jahrhunderts nach Mantua kam und dort, wie urkundlich feststeht, viele Jahre lang blieb. Vgl. auch Fenaroli, Dizionario degli Artisti Bresciani, wo nur nach Cozando berichtet wird und von dem Mantuaner Aufenthalt Targhetta’s nicht einmal die Rede ist. O. Roni schreibt von ihm: «Non fu mai toccata la cetra con maggiore dolcezza quanto fu dal nostro Targhetta, che con celeste armonia le dava spirito, voce ed effetto angelicamente umano. Ma non tanto era citaredo perfetto, quanto perfettissimo artefice di questo strumento.»
19Tarr, William. — Manchester. Geb. 1809, † 1892.
20Er machte recht gute Geigen, doch erwarb er sich hauptsächlich durch seine Contrabässe einen gewissen Ruf. Ende der fünfziger Jahre gab er eine Zeit lang das Geigenmachen auf und war Photograph geworden, kehrte später aber wieder zu seinem eigentlichen Berufe zurück. Ein J. Tarr lebte in Sheffield und ein James T. ist noch jetzt in Brooklyn ansässig.
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