Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 692

Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904

18 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 670. See the scan on archive.org.

1Tóth, Sándor (Alexander) jun. — Szegedin. Geb. 1868 in Szegedin.
2Sohn eines Saitenmachers; Schüler von W. J. Schunda, bei dem er von 1880—1887 war. Er arbeitete als Gehilfe bei Voigt und Lemböck in Wien, darauf von 1891—1894 bei Riechers in Berlin, ferner in Prag und Budapest und machte sich um 1895 in seiner Vaterstadt selbstständig. Im Jahre 1900 wurde er von der Regierung zum Studium der Weltausstellung nach Paris geschickt. Er ist einer der besten unter den jüngeren ungarischen Geigenmachern.
4Touly, Claude. — Luneville. 1752.
5Vielleicht ein Sohn oder Bruder von Jean T. Er bevorzugte eine hohe Wölbung und gelben Lack und machte sowohl Geigen als Lauten. Eine fünfsaitige Bratsche befindet sich aus der Snoeck'schen Sammlung in Berlin, eine Laute im Conservatorium in Brüssel. Ausser seinem Zettel verwendete er auch eine Brandmarke: «C. Touly».
7Touly, Jean. — Nancy. 1730. 1747.
8Nach den wenigen von ihm bekannt gewordenen Arbeiten zu urtheilen, nur ein mittelmässiger Geigenmacher.
10Tournier, Jos. Alexis. Geb. in Huningue 6. Nov. 1842.
11Fabrikant aller Sorten von Musikinstrumenten.
13Tourte. — Paris. 1740—1775.
14Einer der ersten Lautenmacher, die das Bogenmachen zum Lebensberufe erwählten. Vater von X. und F. Tourte. Er arbeitete von etwa 1740—1775 zusammen mit seinem ältesten Sohne und hat sich gewiss grosse Verdienste um die Verbesserung des Bogens erworben, wenn auch nicht nachgewiesen ist, dass er wirklich, wie behauptet wird, die Schraube des Bogens erfunden hat. Seine Bogen sind schon von ganz ansprechender Gestalt, auch ziemlich leicht, aber die meisten sind aus mittelmässigem Holze geschnitten, die Stangen zu dünn und zu gerade und die Spitze von schlechter Form.
16Tourte, François. — Paris. Geb. 1714, † April 1835.
17Der Stradivari in der Kunst des Bogenmachens. Er war ursprünglich Uhrmacher und trat erst, nachdem er acht Jahre als solcher gearbeitet hatte, in die Werkstatt seines Vaters und Bruders ein. Eine ganz eigenthümliche Begabung und die peinliche Genauigkeit, die er bei der Uhrmacherei erlernte, brachten es dahin, dass er eine vorher nie dagewesene und auch jetzt noch kaum wieder erreichte Meisterschaft erlangte. Anfangs nahm er das Holz von Zuckerfässern zu seinen Bogen, die er dann für 20—30 Sous verkaufte. Bald erkannte er aber, worauf es bei einem guten Bogen hauptsächlich ankam, und nun versuchte er alle verwendbaren Holzsorten, bis er das Fernambuchholz fand. Das mag um 1775—1780 gewesen sein. Er war unablässig bemüht, seine Bogen zu verbessern, und schliesslich gab er dem Bogen seine heutige Gestalt und stellte die Maasse fest. Er ward sehr bald berühmt und erhielt gerne für seine Bogen bis zu 15 Louis d'or; aber er zerbrach jeden fertigen Bogen, wenn das Geringste daran auszusetzen war. Die Stange schnitt er nicht bogenförmig, sondern gerade aus dem Holze und bog sie über dem Knie, nachdem er sie über gelindem Kohlenfeuer erhitzt hatte. Er hat auch seine Stangen nie lackirt, sondern nur mit Oel und Bimstein geschliffen. Er war sich seiner Künstlerschaft bewusst, obwohl er nicht einmal lesen und schreiben gekonnt haben soll. Bekannt ist, dass er auch Stege wundervoll zu schnitzen verstand. Er war sehr fleissig und machte noch in seinem 77. Jahre treffliche Arbeiten. Zum Unterschied

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