Scan 729
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
21 lines. Read by computer on 27 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 707. See the scan on archive.org.
1Widhalm, Anton. — Stadtamhof b./Regensburg. 1750. 1788.
3Es liegt nahe, ihn mit den Nürnberger Meistern seines Namens in Beziehung zu bringen, doch liess sich nichts Sicheres darüber ermitteln. Er scheint bei Buchstetter gearbeitet zu haben und liess sich nach dem Tode Buchstetter's in Stadtamhof nieder. In der Arbeit steht er diesem Meister nahe und gehört wie dieser zu den besseren deutschen Geigenmachern seiner Zeit. Sein Modell ist elegant in der Form und gut im Holz; er ahmte das mittlere Stainer-Modell, aber auch Stradivari nach, und namentlich die Geigen der letzteren Art gehören zu seinen Meisterwerken. Wie schon Buchstetter beizte er seine Geigen vor dem Lackiren; sein Lack ist dick aufgetragen, meist dunkelroth, durchsichtig und hat sehr lobenswerthe Eigenschaften. Viele seiner Arbeiten dürften jetzt als echte „Stainer“ im Handel vorkommen. one of two readings
4Es liegt nahe, ihn mit den Nürnberger Meistern seines Namens in Beziehung zu bringen, doch liess sich nichts Sicheres darüber ermitteln. Er scheint bei Buchstetter gearbeitet zu haben und liess sich nach dem Tode Buchstetter's in Stadtamhof nieder. In der Arbeit steht er diesem Meister nahe und gehört wie dieser zu den besseren deutschen Geigenmachern seiner Zeit. Sein Modell ist elegant in der Form und gut im Holz; er ahmte das mittlere Stainer-Modell, aber auch Stradivari nach, und namentlich die Geigen der letzteren Art gehören zu seinen Meisterwerken. Wie schon Buchstetter beizte er seine Geigen vor dem Lackiren; sein Lack ist dick aufgetragen, meist dunkelroth, durchsichtig und hat sehr lobenswerthe Eigenschaften. Viele seiner Arbeiten dürften jetzt als echte "Stainer" im Handel vorkommen. one of two readings
6Antonius Widhalm
7fecit Pedeponti prope Ratisbonam 1781
9Antonius Wiedhalm
10fecit ad Pedem Pontis Ratisbonensis 1784
12Widhalm (Wiedhalm), Joseph. — Nürnberg. 1737.
14In einer zweifellos alten, sonst aber sehr mittelmässigen Geige, deren Lack geradezu schlecht war, fand sich ein Zettel mit diesem Namen, doch könnte die Echtheit des Zettels angezweifelt werden.
16Widhalm, Leopold. — Nürnberg. 1752. 1790.
18Ein tüchtiger deutscher Meister des 18. Jahrhunderts. Er soll schon um 1720 und soll noch nach 1800 gelebt haben, doch ist dies noch nicht sicher festgestellt; eine gewisse Verwirrung ist wohl dadurch entstanden, dass auf seinen echten Zetteln häufig gefälschte Jahreszahlen vorkommen, nach denen er ein übermenschlich hohes Alter erreicht haben müsste. Er nahm sich Stainer zum Vorbild, hatte ein grosses Modell und arbeitete sehr sauber; die Wölbung ist elegant, das Holz gut gewählt, die Schnecke (meist aus Birnbaum) tadellos geschnitten. Der Lack ist dünn aufgetragen, von dunkelrothbrauner Farbe und hohem Glanz. Er wohnte 1788 in der Nürnberger Vorstadt Wöhrd und soll viel für Klöster gearbeitet haben. Bei seinen Violen behielt er das alte Modell mit flachem Boden bei. Ausser Geigen machte er auch alle Arten von Lauten und selbst Harfen, die sehr gut gewesen sein sollen. Da er sehr fleissig war, findet man noch häufig Arbeiten von ihm; u. A. besitzt das Germanische Museum in Nürnberg eine Theorbe von 1757 und eine Geige von 1769; ein schöner, grosser Alto von 1777 findet sich aus der Sammlung Snoeck in Berlin. Ausser verschiedenartigen Zetteln gebrauchte er auch die Brandmarke L. W. Er stand seiner Zeit in hohem Ansehen, und da seine Geigen gut klingen, sind sie auch heute noch gesucht. Vgl. auch Meusel's Künstlerlexikon.
20Bel Alto de grand von Widhalm (kgl. Samml. alt. Mus.-Instr. in Berlin).
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