Scan 738
Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1904
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1Wolfram (Wolfrum), Sebastian. — München. † vor 1762.
2Hof-Lautenmacher. War als tüchtiger Meister geschätzt, so dass der churfürstliche Hof auch nach seinem Tode der Wittwe Maria W., die das Geschäft bis 1780 fortführte, allerlei Arbeiten (Neuanfertigung und Reparaturen, so 1772 um 111 fl.) übertrug. Er war der Lehrer von Greg. Sidtler, der später das Geschäft von der Wittwe kaufte.
4Wollenhaupt, Bruno Emil. — New-York.
5Ein Professor, der eine Violine erfand. Er wollte die Tonfülle und Tonstärke der Violine dadurch vergrössern, dass er im Körper des Instruments Saiten anbrachte, welche beim Anstreichen einer der vier Saiten auf dem Griffbrett harmonisch mitklingen sollen. Es waren 12 solcher Hilfssaiten vorhanden, welche von c bis b oder von g bis fis in Halbtönen von aussen mittels Schlüssels gestimmt werden konnten. Durch eine durch das Kinn zu bewegende Dämpferleiste können die Hilfssaiten abgedämpft werden. Die Hilfssaiten können auch durch einen Stahlkamm mit Zungenstimmen ersetzt werden. Die erste Violine nach diesem System wurde von G. Gemünder sen. in Astoria gemacht. Bei seiner Reise durch Europa hat Prof. Wollenhaupt auf seinem Instrument vor Prof. Joachim in Berlin und anderen Autoritäten gespielt.
7Wolters, Jean Mathias. — Paris. 1749. 1759.
8Geschickter Geigenmacher deutscher Abstammung, von dem Vidal eine gute Viola d’amore mit gelbem Lack bekannt wurde. In der Sammlung Savoye befand sich 1759 eine kleine, sechssaitige Viola von schöner Arbeit, doppelt eingelegt, ebenfalls mit gelbem Lack.
10Wood, T. — Blindley Head (Surrey). † 1890.
11Ein guter Geigenmacher, der besonders wegen seiner Kunst zu lackiren ein gewisses Ansehen besass.
13Woodlad soll der Name eines von 1820—1840 vorkommenden englischen Geigenmachers gewesen sein, der ein flaches Modell hatte und sauber arbeitete.
15Wornum, Robert. — London. Geb. 1742, † 1815.
16Ursprünglich Musikalienhändler, versuchte er sich auch im Instrumentenbau und machte hauptsächlich Guitarren, aber auch Geigen und Violoncelli. Er wohnte Wigmore Street No. 42. Sein Sohn (oder Neffe) Rob. Wornum (Store Street Bedford square, London), 1780—1852, ist der Erfinder des „Piano-Buffets“, das er in den Jahren 1813—1827 fabricirte.
18Wouldhave. — North Shields. 1859.
19Saubere, aber unkünstlerische Arbeit, mittelmässiger Spirituslack.
21Wofz, Daniel Adalbert. — Postelberg. Nach 1680.
22Frau Josefa Theuerle auf den Kgl. Weinbergen bei Prag besitzt eine Viola mit dem untenstehenden Zettel. Das Stift Ossegg bewahrt ein Bassetto von einem Daniel Adalbert Waldter in Postelberg. Durch die Uebereinstimmung der beiden Vornamen und des Wohnorts muss man an ein verwandtschaftliches Verhältniss dieser beiden Geigenmacher glauben, wenn man nicht annehmen will, dass Waldter (Walter) ein dritter Taufname eines Meister Namens Wofz gewesen ist.
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