Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 134

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

43 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 130. See the scan on archive.org.

1Fekete, Michael (Mihály). — Budapest. 1915
2Ungarischer Geigenmacher der Gegenwart.
4Feldt, Thomas. — Wien. 1676
5Am 30. Juni 1676 erlangte er als Lautenmacher das Wiener Bürgerrecht. Er ist möglicherweise ein Sohn von Magnus Feldtlen (Feldlen).
7Feldtle, Jörg. — Füssen. 1650
8Er galt als tüchtiger Meister und wohnte in der »Vorstadt«. Magnus Feldtlen dürfte sein Bruder gewesen sein.
10Feldtlen (Feldlen, Feldten, Felden), Magnus. — Wien. 1656
11Er war Kaiserlicher Hoflautenmacher. Die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien besitzt von ihm eine Viola di Bordone (Baryton, Nr. 2), oben 6, unten 13 Saiten, die sie 1826 vom Stifte Herzogenburg als Geschenk erhalten hat. Valdrighi führt diesen Meister mit der Jahreszahl 1722 auf. Wenn man nicht annehmen will, daß er ein so hohes Alter erreicht habe, dann müßte ein Lesefehler vorliegen. Andere lassen ihn dagegen schon 1550—1556 gelebt haben.
12Geigenzettel: Magnus Feldlen Kais Hof Lauten- und Geigenmacher in Wienn 1656 (gedruckt).
14Feldtmann, Christian. — Oldenburg i. Gr. 1890
15Hofkapellmeister, »Erfinder« einer Geige mit mitklingenden Saiten, die er Zimbalgeige nannte.
17Felipuci, Pier Ludovico. — Pesaro
18Er soll um 1660 gelebt haben.
20Felszner, C. — Kopenhagen. 1842
21Wahrscheinlich ein deutscher Musiker, der Geigen geflickt hat.
22Geigenzettel: Repariert von O. Felszner / Kopenhagen. 1842 (geschrieben).
24Fendler, Emil. — Czarnikau (Posen). 1918
25Ein Musiker, der aus Liebhaberei Geigen ausbessert und lackiert und sich darin eine gewisse Geschicklichkeit angeeignet hat.
27Fendt, Bernhard. — London. Geb. um 1775, angeblich in Innsbruck, † um 1832 in London, 57 Jahre alt
28Er war ein Neffe des Pariser Fendt und soll nach einer Überlieferung in seiner Familie aus Schwaz in Tirol stammen, wo er auch den Geigenbau erlernt haben dürfte. Leider war es unmöglich, einen urkundlichen Beweis dafür zu ermitteln. Ich glaube nicht, daß die Familie Fendt tirolischen Ursprungs ist, auch wenn sich einzelne Mitglieder dort ansässig gemacht haben, wie z. B. der begeisterte Musikfreund Abbé Fendt, der einst das wundervolle Guarnerivioloncello besessen hat, das jetzt dem Violoncellisten Bottermund gehört. Vielleicht kommt man unserem Geigenmacher näher, wenn man beachtet, daß sich im Taufbuch zu Dinkelsbühl in den Jahren 1657—1665 fünf Täuflinge aus der Familie Fendt finden, darunter am 2. April 1662 ein Bernhard Fendt, der der Großvater des Geigenmachers gewesen sein könnte. Leider verschwindet der Name Fendt nach 1665 in allen Dinkelsbühler Matrikeln. Fendt ging in jungen Jahren auf die Wanderschaft, und es ist nicht unmöglich, daß er in Italien, vielleicht auch in Cremona gearbeitet hat, was nicht viel sagen will, da die italienische Schule damals schon ganz in Verfall geraten war. Nach anderen soll er schon als siebenjähriger Knabe zu seinem Oheim nach Paris gekommen sein und bei diesem gelernt haben. In den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts kam er nach London und arbeitete von 1798—1809 bei Th. Dodd. Hierauf war er für Betts beschäftigt, und die meisten seiner trefflichen Amati- oder Stradivarikopien tragen Betts Namen. Außer Violinen usw. baute er auch sehr gute Bässe. Er ist in der Aylesbury Street, Clerkenwell, gestorben und hinterließ vier Söhne, die alle Geigenmacher waren.
30Fendt, Bernhard Simon (Simmon). — London.
31Geb. in London 1800, † 6. März 1852
32Ältester Sohn und Schüler von Bernhard F. in der Werkstatt von Betts. Nachdem er seit 1823 für die Nachfolger von Betts gearbeitet hatte, verband er sich mit George Purdy zu der Firma Purdy and Fendt. Er war überaus fleißig und geschickt, aber nicht sonderlich sorgfältig. Wenn er aber wollte, konnte er seine Meisterschaft beweisen; namentlich gelangen ihm Kopien des großen Amatimodells, und noch in seinem letzten Lebensjahr erhielt er auf der Londoner Ausstellung 1851 für ein wundervolles Quartett nach Guarneri den ersten Preis. Seine Bässe baute er nach G. da Salò, sonst aber war Stradivari sein Vorbild. Das Holz ist gut gewölbt und der Lack hellrot. Eine 1820 gebaute Violine von ihm stellten W. E. Hill & Sons in der Londoner Music Loan Exhibition 1904 aus.
34Fendt, Francis. — London, Liverpool. 1850. 1857
35Vierter Sohn von Bernhard F. Schüler seines ältesten Bruders Bernh. Sim. F. Er war kein besonders geschickter Geigenmacher, arbeitete eine Zeitlang für die Firma Purdy & Fendt und ging 1856 nach Liverpool, wo er in kümmerlichen Verhältnissen lebte.
37Fendt, François s. Fent
38Fendt, Jakob. — London. Geb. 1815, † 1849
39Dritter Sohn von Bernhard F. und Schüler seines ältesten Bruders Bernh. F. Ein sehr talentvoller Geigenmacher, der Stradivari und Lupot mit Erfolg zum Vorbild nahm, leider aber schon frühzeitig starb. Er arbeitete viel für Händler und hatte auch die Leidenschaft, seinen Arbeiten künstlich das Aussehen höheren Alters zu geben.
41Fendt, Martin. — London. Geb. 1812, † 1845
42Zweiter Sohn und Schüler von Bernhard F. Er arbeitete fast ausschließlich für Arthur Betts, so daß man fast nichts von ihm kennt, doch war er nicht ungeschickt; sein Holz ist gut, der Lack hellbraun.

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