Scan 143
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1ausschließlich dem Bau von neuen Geigen zugewendet, womit er große Erfolge erzielt hat. Es gelang ihm auch, in letzter Zeit die kostbare Stradivarisammlung des Grafen Cozio di Salabue von der letzten Erbin, der Marchesa Paola della Valle del Pomaro in Turin, für 100 000 Lire zu erwerben. Diese Sammlung enthält bekanntlich außer mehreren Violinen usw. hauptsächlich Werkzeuge, Modelle, Handschriften, Vorschriften für die Grundierung, Lackrezepte usw., die in den Händen eines Geigenmachers von ganz besonderem Werte sind.
3Fiorini, Raffaele. — Bologna. Geb. in Pianoro 1828, † in Bologna 1898
4Er kam mit seinen Eltern als Kind nach Bazzano, und da er schon damals in allen freien Stunden versuchte, Geigen zu machen, führte man ihn zu dem Bruder des Geigenmachers Tadolini nach Modena, von dem er später auch den ersten Unterricht erhielt. Er arbeitete rastlos und vervollkommnete sich immer mehr, so daß er bald in gutem Rufe stand. Im Jahre 1867 berief ihn der berühmte Violinprofessor Carlo Verardi nach Bologna, und hier wurde er durch ausgezeichnete Arbeiten in weiten Kreisen als einer der besseren italienischen Geigenmacher aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts bekannt. Er wurde hauptsächlich als Reparateur beschäftigt und hat daher nur wenige neue Geigen gebaut, dagegen ungefähr 60 Violoncelli, die sehr geschätzt sind. Seine Erfindung einer Vorrichtung zur mechanischen Herstellung der Rinne für die Einlagen hat sich im Großbetrieb sehr bewährt und wird noch jetzt in Mirecourt angewendet. Er war ein hervorragender Kenner der alten, italienischen Schulen, wie wenige zu seiner Zeit. Als seine Schüler sind zu nennen sein einziger Sohn Giuseppe und Augusto Pollastri. Sein Nachfolger in Bologna ist Armando Monterumici.
6Firth. — Manningham. 1877
7Vielleicht ein Sohn von G. F. in Leeds. Er bevorzugte ein breites Modell.
9Firth, G. — Leeds. 1836. 1844
10Schüler von William Boots sen., aber nur mittelmäßig in seiner Arbeit.
11Geigenzettel: G. Firth No 110 Briggate, / Leeds, 1836 (gedruckt).
13Firth & Ball. — New York. 19. Jahrhundert
14Amerikanische Geigenmacherfirma, von der ich einen guten dreisaitigen Baß kennenernte.
16Fischer (Fitter), Brüder. — Mailand. 1760. 1764
17Vermutlich zwei Deutsche Namens Fischer, oder, wenn de Piccolellis, der Ficher liest, recht hat, vielleicht Mitglieder der vogtländischen Familie Ficker1). Außer dem Namen spricht auch die Arbeit für die deutsche Herkunft. Ihre Geigen sind recht gut; auch der rote oder rotgelbe Lack ist schön zu nennen.
18Geigenzettel: Giuseppe Carlo Fratelli Fischer / Fabbri-catori di strumenti in Milano / Vicino alla balla 1764 (gedruckt).
201) Andere wollen Fitter oder Finer lesen.
22Fischer, Carlo Vincenzo. — Mailand. 1770
23Vermutlich einer der beiden Brüder Fischer, der 1770 mit der gleichen Adresse allein arbeitend vorkommt. Die Musikinstrumentensammlung des Bachhauses in Eisenach besitzt eine Bastardlaute (Nr. 2) und eine prachtvolle Pandurina von ihm.
24Geigenzettel: Carlo Vincenzo Fischer / fabbricador d'Istrumenti / Alla Balla in Milano anno 1770 (gedruckt).
26Fischbach
27Mehrere Mitglieder dieser Familie sind in der egerländischen Geigenindustrie tätig, so Johann Fischbach, geb. 1860, Schüler von Josef Sandner, in Dürngrün bei Schönbach, der seit 1882 eine Kindergeigenfabrik und eine Gastwirtschaft betreibt; ein anderer Johann Fischbach ließ sich nach 1898 in Schönbach nieder.
29Fischer. — Brambach. 1910
30Guter Bogenmacher.
32Fischer. — Markneukirchen
33Als Geigenmacher aus dieser Familie sind bekannt:
35Fischer, Christian Gotthilf I. Geb. um 1728
36Er scheint in (Mark-)Neukirchen gelernt zu haben und kam dann zu der »Miliz«. Obwohl er Soldat war, bewarb er sich im Jahre 1748 um die Aufnahme in die Zunft und brachte eine Bescheinigung seines Hauptmanns bei, daß dieser nichts dagegen habe. Er wurde dann am 27. Mai als Meister aufgenommen.
38Fischer, Christian Gotthilf II. Geb. 1748, † 14. März 1771
39Er wurde am 2. November 1768 gleichzeitig mit G. A. Keßler Meister, starb aber schon in einem Alter von 22 Jahren, 4 Monaten und 14 Tagen.
41Fischer, Christian Gottlob. Geb. 2. Juli 1815, † 10. April 1895
42Sohn von Johann Christian F.
44Fischer, Heinrich Wilhelm. Geb. 13. Dez. 1857
45Fischer, Johann Adam. Geb. 1730, † 1. April 1809
46Er wurde am 24. Mai 1752 Meister und galt als geschickt. Er scheint in Neukirchen gelernt zu haben und war dort auch Geigenmachergeselle, doch wird ausdrücklich bemerkt, daß er nicht der Sohn eines der Zunft angehörenden Meisters war. Er erreichte ein Alter von 78 Jahren 5 Monaten, weniger 14 Tage.
48Fischer, Johann Christian. Geb. 24. Sept. 1763, † 21. Dez. 1838
49Zweiter Sohn von Johann Adam F.
51Fischer, Johann Georg. Geb. 16. Sept. 1758, † 4. Dez. 1821
52Ältester Sohn von Johann Adam F. und dessen Nachfolger.
53Geigenzettel: Johann Georg Fischer / Violinmacher in Neukirchen. (geschrieben).
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