Scan 17
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Aldred. — London. 1600
2Einer der guten englischen Geigenbauer des 17. Jahrhunderts, der schon um 1560 gearbeitet haben soll. Mace erwähnt ihn in »Musicks Monument« (erschienen 1676) bei Besprechung der Violen: »Of such there are no better in the world than those of Aldred . . . .« usw. Um so mehr ist es zu beklagen, daß bisher keine Arbeiten von ihm zum Vorschein kamen. Vgl. Hosborn.
4Aldric, François Antoine. — Mirecourt. Geb. 20. März 1727, † nach 1775
5Sohn des Jean A. Arbeiten von ihm sind mir noch nicht vorgekommen.
7Aldric, Jean. — Mirecourt. 1726. 1730
8Ein geschickter Geigenmacher, von dem man annehmen kann, daß er auf seiner Wanderschaft nach Italien gekommen war.
10Aldric, Jean François. — Paris. Geb. 28. April 1765 in Mirecourt, † 1843
11Sohn des Jean François A. und der Charlotte Mougenot. Er ließ sich um 1788 in Paris nieder. Ein geschickter Vertreter der französischen Schule, der nach dem Strad.-Modell arbeitete und manchmal selbst N. Lupot nahe kam. Er verwendete meist roten, nur manchmal zu dicken Lack und war besonders dafür bekannt, daß er alte Violen in moderne Geigen trefflich umzubauen verstand, die er dann wohl auch als Originale alter Meister verkauft haben wird. Als Händler hatte er besondere Bedeutung, und er war auch der erste Pariser Geigenbauer, der mit dem Sammelgenie Tarisio in Verbindung trat. Er wohnte zuerst in der Rue des Arcis Nr. 16, dann Rue de Bussy Nr. 30 und seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts Rue de Seine Faubourg St. Germain No. 71 (»près celle de Bussy«). Sein Geschäftsnachfolger war um 1840 sein Neffe Aubry. Er verwendete sowohl geschriebene als gedruckte Zettel. Für seine Geigen erhielt er in der Regel 150—200 Francs. Eine Violine von ihm befindet sich im Museum des Pariser Konservatoriums (Nr. 27).
12Geigenzettel: Abb. 5, 6, 7.
14Aldovrandi, Emilio. — Bologna. 1850. 1882
15Ein Geigenmacher dritten Ranges, der sich hauptsächlich mit der Wiederherstellung alter Streichinstrumente beschäftigte.
17Alessandro, genannt il Veneziano. Um 1540
18Eine Laute von ihm war 1880 in Turin ausgestellt. Vidal u. a. erwähnen ihn mehrfach, doch war Genaueres nicht festzustellen, da aus seinem Beinamen wohl seine Heimat hervorgeht, nicht aber, wo er gelebt hat, während sein wirklicher Familienname überhaupt nicht bekannt ist.
20Alfred (?). — Örebro. 1831
21In einer Geige wurde der beistehende geschriebene Zettel gefunden. Der Name ist so verschönkelt geschrieben, daß man statt Alfred auch A. Gred lesen könnte.
22Geigenzettel: Forfärdigad af / Alfred in Örebro 1831 (geschrieben).
24Allessandroni, Paolo. — Rom. 1850. 1860
25Ein unbedeutender Musikinstrumentenmacher, dessen wenige Violinen, die er selbständig gemacht hat, weder Eigenart noch Künstlerschaft verraten.
27Aletzie s. Alletsee
29Allard, Claude. — Paris? 1671
30In der Sammlung des Barons Léry befindet sich eine sehr schöne Laute mit diesem Namen, doch ohne Angabe des Wohnorts.
32Allard, François. — Paris. 1776. 1789
33Unbedeutender Geigenmacher, von dem nur wenig vorkommt. Er wohnte zuerst Place Maubert und von 1788—89 in der Rue du Petit-Pont No. 9. Er ist wahrscheinlich der Sohn der Witwe Allard, die von 1775 bis 1783 im Adreßbuche aufgeführt wird.
35Allegretti, Massimiliano, genannt Monferrino. — Soliera (Modena). 1873. 1883
36Besserer Geigenmacher, der bei dem modenesischen Ebenisten Alessandro Lusvardi gearbeitet hat und dieser Tätigkeit eine große Handgeschicklichkeit verdankt, die ihm namentlich bei Wiederherstellungen sehr zustatten kam.
38Allen, Noah
39Wenig bekannter amerikanischer Geigenbauer aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts.
41Alletsee (Allet sche, Aletzie, Alleci), Paul. — München. 1698, † 1738 (?)
42Zweifellos einer der besten Lauten- und Geigenmacher Bayerns. Er dürfte aus der Gegend von Füssen oder Vils stammen. In Pfronten im bayrischen Allgäu ist noch heute eine Familie Alletsee ansässig. Auf einer nach hinten zu abfallenden Terrasse des Gebirgskammes, der sich vom Lech bei Füssen bis gegen Pfronten der Grenze entlang hinzieht, liegt 865 m hoch und genau 1 km Luftlinie nördlich von Vils (auf der bayrischen Seite) der Alatsee (oder Aletsee, wie er auf den älteren Karten eingetragen ist). Von diesem See dürfte der Name Alletsee wahrscheinlicher abzuleiten sein als von den Aletschgletschern. Paul A. wurde öfter der italienischen Schule zugezählt, doch hat er nur sehr wenig Italienisches an sich; in seiner Arbeit überwiegt der deutsche Stil. Seine ältesten, mir bekannt gewordenen Geigen tragen die Jahreszahl 1698, die jüngsten gehen nicht über 1735 hinaus. Als Ursprungsort gibt er stets München an, nur in einer Viola d’amore, die L. van Waefelghen in Paris besaß, liest man »Venetia 1720«. Die Jahreszahl dürfte mindestens falsch gelesen sein, denn in der Sammlung Snoeck befand sich eine Tenor-Viola d’amore aus dem gleichen Jahre, die wieder München angibt. Es könnte aber immerhin ein vorübergehender Aufenthalt in Venedig angenommen werden. Sein Todesjahr ist nicht zu ermitteln, doch kommt in den Münchener Hofzahlamtsakten usw. von 1747 an und noch 1761 seine Witwe Maria Anna Alletseein, die als »Hoflautenmacherin« bezeichnet wird, vor. Er dürfte 1738 gestorben sein, da in diesem Jahre sein Schwiegersohn Johann Andreas Kämlb sein Nachfolger wird.
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