Scan 184
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
51 lines. Read by computer on 27 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 180. See the scan on archive.org.
1Grévy, François. — Paris. Um 1870
2Wahrscheinlich nur ein Händler; seine Geigen sehen wie Mirecourter Fabrikate aus, einzelne, offenbar für Ausstellungen angefertigte Violinen ausgenommen, die reich mit Farbholzornamenten eingelegt sind, aber wenig Tonschönheit besitzen.
3Geigenzettel: François Grévy / Paris (gedruckt).
5Grienberger (Grünberger), Joseph. — Urfahr-Linz a. D. Geb. um 1800, † um 1865
6Er hatte in Urfahr Nr. 195 eine Werkstatt und war recht geschickt. Er ahmte das Stradivariomodell nach und verwandte einen dunkelbraunen Lack. Holz und Arbeit sind gut, ebenso der Klang.
7Geigenzettel: Josephus Grienberger fecit / Urfahr—Linz anno 1842 (gedruckt).
9Grieser, Martin. — Dresden. 1790
10Vielleicht aus Füssen stammend, wie Mathias Griesser, dessen Sohn er jedoch nicht gewesen sein dürfte, da dieser dem Anscheine nach kinderlos geblieben ist. Ein Lautenmacher des 18. Jahrhunderts, der auch Gitarren und Geigen gebaut hat, hauptsächlich aber als Reparateur beschäftigt war.
12Griesser, Mathias. — Innsbruck. Geb. in Füssen nach 1700, † am 3. März 1784
13Ein geschickter Meister, der wohl in Füssen gelernt hat und 1726 bereits in Innsbruck ansässig war, wo er (nach Dr. F. Waldners Forschungen) am 20. August Anna Moreller von Imst heiratete. Sein Modell war zwar nicht besonders schön, Ton und Lack seiner Geigen sind aber meistens recht gut. Das Instrumentenmuseum des Liceo filarmonico in Bologna besitzt eine interessante Viola d’amore von ihm. Im Ferdinandeum in Innsbruck befindet sich eine Gitarrelaute vom Jahre 1747, auch das Stift in Hall besaß von ihm eine Violine, die in dem bei Aufhebung des Stifts (1783) angelegten Inventar (Cod. 31 des Statthalterarchivs in Innsbruck) auf 54 Kronen bewertet wurde. (Ferd. Zeitschr. 1885, S. 275). Eine gute Viola von 1727 stellte W. E. Hill im Jahre 1904 in der Londoner Music Loan Exhibition aus, wobei er irrtümlich den Vornamen Martin angab.
14Geigenzettel: Mathias Griesser, Lauden und Geigenmacher / in Insprugg ann. 1727 (gedruckt).
16Grilli, Giuseppe. — Arezzo. 1742. 1743
17Seine Geigen verraten keine kunstgeübte Hand. Grillet druckt seinen Zettel von 1743 ab mit dem dort befindlichen Zusatz: Nr. 3.
18Geigenzettel: Josephus Grilli / Aretii 1742 (gedruckt).
20Grillon. — Mirecourt. 1880. 1895
21Tüchtiger Geigenmacher, der jedoch nicht selbständig aufgetreten ist.
23Grimaldi, Carlo. — Messina. 1681
24Er gilt als Schüler von Albani, was seine Arbeiten in gewisser Beziehung zu betätigen scheinen.
26(no line here) one of two readings
27Grimaldi, O., lebt in Catania
29Grimes. — Sherborne. 19. Jahrhundert
30Englischer Geigenmacher von wenig Ruf.
32Grimm, Adam Friedrich. — Klingenthal. 1784
33In den Meisterlisten kommt er 1784 vor. Seine Arbeit ist sehr gewöhnlich. Konzertmeister H. Schatz in Vevey besitzt eine Violine von ihm im echten Vogtländer Stil, ohne Einlage, Boden aus einem Stück. Auch im Ton ziemlich wertlos.
34Geigenzettel: Adam Friedrich Grimm / Violin Macher Klingenthal (geschrieben).
36Grimm, Carl Constantin Louis. — Berlin. Geb. 17. Febr. 1821 in Berlin
37Sohn, Schüler und zum Teil Nachfolger von K. Grimm, da er Teilhaber der Firma mit seinem Schwager Hellmig wurde. Den Geigenbau hat er jedoch in der Folge nicht betrieben; er wurde 1844 als erster Harfenist bei der Königl. Kapelle angestellt und galt als Künstler in seinem Fache.
39Grimm, Heinrich. — Magdeburg. 1630
40Ein Lautenmacher, der auch Monochorde gemacht hat.
42Grimm, Karl. — Berlin. Geb. 1794, † 16. Juni 1855 in Berlin
43Er eröffnete 1825 seine Werkstatt und war jedenfalls einer der allerbesten Berliner Geigenmacher. Er verarbeitete nur das schönste und beste Holz und war sorgfältig in der Ausführung und im Lack. Obwohl er sehr fleißig arbeitete, machte er im Jahr höchstens 30 Geigen. Seine Kopien nach Stradivari sind täuschend ähnlich und das Entzücken der Kenner. Auch seine Harfen waren geschätzt. Ebenso schön sind seine Violoncelli. Er war eine echte Künstlernatur und machte fortwährend interessante Versuche. Er war auch musikalisch gebildet und soll u. a. ein Virtuose auf der Trompete gewesen sein. Im Jahre 1853 erhielt er den Titel eines Königl. Hofinstrumentenmachers. Seine Werkstatt übernahm sein Werkführer und Schwiegersohn C. Hellmig.
45Grimm (Grim), Karl. — Saaz. Geb. in Groß-Tschernitz bei Saaz 1811, † 8. Sept. 1877 in Saaz
46Als Sohn eines Bauern kam er zu einem Musiker, der auch Geigen machte, in die Lehre. Nachdem er eine Zeitlang gewandert hatte, ließ er sich um 1842 in Saaz als Geigenmacher und Musiker nieder, wurde 1846 Bürger und verheiratete sich mit Maria Anna Stein aus Schönhof. Seine Tochter Sidonia wurde Schauspielerin. Seine Geigen sind zwar wenig elegant in der Form, klingen aber manchmal gut.
47Geigenzettel: Karl Grim / in Saatz 1841 (gedruckt). — Karl Grimm / Instrumentenmacher in Saaz. (gedr.).
49Grinager, Lars P. — Brandbo (Hadeland, Norwegen). 1886. 1889
50Erhielt in Paris 1886 eine goldene, in Christiania 1887 eine bronzen Medaille, in Barcelona 1888 eine ehrenvolle Erwähnung für seine Violinen.
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