Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 20

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

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1schung¹). Wenn man auch mehrfach versucht hat, die Arbeiten der beiden Brüder auseinanderzuhalten, so können sie doch nur gemeinsam beurteilt werden. Alles an ihren Geigen verdient Lob, und ihre Arbeit weist in allen Einzelheiten einen sichtbaren Fortschritt gegen ihre Vorgänger auf. Sie führten auch die Aushöhlung der Decke zu beiden Seiten des Steges ein, wodurch der Ton süßer und lieblicher wurde. Violinen von ihnen kommen nicht zu selten vor, Violen besitzen der König von England, W. E. Hill & Sons usw. usw.
2Geigenzettel: Antonius & Hieronymus Fr. Amati / Cremonen. Andreæ fil. F. 1630 (gedruckt) und Abb. 21.
4Amati, Hieronymus (Girolamo) II. — Cremona. Geb. 26. Febr. 1649, † 21. Febr. 1740
5Dritter Sohn von Nicola A., bei dem er bis zum Jahre 1684 arbeitete. Er war seit 1678 mit Angiola Caretoni († 1685) verheiratet und hatte drei Kinder, die früh starben. Man hat sich daran gewöhnt, ihn als den unbedeutendsten Meister der Familie zu betrachten; man tut ihm aber damit sicher unrecht, und erfreulich ist es, daß auch Hill in seinem Buche über Stradivari eine Lanze für ihn bricht. Es gibt Geigen von ihm, die den Namen Amati in allen Ehren tragen. Er scheint unter dem Einflusse seines Mitschülers Stradivari gestanden zu haben und bevorzugte bei seinen ersten Arbeiten ein großes Patron, auch die Ecken machte er öfter Stradivari nach. Die Schnecke bildet er wuchtiger aus als sein Vater, jedoch im Lack steht er ihm nach und erinnert in dieser Beziehung eher an Bergonzi durch die Bevorzugung einer rotbraunen Farbe. So weicht er in manchen Einzelheiten von den Traditionen seiner Familie ab; er scheint dies aber in der Erkenntnis getan zu haben, daß Stradivari seinen Vater überflügelt habe, weshalb er versuchte, es seinem genialeren Mitschüler gleichzutun. Die F-Löcher verraten noch den alten Schwung der Amatischule, wenn sie auch manchmal sorgloser geschnittenen scheinen. Gerade seine F-Löcher aber sind schuld, daß man jede Geige der Amatischule mit abweichenden F-Löchern auf seinen Namen taufte und dabei sehr oft ganz geringwertigen Arbeiten zu einem bedeutenden Namen verhalf. Zettel, auf denen der Taufname Hieronimus statt Hieronymus geschrieben erscheint, sind von vornherein als falsch zu betrachten; ich glaube auch, daß alle Zettel, auf denen der Name seines Vaters nicht angegeben ist, verdächtig sind. Er war lange genug Gehilfe in der väterlichen Werkstatt und hat an Nicolas letzten Arbeiten gewiß einen nicht unbedeutenden Anteil; er wird sich daher sowohl zur Unterscheidung von Girolamo I als auch zu seiner eigenen Empfehlung stets auf seinen berühmten Vater berufen haben.
6Geigenzettel: Hieronymus Amati, figlio / di Niccolo Amati Cremona 17 . . (gedruckt). — Revisto e corretto da me / Girolamo Amati figlio di Niccolo / Amati Cremona 1710 (gedruckt).
8Amati, Nicola. — Cremona. Geb. 3. Dez. 1596, † 12. April 1684
9Sohn und Schüler des talentvollen Girolamo I und Enkel Andreas. Er war seit 1645 mit Lukrezia Pagliari (geb. 1619, † 1703) vermählt. Einer seiner Trauzeugen war sein Schüler Guarneri. Von seinen neun Kindern wurde nur Girolamo II ein Geigenbauer. Nicola Amati war der größte Künstler aus seiner Familie. Bis etwa 1625 arbeitete er ziemlich genau nach dem Modell seines Vaters; häufiger als Violinen scheint er damals Gamben und Violen gemacht zu haben. Auf der Höhe seiner Kunst stehend, findet er allmählich sein eigenes Modell, das er schließlich zu dem sog. »Großen Amati-modell« ausgestaltete. Es war dies die schönste Frucht seines rastlosen Strebens und sichert seinem Namen in der Geschichte des Geigenbaues einen unvergänglichen Ruhm, auch wenn die Werke seiner großen Schüler jetzt vorgezogen werden, weil sie den heutigen Anforderungen besser entsprechen. Er war im Vollbesitz dessen, was man jetzt so gerne das »Geheimnis der Cremoneser« bezeichnet. Seine Arbeit verrät den denkenden Künstler, und es ist sicher, daß er seine wissenschaftlichen Kenntnisse, die er zweifellos besessen hat, nicht nur auf empirischem Wege erwarb. Wölbung und Holzstärke sind besser erdacht und feiner berechnet als bei allen seinen Vorgängern. Der Rand ist schräg abgerundet, die F-Löcher kühn im Schwung, die Schnecke meist klein, aber elegant, das Holz prachtvoll gewählt und der Lack elastisch und feurig, von gelbbrauner bis rotgoldiger Farbe. Er war von bestimmendem Einfluß auf die ganze Cremoneser Schule, und fast alle Meister ersten Ranges vom Beginn des 18. Jahrhunderts waren direkt oder indirekt seine Schüler. Er nahm das Gute der Brescianer sowie aller seiner Vorgänger auf. Die Formen werden bei ihm edler, das Format zierlicher, die überreiche äußerliche Verzierung fällt weg, und dafür wird der Wahl des Holzes und des Lackes besondere Aufmerksamkeit zugeendet. So sind seine Geigen vollendete Kunstwerke; der Ton ist zwar mehr lieblich als groß, entsprach aber vollkommen der Forderung seiner Zeit, und deshalb behaupteten seine Geigen den allerersten Platz bis zum Anfange des 19. Jahrhunderts unbestritten. Er baute Violinen, Violen und Violoncelli; es gibt aber auch einige Bässe von ihm, darunter solche, die seinen Namen und Jahreszahlen von 1580 bis 1586 tragen. Man hat daher angenommen, daß er einen gleichnamigen Oheim gehabt haben müsse. Wahrscheinlich sind es Arbeiten von ihm mit gefälschter Jahreszahl. Von den vielen mir bekannten Geigen von ihm nenne ich die in der Sammlung Th. Hämmerle in Wien sowie die des Direktors Wilh. Kux in Wien von 1673, des Col. T. B. Shaw-Hellier (1646) und des Rev. E. H. Fellowes (1679). Ein Violoncello von 1656 besitzt C. Claudius in Kopenhagen, eines von 1676 die Sammlung Savoye. Ein vor treffliches Violoncello von mittlerer Größe aus dem Jahre 1762 besitzt der Sächs. Kammermusiker Richard Wohlraab in Dresden. — Daß Nic. A. seine eigenen Arbeiten von denen seiner Schüler streng auseinanderhielt, beweisen die Abb. 12 und 22.
10Geigenzettel: Nicolaus Amatus Cremone e / Hieronymi filii fecit. An. 1651 (gedruckt). — Nicolaus Amatus Cremonen. Hieronymi / Fil. ac Antonij Nepos fecit 1677 (gedruckt) und Abb. 12 und 22.
12Amati, D. Nicolaus. — Bologna. 1723. 1737
13Das D. vor seinem Namen auf seinem (bei de Wit veröffentlichten) Zettel läßt eigentlich nur die Deutung

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