Scan 205
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1mundgerechter zu machen, daß er sich Harton statt Hartung schrieb. Baron sagt von ihm: »Michael Hartung Anno 1624 zu Padua. Dieser Hartung hat noch bey dem ganz jüngeren Leonhard Tiefenbrucker, welcher auch gar feine Arbeit gemacht, welche fast mit der Vendelino Tiefenbruckers übereinkommt, zu Venedig gelernet.« — Eine Laute und eine Theorbe von ihm sind im germanischen Museum zu Nürnberg (44).
2Geigenzettel: Padove Michielle (Hart)on (gedruckt). — M†H / In Padova / Michielle Harton 160(2?) (gedr.).
3Harvie, Robert, ein geschickter Dilettant, der 1848 in Berwick-on-Tweed lebte
4Haslwanter, Johann. — München. Geb. 11. Febr. 1824 zu Krinn b. Mittenwald, † 4. Sept. 1884 in München
5Pflegesohn und Schüler von Ignaz Simon. Er begründete 1851 seine noch bestehende Firma und verlegte sich fast ausschließlich auf die Herstellung von Zithern. Eine Mandolinenzither von ihm besitzt W. Heyers Musikhistorisches Museum in Köln. Sein Sohn Johann Otto H. ist sein Nachfolger.
6Hass, Hieronymus Albrecht. — Hamburg. 1743. 1785
7Vater und Sohn J. A. Hass (Hasse). Daß sie auch Lauten u. dgl. gebaut haben, ist wahrscheinlich, doch waren sie nur als Klaviermacher berühmt. Ein im Rokokostil reichverziertes Klavizimbel mit zwei Manualen und vielen Registern besitzt das Kopenhagener musikhistorische Museum.
8Hassert (Hasert), J. C. — Eisenach(?). 1728
9Der Stammvater der Familie. Auf dem Zettel seines Sohnes Johann Georg, der mir vorlag, war sein Wohnort unleserlich. Eine von ihm im Jahre 1728 gebaute Violine führt das 1773 aufgestellte Inventar der damaligen Cöthener Hofkapelle auf. Hier werden die Vornamen J. C. angegeben, leider aber nicht der Wohnort. Diesen nennt jedoch J. Ph. Eisel in seinem 1738 erschienenen Musicus αὐτοδίδακτος, indem er unter den besten Gamben diejenigen »Haserts aus Eisenach« hervorhebt.
10Hassert (Hasert), Johann Christian. — Rudolstadt. Geb. 1. Mai 1759 zu Rudolstadt, † daselbst 3. Mai 1823
11Sohn des Johann Georg Christian H. (»Fürstl. Musical.-Hoff- und Feldtrompeters«). Auch er ward fürstl. Hoftrompeter und war einer der bekanntesten Geigenmacher seiner Zeit. Er ahmte die hohe Wölbung Stainers nach und verarbeitete gutes Holz, doch haben seine Geigen nur einen kleinen, spitzen Ton.
12Hassert (Hasert), Johannes Georg Christian. — Eisenach, Rudolstadt. 1746. 1775
13Er lebte ursprünglich in Eisenach und kam später als Hoftrompeter nach Rudolstadt. Er war ein tüchtiger Meister, der nach italienischen Vorbildern arbeitete. Im Selhofschen Versteigerungsverzeichnis (1759) kommt eine Geige von ihm mit der jedenfalls falsch gelesenen Jahreszahl 1716 (es wird 1746 heißen sollen) vor. Otto hält ihn für einen Bruder von Joh. Christ. H., und nach Ottos Vorgang wird er in vielen Büchern auch jetzt noch dafür ausgegeben. Auf einem leider verletzten geschriebenen Zettel liest man: . . . aserti filius / . . . (unleserlich) / Johann Georgius Hasertius / Rudolstadtensis Anno 1750. Eine Tenorviole von ihm vom Jahre 1753 besitzt C. van Raalte.
14Geigenzettel: Hassert / Eisenach 1772. (gedruckt). — (+ J. H. im Kreis, Johannes Hasert Isenacensis, / Faciebat Anno 1775 (gedruckt).
15Haudek, Carl. — Wien. Geb. in Wien 21. Okt. 1862, † 14. Juli 1919
16Schüler von C. H. Voigt. Als Gehilfe kam er zu Lemböck, wurde Geschäftsführer und 1892 durch Kauf Nachfolger der Firma G. Lemböck. Er besaß mehrere Ausstellungsmedaillen und war Mitglied der Ausstellungskommission für Paris 1900, Kommerzialrat der niederösterreichischen Handels- und Gewerbekammer und seit 1910 auch handelsgerichtlich beeideter Schätzmeister. Von ihm sind einige sehr gute Geigen und Violoncelli bekannt, auch war er ein vielbeschäftigter Reparateur.
17Geigenzettel: Abb. 331.
18Haughton, C., australischer Gitarren- und Banjomacher, der 1888 in Melbourne (Carlton) lebte
19Hauser, Antoni. — Reutte a. Lech. Geb. 1726, † 5. März 1806 in Reutte (nach Dr. Waldner)
20Zur Vilser Schule gehörig. Ein kleines Violoncello von ihm besitzt das Ferdinandeum in Innsbruck.
21Geigenzettel: Antoni Hauser Lauten- / macher i. Reuti. A. 1794. (geschrieben).
22Hausleib (Hauslieb). Lorenz. — Nürnberg. 1598
23Er war Bürger von Nürnberg und wurde vom Kurfürsten Friedrich IV. von der Pfalz laut einer Urkunde vom 3. Juli 1598 in Dienst als Instrumentenmacher und Stimmer genommen. Er mußte nach Erfordern, mindestens aber zweimal jährlich, im kurfürstlichen Hoflager erscheinen, um alle Instrumente — auch die Orgeln — instand zu setzen, wofür er 50 fl. Gehalt bezog. Seine Bestallung ist eingetragen im Pfälzer Kopialbuch 860 (Großherzogl. Bad. Geh. Landesarchiv).
24Hauszer, Gustav. — Budapest, Zombor, Nagyvárad (Großwardein). 1888
25Ein Blasinstrumentenmacher, der sich auch hier und da mit Geigen beschäftigt.
26Haut, Gottfried. — Lodz. 1840
27Seiner Arbeit nach ein Dilettant ohne Fähigkeiten. Statt der Einlagen malte er grobe Linien an den Rand, die Schnecken schnitzte er flach und sehr unsauber.
28Geigenzettel: Gottfr. Haut / Lodz 1840 (geschrieben),
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