Scan 209
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Hegner, Franz. — Krems. Geb. 1818 (wahrscheinlich in Sandau), † um 1865
2Ältester Sohn und Schüler von Franz Jos. Hegner. Nach dem frühzeitigen Tode seines Vaters setzte er mit der Mutter zunächst das väterliche Geschäft fort und machte sich im Jahre 1845 selbständig, indem er beim Bürgermeisteramt die Ausübung der freien Beschäftigung der Geigenmacherei anmeldete. Er scheint eifrig auf die Brautschau ausgegangen zu sein, es sind zwei Gesuche von 1845 erhalten, in denen er um die Ehebewilligung einkommt, jedesmal mit einer anderen Braut, aber keine von beiden hat er wirklich geheiratet, sondern erst 1853 die Anna Maria Alpers aus Stein, die freilich schon 1856 starb. Er wohnte Haus Nr. 84 und kam seinem Vater in keiner Beziehung gleich. Seine wenigen Geigen sind formlos und handwerksmäßig gearbeitet. Er war hauptsächlich Reparateur.
4Hegner (Hägner), Franz Josef. — Sandau, Krems. Geb. um 1797 in Sandau (Böhmen), † 27. Juni 1837 in Krems
5Er muß frühzeitig nach Krems gekommen sein, da Geigen mit seinem Zettel schon 1824 aus dieser Stadt datiert vorhanden sind. In den Akten des Gemeindearchivs ist er allerdings erst seit 1828 nachweisbar, in welchem Jahre er sich beim Kreisamte beschwerte, daß ihm von den Städten Krems und Stein die Befugnis zur Ausübung des Saitenmachergewerbes verweigert wurde. Von da an wird er in den Matrikeln stets als »Saitenmacher« bezeichnet1), obwohl er hauptsächlich Geigenmacher war. In den damaligen Zunftverhältnissen wird die Ursache dafür zu suchen sein, daß er sich nicht in seinem eigentlichen Berufe anmeldete. Er war mit Marie Josefa Fischer aus Sandau verheiratet und brachte es trotz seiner Geschicklichkeit sein Leben lang zu keinem Wohlstand. Schon in Sandau hatte er mit Schwierigkeiten zu kämpfen, so daß diese Stadt noch im Jahre 1830 alte Erwerbssteuerrückstände bei ihm eintreiben ließ. Erst 42 Jahre alt starb er an Lungenenschwindsucht. Seine Geigen sind gut gearbeitet und erinnern manchmal an die Art Kuliks, doch der Lack läßt zu wünschen übrig. Er wohnte Haus Nr. 190. Von seinen Söhnen wurde nur einer Geigenmacher, ein anderer studierte.
6Geigenzettel: Franz Hegner, me fecit / Cremsii 1824. (gedruckt).
8Heidegger, Eduard. — Passau, Linz a. D. Geb. 1851
9Schüler seines Stiefvaters Johann Hornsteiner in Passau, ging dann zu Neuner nach Mittenwald und besuchte die dortige Geigenmacherschule unter Kofler, arbeitete als Gehilfe in Wien und Pest und machte sich zuerst mit seinem Bruder Georg II H. in Passau selbständig. Anfangs 1873 ließ er sich in Linz nieder, wo er eine Saiteninstrumentenfabrik und Saitenmacherei begründete. Er verlegte sich hauptsächlich auf das Zithermachen und besitzt dafür etwa 37 Ausstellungsmedaillen.
111) Nur im Verehelichungsschein seines Sohnes heißt er »gewesener Instrumentenmacher«.
13Heidegger, Georg I. — Passau. Geb. 22. Juli 1815, † 16. März 1859
14Der Vater von Eduard und Albert Heidegger. Er lernte in Adorf und begründete in seiner Vaterstadt seine Werkstatt als Zithermacher. Nach seinem Tode setzte die Witwe das Geschäft fort, das auf die Söhne Albert († 1879) und Georg II († 1889) überging, nachdem sie Johann Hornsteiner geheiratet hatte. Einer gewissen Beliebtheit erfreute sich der von Heidegger nach Prof. A. Schmids Angaben gebaute Resonanztisch für die Elegiezither mit drei Böden und mitschwingenden Saiten, der »Aliquodium« genannt wurde. Eine Schlagzither von ihm bewahrt W. Heyers musikhistorisches Museum in Köln.
15Geigenzettel: Georg Heidegger / Musik-Instrumentenmacher in Passau / Repar. 1857 (gedruckt).
17Heil, Johann, lebt in Crefeld und hat das Geigenmachen hauptsächlich durch eigenes Studium erlernt
19Heim, Michael. — Wien. 1696. 1713
20Geigen und Lauten von ihm kommen nicht gerade selten vor, trotzdem fand sich nichts Urkundliches über ihn. Er dürfte jedoch, wie so viele Wiener Lautenmacher, seinen Ausgang aus Füssen genommen haben, wo der Name Heim mehrfach vorkommt. Seine Arbeit ist gut, wenn auch ohne besondere Vorzüge.
22Heims hieß ein um 1830—1840 in Amsterdam ansässiger Geigenmacher
23Sein Taufname dürfte Joseph gewesen sein. Er war nicht ungeschickt und galt als guter Lehrmeister.
25Hein, Martin. — Székesfehérvár (Stuhlweißenburg), Ungarn. Geb. 17. Nov. 1870 in Nagy Maros
26Schüler von Schunda in Budapest von 1886—1890, arbeitete dann als Gehilfe bei Haudek und Theodor Gutermann in Wien und bei Aug. Setzer und erhielt als Gehilfe auf der Millenniumsausstellung in Budapest einen zweiten Preis. Im Jahre 1901 machte er sich in Stuhlweißenburg selbständig. Er macht außer Geigen auch Czimbale und handelt mit allen Musikinstrumenten, auch besitzt er mehrere Ausstellungsmedaillen.
27Geigenzettel: Javitotta Hein Márton / Mü hegedü készítő / Székesfehérvár. (geschrieben). — Javitotta Hein Márton / hangszer készítő Székesfehérvárott 19 . . (gedruckt).
29Heinel. — Markneukirchen
30Als Geigenmacher sind tätig:
32Heinel, Friedrich Ludwig. — Geb. 19. Jan. 1873
34Heinel, Oskar Bernhard. — Markneukirchen. Geb. 7. Juli 1871 (nicht 1874)
35Schüler von Hans Jaeger in Markneukirchen, arbeitete von 1888—1891 in Dresden und Hamburg als Gehilfe,
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