Scan 212
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1wendete einen gelbbraunen Lack und arbeitete sehr sauber. Besondere Sorgfalt legte er auf die äußere Ausstattung seiner Fiedeln; Griffbrett und Saitenhalter sind oft mit gravierten Beineinlagen versehen, der Rand mit Ebenholz und Perlmutter verziert und Decke, Boden und Zargen mit schwarz aufgezeichneten, teilweise vergoldeten Ornamenten geschmückt. Der für 8 Wirbel eingerichtete Wirbelkasten trägt gewöhnlich ein vergoldetes Löwenköpfchen mit Krone.
2Geigenzettel: Giordt af / Erick Jonßen Helland / Ao 1857 (geschrieben).
4Helland, Gunnar Olavson. — Bó. Geb. in Haugen, Bó 1852
5Schüler von Knut Erikson Helland in Bó, bei dem er vier Jahre lang gelernt hat. 1871 übernahm er nach dem Tode seines Schwagers das Geschäft seines Schwiegervaters Erik Jonson Helland. Einer der besten Verfertiger der sogenannten Hardanger- oder hier richtiger Telemarksviolinen mit vier Ober- und vier Untersaiten (ähnlich der Viola d’amore). Er arbeitete nach eigenem Modell, an dem besonders die geschnitzten Schalllöcher und das mit Perlmutter fein ausgelegte Griffbrett auffallen. Seine auf Ausstellungen viel bewunderten Arbeiten sind mehrfach durch Medaillen ausgezeichnet worden. Als Lack wendet er gewöhnliche Politur an. Auf der ursprünglichen Grundlage der Hardangergeigen brachte er manche wertvolle Verbesserungen an.
6Geigenzettel: Gunnar Helland / Violinmager / Bó i Telemarken (gedruckt, mit Datum und Ausstellungsmedaillen).
8Helland, Knut Erikson. — Bó. Geb. 1851, † 1872
9Schüler seines Vaters Erik J. Helland, dessen Geschäft er 1868 übernahm. Ein zu Hoffnungen berechtigender Geigenmacher, der durch vorzeitigen Tod nicht zur vollen Ausreifung gekommen ist. Auch er machte hauptsächlich schöne, reichverzierte Hardangerviolinen.
10Geigenzettel: Fabrikért af Knudt Erikson Helland / 1870 (gedruckt).
12Helldobler, Georg und Ferdinand. — München 1850
13Außer Harfen sollen die beiden, Vater und Sohn, auch Zithern und Gitarren gemacht haben. Eine Harfe von ihnen im Städtischen Museum zu Braunschweig trägt den Zettel: Gg. Helldobler pater et / Ferdinandus filius .. / Monachii 1850 (gedruckt).
15Hellebaut, Jean I. — ? 1504
16Sohn von Adrian H.; und Jean II, Enkel von Adrian H. Zwei Brabanter Meister, deren Namen urkundlich vorkommen, über die aber nichts Näheres bekannt ist. (Vgl. Archives des Arts in Brüssel.)
18Heller, Ambrosius. — Füssen? Stuttgart? 1618. 1628
19Nur als Verfertiger eines Klavichords bekannt, das 1626 bei der Stuttgarter Hofkapelle in Gebrauch war.
20Vor 1628 wird er auch als Orgelbauer bezeichnet. Da diese zu seiner Zeit gewöhnlich auch Lauten bauten, sei er hier erwähnt.
22Heller, Dr. Arnold. — Wien. 1910. 1921
23Ein Arzt und tüchtiger Geiger, der, angeregt durch eine Schrift über das »Geheimnis des Stradivari« eifrige Studien über den Geigenbau betrieb und dann begann, selbst Geigen zu bauen, und zwar »nach mathematisch genauen Modellen«. Beim nachträglichen Vergleich mit dem Stradivariomodell stellte er fest, daß dieses mit dem seinen übereinstimmte, d. h. daß auch Stradivari ein mathematisch absolut korrektes Modell, aufgebaut nach dem musikalischen Intervall der großen Terz, also auf der Basis des Verhältnisses von 4 : 5 des größten Durchmessers des Oberteils zum größten Durchmesser des Unterteils unter Zugrundelegung einer Körpermensur von 19,5 cm, konstruiert habe. Er ist überzeugt, daß nach seinem Verfahren Geigen gebaut werden können, die im Ton den besten alten Meistern ebenbürtig sind, und daß gut gebaute, aber tonlose Geigen in wohlklingende zu verwandeln sind.
25Heller, Jerg. — Füssen. 1634
26Vielleicht verschrieben für Helmer (Hellmer). Er wurde am 3. Dezember 1634 als Meister in die Lautenmacherzunft aufgenommen.
28Hellman, Jakob. — Engelholm. 1750. 1772
29Wahrscheinlich Schüler und seit 1750 Schwiegersohn von Sören Mohte, in dessen Haus er sich 1751 selbständig machte. Frau Hilda Eklund in Stockholm besitzt ein Violoncello von ihm mit einem etwas unbeholfen geschnitzten Drachenkopf am Wirbelkasten.
30Geigenzettel: Engelholm: Anno 1765 / Jacob Hellman (geschrieben).
32Hellmann, Joh. M. s. Helmer
34Hellmer, Johann Georg. — Prag. Geb. 1687 in Füssen? — nach Homolka in Waltenhofen (Ob.-Bayern) —, † 27. Jan. 1770 in Prag
35Er kam in jungen Jahren nach Prag, wo er ein Schüler von Thomas Edlinger wurde und es ebenfalls, wie sein Lehrer, zu Wohlstand brachte. Er erlangte 1724 das Bürgerrecht auf der Kleinseite und hatte ein eigenes Haus in der Neuhofgasse Nr. 458 (Novodvorská ul.). Er war zweimal verheiratet, in zweiter Ehe mit Maria Barbara Schmid, die er am 1. Juli 1738 geheiratet hat. Er arbeitete sowohl nach einem eigenen, schönen, hochgewölbten Modell als auch nach Klotz u. a. und kommt seinem Mitschüler J. U. Eberle sehr nahe. Seine Arbeit ist ungemein sauber nach der Form, das Holz meist vortrefflich und der Ton weich, edel und doch stark. Er verwendete einen rotbraunen Öllack mit gelbem Grundlack. Seine Instrumente hatten — wie die aller älteren Meister — einen zu schwachen Baßbalken. Da diesem Fehler von einem Reparateur leicht abgeholfen werden kann, klingen seine Geigen, gerade auf der G-Saite, unübertrefflich. Es ist bekannt, daß Beethoven eine von ihm gemachte Geige aus dem Jahre 1737 besaß. Eine 1755 von ihm reparierte Theorbe befindet sich in der Sammlung alter Musikinstrumente
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- Helland, Gunnar Olavson
- Helland, Knut Erikson
- Heller, Dr. Arnold
- Hellman, Jakob
- Hellmer, Johann Georg
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