Scan 290
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Lavalle, Augustin. — Montreal. Geb. 1816 in Vercheres, † um 1903
2Er galt als der erste Geigenmacher von Beruf, der sich in Kanada hervorgetan hat. Er arbeitete über ein halbes Jahrhundert in Montreal und erst das hohe Alter zwang ihn, den Werktisch zu verlassen. Seine Geigen wurden in Kanada sehr geschätzt, doch hatte er auch in Europa, vornehmlich in Frankreich, treue Abnehmer.
4Lavalois. — Paris. 1752
5Nur als Verfertiger von Radleiern bekannt.
7Lavazza, Antonio Maria. — Mailand. 1703. 1708
8Seine Arbeit ist recht gut, ebenso der dicke, rötliche Lack. In der Wölbung erinnern seine Geigen, die übrigens nur selten vorkommen, an das Stradivari-modell. — Lacasso für Lavazza zu lesen, ist falsch. — Er soll übrigens nach unbestätigten Angaben schon 1674 und noch 1732 vorkommen, was eine ungewöhnlich lange Lebensdauer zur Voraussetzung hätte.
9Geigenzettel: Antonio Maria Lavazza fece in / Milano, habita in contrada / Largha 1703 (gedruckt).
11Lavazza, Santino. — Mailand. 1718(?). 1780(?)
12Wahrscheinlich ein Sohn von Ant. M. L.. Violinen mit seinem Namen und der Jahreszahl 1780 kommen vor; 1718 scheint nur durch Nachmalen der verblichenen Ziffer 1778 entstanden zu sein, wenn man nicht annehmen will, daß es zwei gleichnamige Meister gegeben hat. Dafür spricht eine Geige von 1634 auf dem Chore zu St. Veit in Prag.
13Geigenzettel: Abb. 481.
15Lavezzani, Antonio. — Bergamo. 19. Jahrhundert
16Man findet diesen Namen öfter auf Reparaturzetteln in neueren, wenig wertvollen Violinen.
17Geigenzettel: Antonio Lavezzani / riparo nell anno. . . . Bergamo via XX settembre 29—33. (geschrieben).
19Lavinville. — Paris. 1777
20Nur als Lauten- und Mandolinenmacher bekannt, als solcher Lieferant des Herzogs von Chartres.
22Lazzaretti, Francesco, eröffnete 1852 seine noch bestehende Geigenmacherwerkstatt in Vicenza
24Le Blanc, Charles1). — Mirecourt. 1764. 1820
25Vielleicht ein Sohn von Jean Claude I Leblanc. Kein hervorragender Meister, aber sauber in seiner Arbeit. Er ahmte das Stradivari-modell im allgemeinen nach und hatte dunkelroten oder braunen Lack. Der Ton seiner Geigen ist hell und scharf. Er führte die Brandmarke: Le Blanc / Paris.
271) Urgroßvater (mütterl.) von Blanchard in Lyon.
29Leblanc, Claude. — Mirecourt. Geb. 1759, † 1843
30Seine Arbeiten zeigen den damals gewöhnlichen Mirecourter Stil; das Holz ist leidlich gut, der Lack dünn und braun. Sein gleichnamiger Sohn Claude Leblanc fils wird 1786 und 1789 erwähnt. Ein älterer Claude Leblanc erscheint als Vater eines 1765 geborenen Henri Bonaventura L.
32Le Blanc, Jean-Claude I. — Mirecourt. 1760. 1789
33Als Geigenmacher bezeichnet. Ein anderer Jean-Claude (II) † am 30. April 1788.
35Le Blond, G. — Dünkichen. 1777. 1789
36Seine Geigen sind nicht ohne eine gewisse Originalität; Boden und Decke springen nicht vor, das Holz ist gut und der Lack von gelber Farbe; auch seine Lauten und Gitarren sind interessant, besonders seine »Guitarres anglaises« (Cistres), die zu seiner Zeit sehr beliebt waren. Eine Viola von ihm besitzt die Sammlung Snoeck (Nr. 467, jetzt in Berlin) neben zwei französischen Gitarren, eine ebensolche Gitarre von birnförmigem Zuschnitt das Museum des Brüsseler Konzervatoriums (Nr. 256), drei Cistres und eine Archicistre W. Heyers Musikhistorisches Museum in Köln.
37Geigenzettel: Leblond / Dunkerque. — Fait par G. Le Blond / à Dunkerque 1789.
39Le Boussu s. Boussu
41Lebreton, Guillaume. — Caen, Rouen. 1824
42Geboren in Caen. Bildete sich ohne Lehrer zu einem geschickten Geigenmacher aus. Nach Rouen übersiedelt, arbeitete er mit Eder & Gaguin zusammen und machte verschiedene interessante Versuche. Seine Arbeit läßt freilich manchmal erkennen, daß er keine regelrechte Schule durchgemacht hat.
44Le Breton, vgl. auch Breton
46Le Bronn (Brion, Biorn). — Amsterdam. 1723
47Der Name auf dem geschriebenen Zettel ist schwer leserlich. Hochgewölbtes Modell ohne Einlagen, sonst aber brave Arbeit und guter, an Amati erinnernder Lack.
49Le Camus, Pierre. — Lyon. 1573. 1575
50Er wird als »faiseur de luths« und als »Fremder« bezeichnet, ohne daß sein Vaterland näher angegeben wird. (Vgl. Coutagne’s Duiffop.)
52Lecavallé, François Xavier. — Mirecourt. 1815. 1854
53Guter Mirecourter Meister aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Eine Arbeit von ihm besaß C. C. Snoeck.
54Geigenzettel: Fois X. Lecavallé. (gedruckt).
56Lecavallé (Lecavellé), Victor. — Béziers (Dép. Hérault). Geb. 14. Mai 1836 zu Mirecourt
57Er lernte fünf Jahre bei seinem Vater Fr. X. L., arbeitete dann von 1854 bis 1856 bei Bernardel und den
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