Scan 308
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1das väterliche Gewerbe erlernen. Erst nachdem er seine Gesellenprüfung mit der Note »sehr gut« bestanden hatte, durfte er nach Markneukirchen gehen, um dort den Geigenbau regelrecht zu erlernen. Angeborene Geschicklichkeit und eiserner Fleiß halfen ihm die Lehrzeit abzukürzen, dann kam er zu Ernst Th. Keßler, bei dem er zwei Jahre lang als Gehilfe arbeitete und seine Ausbildung vollendete, und den er nur verließ, weil er seiner Militärpflicht genügen mußte. Im Jahre 1895 machte er sich in Saarbrücken selbständig, und es gelang ihm bald, sich Anerkennung zu verdienen. Er baut sowohl nach einem eigenen, parabolisch konstruierten Modell von großem Format, als auch nach Stradivari und Guarneri und verwendet einen schönen Öllack. Ton und Ansprache seiner Geigen werden sehr gelobt. In Geigen nach seinem eigenen Modell (bei denen der Balken und die Bereifung sichtbar sind), findet sich ein Zettel mit dem gedruckten Namen in einer Umrahmung und der eigenhändigen Unterschrift: F. C. Louis, Saarbrücken / 1911 (gedruckt). In Geigen nach anderen Modellen: F. C. Louis / Geigenbaumeister / Saarbrücken anno 1911 (gedruckt).
3Louis, Joseph. — Genf, Basel, Mülhausen, Besançon. 1813. 1841
4Hart sagt, daß er Stradivari mäßig gut nachahmte; er ist mir nur als Reparateur bekannt. Auch Valdrighi führt ihn (Nr. 4286) ohne jede weitere Angabe an. Nach 1810 soll er von Genf nach Basel gekommen sein, vor 1818 war er in Mülhausen und ging von da nach Besançon. A. Jacquot kennt Reparaturzettel von ihm bis 1841. Vielleicht ist er mit jenem Louis, der in Toulouse ansässig war, identisch. Auch dieser scheint sich nur mit Wiederherstellungsarbeiten beschäftigt zu haben.
5Geigenzettel: Reparé par Jh. Louis / Luthier à Bale 1813 (gedruckt). — Reparé par Louis luthier / de l'école italienne à Toulouse (gedruckt).
7Louvet, Jean I. — Paris. 1691. 1747
8Wenig bekannt; er wird gewöhnlich mit seinem gleichnamigen Sohn verwechselt. Er wohnte 1733 Rue Grenier St. Lazare.
10Louvet, Jean II (»Louvet le jeune«). — Paris. 1750. 1789
11Sohn von Jean I L. und wahrscheinlich Bruder von Pierre; angesehener Lautenmacher, der bereits 1759 geschworener Zunftmeister war. Er wohnte stets in der Rue de la Croix-des-Petits-Champs. Besonders geschätzt waren seine Radleier, Sackpfeifen und Harfen. Als Geigenmacher war er weniger bedeutend. Seine Violen und Violinen sind meist von gewöhnlicher Arbeit und haben braunen Lack. Je eine Radleier von ihm befindet sich im Pariser Konservatorium und in der staatl. Sammlung alter Musikinstrumente in Berlin (Nr. 1004); ferner ein Alto aus der Sammlung Snoeck (Nr. 572).
12Geigenzettel: Louvet à la vielle / Royale Rue Croix des petits / champs à coté de la porte / Saint Honoré à Paris. 1755 (gedruckt) und Abb. 472.
14Louvet, Nicolas. — Mirecourt. 1770
15Ein Geigenmacher, den A. Jacquot, der in Mirecourt auch einen Didier Louvet aufgefunden hat, erwähnt. Didier Louvet ließ schon 1605 einen Sohn Pierre taufen, doch fehlt eine Berufsangabe.
17Louvet, Pierre. — Paris. 1739. 1783
18Er wohnte nacheinander in der Rue Montmartre, Rue Pastourelle und zuletzt in der Rue Saint-Martin. Er machte gute Violen, Gitarren, Harfen und Leiern¹), ohne gerade Hervorragendes zu leisten. Schon 1742 war er geschworener Zunftmeister. Eine Leier von ihm ist im Museum zu Gothenburg und eine ebensolche im Museum des Pariser Konservatoriums. Seine Leiern sind oft zierlich in der Form und mit ansprechenden Malereien versehen.
19Geigenzettel: Abb. 497.
21Louvet & Bing. — Paris-Grenelle
22Geigenfabriksfirma aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts.
24Loveri, Carlo und Sohn. — Neapel. 1881. 1898
25Mandolinen- und Geigenmacher aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts.
27»Lowendall Star Works«. — Berlin
28Im Jahre 1866 in Berlin begründetes Geschäft unternehmen des Kaufmanns L. Löwenthal (geb. 5. Dez. 1840 zu Königsberg i. Pr.), dem auch der Sohn des Besitzers als Teilhaber angehörte. Er arbeitet hauptsächlich für den überseeischen Export und hat in 45 Jahren fast 11000 Violinen verkauft, doch beschäftigte er bereits eine Reihe hervorragend tüchtiger Gehilfen, so daß aus seiner Werkstatt auch Instrumente von wirklichem Kunstwerte hervorgegangen sind. Nur in solchen findet sich ein Zettel mit dem Namen Lowendall (den er in Amerika angenommen hat). Er hat einen Stimm balken erfunden, den er in einer kleinen Schrift unter dem Titel: »Fachmännische Erläuterungen über den von mir erfundenen Resonator-Violin-Stimmbalken für Streichinstrumente« (Berlin 1900, Selbstverlag, 17 S. in 8°) näher beschreibt. Sein Geschäft erhielt viele Ausstellungsmedaillen.
29Geigenzettel: Louis Lowendall / fecit Berlin. Anno 18.. (gedruckt). — Louis Lowendall / fecit Berlin. Anno 1910 (gedruckt).
31Lubino. — Lugano. Um 1750
32Grillet sagt von seiner Arbeit: »Style crémonais«. Ich habe nichts von ihm kennengelernt.
34Lubocki, Richard. — Leipzig. Dortmund.
35Geb. 16. Aug. 1874 in Riga
36Ursprünglich Musiker. Seit seinem zwölften Lebensjahr lernte er Geigen- und Violoncellospielen, besuchte später das Konservatorium in Warschau und wurde schließlich Posaunist. Schon als Kind interessierte er sich für den Geigenbau, und sein sehnsüchtiger Wunsch war es von jeher, darin unterrichtet zu werden. Als er
38¹) Die er um einen Ton in der Höhe bereicherte.
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