Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 311

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

45 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 307. See the scan on archive.org.

1Lupot, Jean-François. — Mirecourt. Geb. 25. Juli 1684 in Mirecourt, † daselbst 1. März 1749
2Ältester Sohn von Jean L. und der Lucy Henry. Er hatte zwar das Geigen- und Lautenmachen erlernt, wurde jedoch ein ausgezeichneter Holzbildhauer und soll als solcher sehr schöne Köpfchen und Ornamente an den Wirbelkästen geschnitzt haben.
4Lupot, Nicolas. — Orléans, Paris. Geb. in Stuttgart 4. Dez. 1758, † 14. Aug. 1824
5Sohn und Schüler von François Lupot, mit dem er als 11jähriger Knabe nach Orléans kam. Seine ältesten Arbeiten sind aus Orléans 1776 datiert. Um 1794 kam er nach Paris und wurde zunächst von Pique beschäftigt. Es ist zweifellos, daß sein Verkehr mit diesem Meister sehr förderlich für ihn war; bei seiner genialen Veranlagung machte er sehr rasche Fortschritte und konnte im Jahre 1798 in der Rue de Grammont seine eigene Werkstatt eröffnen, die er 1806 nach der Rue Croix-des-Petits-Champs verlegte. Er ist unbestritten der größte Meister der französischen Schule, und wenn man ihn den »französischen Stradivari« nennt, so hat dies seine volle Berechtigung. Er war ein gründlicher Kenner der Italiener — auf seinen Mitteilungen fußend schrieb Abbé Sibire seine »Chélonomie« — und des von ihm über alles geschätzten Stradivari. N. Lupot arbeitete nach Stradivari, ohne ihn sklavisch zu kopieren; namentlich unterscheiden sich seine F-Löcher von seinem Vorbild. Seine Arbeit ist in jeder Beziehung mustergültig und von so klassischer Vollendung, daß sie nicht übertrffen werden kann. Sein Lack, den zwar G. Hart als den besten aus der nachitalienischen Periode bezeichnet, ist freilich nicht so schön wie der der besten Cremoneser. Er trug ihn auch oft zu dick auf, was wohl den Ton seiner Geigen nicht beeinträchtigt, aber weniger bestechend aussieht, zumal dieser Lack im Alter leicht rissig wird. Zu den Einlagen nahm er wiederholt Fischbein. Lupot galt schon bei Lebzeiten als ein großer Meister; seine Geigen wurden den besten Schülern des Konservatoriums als Preise gegeben; 1815 wurde er zum Geigenmacher der königlichen Kapelle und 1816 zum Lieferanten der k. Musikschule ernannt. Er erhielt für seine Violinen durchschnittlich 300 Frs.; schon in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurden sie mit 1000 Frs. und 1900 oft schon mit 4000 bis 5000 Frs. bezahlt. In Deutschland wurde er hauptsächlich durch Spohr berühmt, der, seit er eine Geige von Lupot erworben, ausschließlich auf dieser spielte1). Lupots Nachfolger war sein Schüler Chr. Fr. Gand, der auch die Adoptivtochter Lupots geheiratet hat. — Nicolas Lupot gebrauchte verschiedene Zettel und hat gelegentlich auch seinen Namen in der Decke eingebrannt. Arbeiten von ihm kommen häufig vor, sind aber meistens in festen Händen. Ein im Jahre 1818 gebautes Violoncello besitzt das Brüsseler Streichquartett.
6Geigenzettel: Nicolaus Lupot filius / fecit in Aurelianensis anno 1776 (gedruckt) und Abb. 461, 468, 485, 490. Brandmarke: Nr. 67.
71) Diese Geige kam später an Konzertmeister Mathäi in Leipzig und von diesem an Konzertmeister Ulrich.
9Lupp, Franc. Antonio. — Mailand. 1716
10Ich fand den Namen nur im Selhofischen Auktionskatalog (Haag, 1759), wo eine Geige von ihm erwähnt wird. Vgl. auch Lupo.
12Luppi, Giovanni. — Mantua
13Unbedeutender italienischer Geigenmacher des 19. Jahrhunderts.
15Lustkandl. — Schönbach b. E.
16Als Geigenmacher kommen vor:
18Lustkandl, Johann. — † vor 1898
19Lustkandl, Josef I, war 1826 schon Meister
20Lustkandl, Josef II, ist noch tätig
21Lustkandl. — St. Petersburg. Geb. in Schönbach 1838, † das. 1909
22Er kam als Geselle nach Rußland, machte sich in St. Petersburg selbständig und stellte noch 1881 in Moskau Violinen und Violoncelli aus, die gelobt wurden.
24Luthaud. — Saint-Laurent-les-Mâcon (Ain).
251845. 1875
26Er machte nur sog. Bauernleier im Stile Louvets. Im Anfang unseres Jahrhunderts verkaufte er sein Geschäft, kehrte in seine Vaterstadt zurück, wo er bis zu seinem Tode als Privatmann wohnte.
28Lutz. — Schönbach b. E.
29Aus dieser Familie gingen als Geigenmacher hervor und blieben in Schönbach:
31Lutz, Anton I. — Schönbach (Wien). Geb. 1814, † 14. Jan. 1896 im Alter von 81 Jahren 3 Monaten und 14 Tagen
32Er war ein Sohn des 1840 verstorbenen Ignatz L. und war Teilhaber der Firma A. Lutz & Co. in Wien. Außer sehr guten Geigen machte er Violoncelli und Bässe und erfreute sich auch im Auslande großer Wertschätzung. Er hatte zwei jüngere Brüder Johann und Vincenz, die bei ihm das Geigenmachen erlernten.
34Lutz, Anton II. — Schönbach b. E. Geb. 1850, † 1910
35Sohn von Johann I L. und wohl auch dessen Schüler. Ein tüchtiger Arbeiter, der zuletzt geisteskrank wurde und sich in diesem Zustande vergiftete.
37Lutz, Anton Josef. — Schönbach b. E. 1780
38Er scheint ein Amatimodell gekannt zu haben und war recht geschickt. Der braune Lack ist nicht besonders, der Ton seiner Geigen dagegen recht angenehm.
40Lutz, Florian. — Geb. 1790, † 1835
41Ein geschickter Geigenmacher.
43Lutz, Ignatz. — Schönbach b. E. Geb. ? † 1840
44Er war Geigenmacher und Meßner und galt als tüchtiger Meister. Er hinterließ drei Söhne und drei Töchter.

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