Scan 314
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
28 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 310. See the scan on archive.org.
120 Violinen und 2 Violoncelli selbständig angefertigt und gilt jetzt als der beste Reparateur in ganz Schottland.
2Geigenzettel: Made by / William Mac Neill / Edinburgh 1888. (gedruckt).
4Mac-Nicol, Alexander. — Padanaram. Mitte des 19. Jahrhunderts
5Ein Weber, wie sein Lehrer Findlay. Er dürfte etwa 20 Violinen (nach Guarneri) gemacht haben und soll ziemlich geschickt gewesen sein.
7Mac Phaid (Phail?), John. — Monzie. 1868
8Ein Schotte, der aus Liebhaberei Geigen baute, ohne es zu besonderer Geschicklichkeit gebracht zu haben.
10Mac Pherson, A. — 1898
11Wohl auch nur ein Liebhaber, der sich als Geigenmacher versuchte.
13Madrian, Johann. — Brünn. 1721
14Ein sonst wenig bekannter Geigenmacher, von dem Ant. Kottenbach in Wien ein Violoncello besitzt, das nach einem großen, breiten Stainermodell recht gut gearbeitet ist und einen sehr schönen Ton hat.
15Geigenzettel: Joannes Madrian me fecit / Brunae Anno 1721 (gedruckt).
17März, Albin August. — Geb. 28. März 1868 in Fleissen, lebt als Geigenmacher in Markneukirchen
19Mafeotto, Giuseppe. — Rovere, (Rom?)
20De Piccolellis sagt von ihm: »Giuseppe Mafeotto di Roma, del XVIII. secolo«. Es war nichts über ihn zu erfahren, so daß ich geneigt bin, diesen Mafeotto für identisch mit dem 1637 vorkommenden Giuseppe Mascotto zu halten; fe statt sc zu lesen, ist ja leicht möglich. Der Katalog der Sammlung Correr in Venedig gibt allerdings den Namen ausdrücklich »Mafeotto« an. Leider enthält die dort befindliche Viola da spalla keine Jahreszahl.
22Maffei, Lorenzo. — Lucca. 1767. 1787
23Seiner Arbeit nach vielleicht aus der Werkstatt Gabriellis hervorgegangen, obwohl er nur ein Meister dritten Ranges ist. In W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln ist er mehrfach vertreten. Als Reparateur war er wenig sorgfältig.
24Geigenzettel: Lorenzo Maffei, Lucca / Fecit 1767 (gedruckt).
26Maggini, Giovanni Paolo. — Brescia. Geb. 1580, † um 1632
27Sohn von Giovanni (»Zovan«) Maggini (geb. 1518) und seiner Ehefrau Giulia (geb. 1544) und Enkel des Ser Bertolino de Maggini (geb. um 1493) aus Botticino di sera bei Brescia. Seine Eltern waren vermutlich Landleute, die in die Stadt gezogen waren. Gio. Paolos Geburtsjahr geht aus einer Urkunde von 1588 hervor, in der es von Zovan M. heißt, daß er zwei Söhne habe; der ältere war Schuhmacher und schon verheiratet, der jüngere — unser Giovanni Paolo — ein Knabe von sieben Jahren, der wohl bald darauf zu Gaspar da Salò in die Lehre kam, wo er bis zu seinem 21. Lebensjahre blieb, wie aus einer gleichfalls erhaltenen Urkunde von 1602, die beide, der Meister und der »Garzone« unterschrieben haben, ersichtlich ist. Am 20. Januar 1615 — damals 34jährig — heiratete er die 19jährige Maddalena Anna, Tochter des Messer Fausto Foresto. Damals dürfte er auch das Haus in der Contrada del Palazzo Vecchio del Podestà bezogen haben. Das ist das Wesentlichste von dem, was sich über Magginis Leben ermitteln ließ. Man erfährt noch, daß er sieben Kinder hatte, von denen vier früh verstarben, und daß er um 1626 ein zweites Haus in der Contrada delle Bombasarie und mehrere Äcker usw. gekauft hat; 1632 ist er schon gestorben. Seine Witwe überlebte ihn bis zum 24. Nov. 1651. In den ersten Jahren seiner Selbständigkeit hielt er sich ziemlich strenge an die Modelle seines Lehrers, war häufig ungenau in der Arbeit und nicht allzu wählerisch in bezug auf das Holz. Bald aber scheint er sich doch überzeugt zu haben, daß es nicht gleichgültig sei, welche Holzsorten man verarbeitet, denn er machte Versuche mit Pappel-, Platanen-, Nuß- und Birnbaumholz. Die Schallöffnungen zeigen noch die bei den alten Violen übliche Schlangenlinie; auch legte er seine Violinen allzu reich mit Elfenbein und Perlmutter usw. ein. Später befreite er sich von dem Einflusse G. da Salòs, und der Geigenbau verdankt ihm von da an gewaltige Fortschritte. Er machte zahlreiche Versuche und glaubte wohl, durch höhere Wölbung die wünschenswerte Verbesserung des Tones zu erreichen, da die Arbeiten seiner zweiten Periode meist schon daran kenntlich sind, daß sie höher gewölbt sind als die der ersten. Später kam er jedoch davon wieder ab. Die Arbeit ist jetzt genauer, die Einlage sorgfältiger gemacht und das Holz von ausgesuchter Schönheit. Weitere Fortschritte machte er in der dritten Periode seines Schaffens. Möglicherweise beeinflußten ihn da die Arbeiten Ant. und Girolamo Amatis. Er kam nun zu dem ihm eigentümlichen Modell und fand auch die richtigen Stärkeverhältnisse des Holzes; charakteristisch sind die von ihm gewöhnlich angewendete doppelte Einlage, die niederen Zargen und die Schnecke, die oft um eine Windung ärmer als die jetzt gewöhnliche ist. Sein Lack ist dem von G. da Salò ähnlich, nur klarer, dünner und feuriger und von verschiedener Farbe, meist jedoch hellbraun. Seine Violoncelli sind ähnlich in der Form und dem Lack; nur die F-Löcher sitzen etwas zu hoch. Er ist unstreitig der bedeutendste Meister der Schule von Brescia gewesen, und alle späteren großen Meister standen unter seinem Einfluß. Freilich können seine Geigen heute nicht mehr als Toninstrumente ersten Ranges gelten, doch haben sie ihrer Seltenheit wegen einen hohen Sammlerwert und werden außerordentlich teuer bezahlt. Der Boden ist meist nach der Schwarte geschnitten und die F-Löcher langgestreckt und originell. (Bei den F-Löchern ist der untere Punkt stets größer als der obere.) Die Schnecke ist gewöhnlich etwas kleiner als bei anderen Geigenmachern; die Ohren sind sehr kräftig. Es sind schwerlich mehr als 50 Geigen von ihm noch vorhanden. Er ist einer der ersten, der auf die Wahl des Holzes Wert legte und die Dickenverhältnisse berechnete. Über sein Leben ist sonst wenig bekannt; er wohnte, wie schon bemerkt, in der Contrada del
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