Scan 328
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1braunen Lack. Er verarbeitete gutes Holz, und soklingen seine Instrumente auch recht gut. Eine Altlaute von ihm aus dem Jahre 1735 und ein Violoncello besitzt W. Heyers Musikhistorisches Museum in Köln, ein Violoncello von 1745 und eines von 1746, eine Baßgeige von 1722 (mit erzbischöfl. Wappen) und eine Zither von 1734 befinden sich im Museum Carolino-Augusteum in Salzburg. Eine Laute von 1736 von ihm bewahrt das Kärnthn. Landesmuseum in Klagenfurt, eine von 1747 das Fürstl. Hohenzollernsche Museum in Sigmaringen usw. Eine Violine von 1764 bewahrt das Real Istituto L. Cherubini in Florenz. Im Mozarteum in Salzburg ist Mozarts kleine Geige (von 1746), die sog. Buttergeige (vgl. Zeitschr. f. Instrumentenbau XXVII, 353 und Marpurg »Hist.-krit. Beyträge« B. III, S. 198). Er verwendete verschiedene Zettel; auf einigen gebraucht er nur den einen seiner Taufnamen, und zwar abwechselnd bald Andreas oder Andrä, bald Ferdinand.
3Geigenzettel: Abb. 540.
5Mayr, Johann Michael. — Hallein. 1810
6Gustav Hering in München besaß eine Tiroler Zither von ihm, die Schalllöcher mit Maßwerk, das Wirbelbrett mit geschnitzter Volute verziert.
8Geigenzettel: Johann Michael Mayr / Zittern und Geigenmacher in Hallein / 1810 (geschrieben).
10Mayr, Sebastian. — München. 1728
11Vielleicht ein Sohn von Adam Mayr. Seiner Arbeit wie seinem Namen nach mit dem Salzburger Meister Andr. Ferd. M. verwandt. Eine Altviola von ihm, aus der Sammlung Boers stammend, besitzt das Rijks-Museum in Amsterdam.
13Geigenzettel: Sebastian Mayr Lauten / und Geiggenmacher in / München 1728 (gedruckt).
15Mayrhofer. — Passau. Anfang des 18. Jahrh.
16Wahrscheinlich der Vater des bekannteren Anton Mayrhofer jun.
18Mayrhofer, Antonius jun. — Passau. 1770
19Obwohl Geigen mit seinem Zettel wiederholt vorkommen, war in Passau über ihn doch nichts zu erfahren. In der Arbeit ist er nur mittelmäßig und steht mit den Ramsauer Meistern auf einer Stufe. Er soll aus Österreich stammen.
21Geigenzettel: Antonius Mayrhofer Junior / fecit. Passavii Ao 1770 (geschrieben).
23Mayson, Walter H. — Manchester. Geb. 8. Nov. 1835 in Cheetwood, Manchester, † 1905
24Sohn von Mark Mayson und Elisabeth, der Tochter des berühmten Malers William Green. Schon als Knabe zeigte er ein besonderes Talent für Kunsttischlerarbeiten und machte allerlei Äolsharfen, die er zu verbessern verstand. Er genoß eine vorzügliche Schulbildung und schrieb schon als Jüngling Gedichte und Theaterstücke, die zu großen Hoffnungen berechtigten; doch bestimmte man ihn zunächst für die kaufmännische Laufbahn. Er trat bei der Firma J. und N. Phillips & Co. ein, und erst 1873 machte er seine erste Violine. Er verlegte sich nun mit größtem Eifer auf das Studium des Geigenbaues und gab 1875 sogar sein Geschäft auf, um sich mit »Herz und Seele« dieser Kunst zu widmen. Er brachte es bald zu bemerkenswerter Geschicklichkeit, und schon seine ersten, berufsmäßig ausgeführten Geigen (von flachem Modell) hatten einen ansprechenden, wenn auch nicht großen Ton. Er machte rasche Fortschritte, Form und Handarbeit nahmen an Schönheit zu, der Ton vergrößerte und veredelte sich, und galt zuletzt als einer der besten Geigenmacher Englands. Wenn er auch nie die Absicht hatte, fremde Meister nachzuahmen, so nahm er doch das letzte Stradivariomodell neben Amati und Guarneri zum Ausgangspunkt; er veränderte daran, was ihm für die Spielweise der modernen Geiger nötig erschien, und richtete sich nach dem Tonwert des von ihm verarbeiteten, stets sorgfältig gewählten Holzes. So erhielten seine Violinen, Violen und Violoncelli ein eigenartiges Gepräge. Er hat über 810 neue Geigen gemacht, von denen viele auch in der äußeren Ausstattung hervorragen. Auch ist er wiederholt als Fachschriftsteller aufgetreten und hat u. a. wertvolle Beiträge für die Zeitschrift: »The Strad« geliefert. Seine Biographie mit Bild usw. ist u. a. in der genannten Zeitschrift von W. M. Groundwater (Juli 1892) und Meredith-Morris (Dezember 1899) veröffentlicht worden. Bei seinem Tode widmeten ihm alle englischen Fachblätter ehrenvolle Nachrufe.
26Geigenzettel: Deus adsit, obsit Mundus / Walter H. Mayson, / Manchester / No. . . . A. D. 189 . . (gedr.).
28Mazza, Vincenzo
29Mandolinenmacher.
31Mazzocchi, A. — Mailand. 1901
32Stellte in Turin Mandolinen in der Form von Suppenlöffeln aus.
34Mazzotti, Jacopo. — Florenz. 1699
35Er wird als Sohn eines Santo Mazzotti bezeichnet und war ein geschickter Lautenmacher.
37Meares, Richard. — London. 1667. 1680
38Seinerzeit stand er in hohem Ansehen; seine Arbeiten zeichnen sich durch geschmackvolle Einlagen und hübsche Schnitzereien aus. Im Selhofschen Versteigerungsverzeichnis1) finden sich eine Geige, ein Violoncello und eine Viola da Gamba von ihm. Eine Gamba war auch 1872 in South Kensington ausgestellt, und ein gleiches Instrument besaß der Sammler Dolmetch. Eine englische Diskantviola von 1680 befindet sich bei T. W. Taphouse. Alfr. Keil in Lissabon besitzt eine viersaitige Baßviola von ihm und liest die Jahreszahl 1637, wahrscheinlich heißt es 1687. Der gleichnamige Sohn Meares' hat auch einige Geigen gemacht, sich aber später einem anderen Berufe zugewendet.
40Geigenzettel: Richard Meares / without Bishop gate / near to Sir / Parl Pinders / London / Fecit 1677 (gedr.).
421) Der Name ist hier R. Mearens geschrieben.
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