Scan 345
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Mollenhauer, E. R. — New York. 1881
2Erfinder einer »Schallverstärkung« für Streichinstrumente, die sich ebenso wenig wie alle anderen, ähnlichen Erfindungen bewährte. Er wollte die Verstärkung durch Anbringung doppelter Zargen bewirken. Vgl. Valdrighi, »Gli Strumenti ad arco rinforzati del Sig. E. R. Mollenhaver«.
4Monachini, Francesco. — Neapel. 1725
5Ein Mandolinenmacher von geringer Bedeutung.
7Monferrino s. Alegretti
9Monfrini, Luigi. — Rom. 1810
10Die wenigen Arbeiten, die man von ihm kennt, z. B. im Museum in Kopenhagen, sind nicht hervorragend.
12Mongel, A. — Turin. 1820. 1830
13Wahrscheinlich ein Franzose; mindestens ist er seiner Arbeit nach aus der französischen Schule hervorgegangen. Seine Geigen sind sorgfältig gemacht, wenn auch nicht groß im Ton.
15Mongel, V. — (Mirecourt?)
16Geigen von Mirecourter Aussehen tragen den Brandstempel »V. Mongel Paris«. Das Modell ist eine oberflächliche Nachahmung Stradivaris.
18Monk, John King. — Merton, Lewisham. Geb. 22. Jan. 1846
19In seiner Jugend erhielt er die ersten Unterweisungen im Geigennachen von Batho und bildete sich durch das Studium theoretischer Werke selbständig weiter. Im Jahre 1886 machte er seine erste Geige nach den von Otto aufgestellten Grundsätzen. Er ahmte zuerst das Stradivariomodell nach, änderte aber dann nach seinen eigenen Berechnungen die Umrisse und die F-Löcher. Er hat seitdem über 100 Geigen gemacht, zahlreiche repariert und arbeitet ungemein sauber und künstlerisch. Er verwendet einen Öllack von verschiedener Farbe, goldgelb bis dunkelrot, den er selbst zusammensetzt. Eine Eigentümlichkeit seiner Geigen ist ein dreifacher Baßbalken, der in arithmetischer Progression unter dem Steg angebracht ist. M. ist auch ein geschickter Musiker und hat eine Reihe sehr ansprechender Musikstücke komponiert. Er ließ sich zuerst in Merton S. W. nieder und siedelte dann nach Lewisham S. E. über. Seine Biographie veröffentlichte Meredith-Morris in »The Strad« 1899, Nr. 113.
20Geigenzettel: J. K. Monk / Maker / Merton Surrey S.W. / Nro. ………. ………. 189 . (gedruckt).
22Montada, Gregorio. — Cremona. 1690. 1735
23Er nannte sich einen Schüler Stradivaris, den er nicht ungeschickt nachahmte; übrigens soll er nur Omobono Stradivaris Gehilfe gewesen sein. Sein Name kommt in allen möglichen Entstellungen in der Literatur vor, so Mondada, Montade, Montaldi usw., sogar Montani. Auch bei Vidal schwankt die Schreibung, trotzdem vorher der Name richtig angegeben erscheint.
24Geigenzettel: Gregorio Montade / Cremonensis 16 . . (gedruckt).
26Montagnana, Domenico. — Venedig. Geb. um 1690, † um 1750
27Obwohl er ein Meister ersten Ranges war, ist über sein Leben nur wenig bekannt. In Venedig ist er vor 1721 bisher nicht nachweisbar gewesen. Seiner Arbeit nach muß er der Cremoneser Schule beigezählt werden. Einige nennen ihn einen Schüler Nicolaus Amatis und einen Mitschüler A. Stradivaris, andere dagegen lassen ihn einen Schüler von Stradivari selbst sein. Wahrscheinlich hat er bei Amati begonnen und dann jahrelang bei Stradivari gearbeitet; seine Violinen zeigen den Einfluß Stradivaris in unverkennbarer Weise, doch wußte er ihnen immerhin noch ein eigenes Gepräge zu geben. Er bevorzugte ein großes Patron; die Wölbung und die Dicke des Holzes entsprechen dem ersten Stradivariomodell, weshalb viele seiner Arbeiten jetzt mit Stradivaris Zettel im Verkehr sind. Das ist auch der Grund, warum man nur wenige Werke von ihm nachweisen kann. Das Holz ist sorgfältig gewählt, die Ausführung tadellos, Schnecke und F-Löcher von schönem Schwung. Die letzteren sind denen von Guarneri nicht unähnlich, während sein Lack von schöner goldroter Farbe eher an Carlo Bergonzi erinnert und wie bei diesem oder Jos. Guarnerius fil. Andr. öfter, besonders am Rücken und an einigen Stellen des Bodens »zerronnen« aussieht. Der Ton seiner Geigen ist wundervoll, und man schätzt M. richtig, wenn man ihm einen Platz neben Stradivari, Guarneri und Bergonzi anweist. Er hat auch vorzügliche Violoncelli gemacht und selbst Bässe; einen solchen besitzt u. a. das Pariser Konservatorium, einen andern T. W. Bourne in London. Er führte das Schild »sub signum Cremonae« und war von großem Einfluß auf die Venezianer Schule. Seine Arbeiten steigen jetzt fortwährend im Preise und sind schwer zu bekommen; sie wurden schon in älterer Zeit gerne gefälscht, was die mit vielfachen Entstellungen vorkommenden falschen Zettel erkennen lassen. Es mag sein, daß der öfter vorkommende Zettel mit dem bei einem Italiener doppelt auffälligen grammatikalischen Fehler »sub signum«, statt »sub signo« echt ist, falsch ist aber sicher der von Grillet veröffentlichte Zettel mit »Sub Sigunum« (siehe Abbildung Nr. 551). Daß er auf anderen Zetteln aber richtig »sub signo« geschrieben haben muß, verrät ein Zettel mit der Jahreszahl 1730 und dem sonderbaren Wortlaut: »Dominicus Montagnana sub signo in ab prope Oenipontum fecit«. Man erkennt sofort, daß hier aus zwei Zetteln ein Machwerk gebildet ist. Die erste Hälfte mag echt sein; die zweite stammt von einem Stainerzettel »in ab(sam) prope Oenipontum«. Ein prachtvolles Violoncello von ihm aus dem Jahre 1727 (von Engleder 1845 repariert und wahrscheinlich verkleinert, ohne im Ton Einbuße zu erleiden) besaß das ehem. Hoforchester in München. Ein anderes Violoncello spielte Prof. Alex. Wierzbilowicz am St. Petersburger Konservatorium. Besonders gut erhaltene Violinen besitzen Dipl.-Ing. Richard Renner in Tutzing und Baron Steinheil in St. Petersburg, eine Viola der Bratschist des Beckerquartetts, Valentin Härtl in München.
28Geigenzettel: Abb. 531, 551.
30Montani, Gregorio s. Montada
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