Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 361

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

43 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 357. See the scan on archive.org.

1Nürnberg, Karl Gottlob. — (Mark)Neukirchen. Geb. 17. Okt. 1793, † 12. Aug. 1868
2Sohn von Johann Georg N. Er war ursprünglich gelernter Geigenmacher (Schüler seines Vaters), verlegte sich aber schon seit seinem 18. Jahre ganz auf das Bogenmachen, das er bei Christ. Friedr. Knopf erlernte. Er war sehr geschickt und namentlich wegen seiner guten Kontrabaßbogen geschätzt. Er begründete im Jahre 1824 sein Geschäft, das in seinem Enkel und seinen Urenkeln fortblüht.
4Nürnberg, Philipp Paul. — Markneukirchen.
5Geb. 29. Jan. 1882
6Erster Sohn von Franz Alb. II N. Er ist seit 1897 als Bogenmacher selbständig und macht seinem Vater und Lehrer alle Ehre.
8Nuñez, Francisco. — Buenos-Aires
9Gitarrenmacher der Gegenwart.
11Nuñez (Nuñes), Octaviano João. — Lissabon (?), Madeira, Funchal (?)
12Portugiesischer Gitarren- und Mandolinenmacher des 19. Jahrhunderts. Nach Valdrighi war er in Lissabon ansässig, G. Kinsky vermutet in Funchal, auf dem Zettel liest man nur Madeira. Eine zierliche portugiesische Gitarre von ihm ist in W. Heyers Musikhistorischem Museum in Köln.
14Nyberg, Hans Severin. — Örkeljunga. 1760
15Wenn Lector Daniel Feyelund richtig liest, der Name des Verfertigers einer kleinen Viola d’amore im Nord. Museum in Stockholm.
16Geigenzettel: Hans Severin Nyberg / uti Örkeljunga 1760.
18Nyström, Carl Magnus. — Stockholm. 1757. 1762
19Er erhielt zwar im Jahre 1757 das Privilegium als Geigen- und Lautenmacher, war aber gleichzeitig Gewürzkrämer und scheint nur als solcher Absatz gehabt zu haben. Arbeiten von ihm kennt man nicht.
21Obbo, Marco I. — Neapel. 1712. 1727
22Im Jahre 1727 wohnte er seiner Angabe nach in der Strada dalla filis. Über dem zweiten o seines Namens findet sich das sonst als Abkürzungszeichen bekannte Häkchen ~, so daß man fast annehmen könnte, daß der Name eigentlich länger gewesen sei. Es gibt viele Geigen mit diesem Namen, die weder in der Arbeit noch im Lack, der sehr trübe erscheint, hervorragend sind. Vereinzelt aber kommen doch bessere Arbeiten von ihm vor; so besaß Dir. Paul Müller in St. Gallen eine recht gute Violine von schönem Holz, mit durchsichtigem, orangegelbem Lack; das Modell erinnerte an Stradivari, der Ton war voll und weittragend.
23Geigenzettel: Marcus Obbo, Napoli 1712 (geschrieben).
25Obbo, Marco II. — Neapel. 1803
26Vielleicht ein Sohn oder Enkel von Marc I Obbo. Er scheint nur Gitarren und Mandolinen gemacht zu haben. Eine Gitarre von ihm aus dem Jahre 1803, reich mit Elfenbein und Perlmutter verziert, besitzt C. Stoeber in Würzburg.
27Geigenzettel: Marcus Obbo fecit / Strada S. Ferdinando n. 56 / Neap. Anno 1803 (gedruckt).
29Oberkirsch, Johann Karl. — Rhodt b. Landau (Pfalz). Geb. 20. April 1800 zu Mühlheim (Rheinpfalz), † nach 1850
30Er war Schneider und Musiker und spielte mit einer kleinen Kapelle bei allen vorkommenden Gelegenheiten. Nebenbei betrieb er auch die Geigenmacherei und war als Reparateur nicht ungeschickt. Seine neuen Geigen dagegen lassen in allen Teilen die ungeschulte Hand erkennen. — Er soll in der Mitte des 19. Jahrhunderts mit seiner ganzen Familie nach Amerika ausgewandert sein.
31Geigenzettel: Gemacht von Carl / Oberkirsch in Rhodt/ bei Landau 1842 (geschrieben).
33Obermaier, Alexander. — Lübeck. Geb. 14. April 1872 in Dresden
34Als Techniker vorgebildet, führte ihn seine Liebe zur Musik an das Dresdener Konservatorium. Nach Vollendung seiner Ausbildung ging er zur Bühne und wirkte als Sänger in mehreren großen deutschen Städten, war längere Zeit in Riga und ging von da nach Nordamerika und Mexiko, wo er jedoch als Ingenieur tätig war. Da er trotz günstiger geschäftlicher Erfolge in diesem Berufe keine Befriedigung fand, kehrte er nach Deutschland zurück und wurde von Berlin an das Lübecker Stadttheater berufen. Hier begann er im Jahre 1914 seine erste Laute zu bauen und brachte es durch eifriges Selbststudium und fortgesetzte Übung zu großer Geschicklichkeit. Er baut seine Lauten in allen Teilen von Grund auf selbst und erzielt einen bemerkenswert schönen Ton.
36Obici (Opici, Obizi), Bartolomeo I. — Verona. 1665. 1685
37Seiner Arbeit nach gehört er der Brescianer Schule an. Sein Modell ist groß, der Lack gelb und der Ton recht gut, so daß Geigen von ihm unter 10000 M. kaum zu haben sind, doch kommen sie sehr selten vor.
38Geigenzettel: Abb. 589.
40Obici, Bartolomeo II. — Verona. 1750. 1755
41Vielleicht ein Sohn von Bartol. I. O. Auch er hält sich zur Brescianer Schule und ahmt das Magginimodell in freier Weise nach, das er in schlankere Form bringt. Sein Lack ist dunkelgelbbraun. Bei der Holzwahl legte er größeren Wert auf tonliche Eigenschaften als auf die Schönheit und erzielte stets einen großen edlen Ton. Er schreibt seinen Namen Obizi1).
421) Ein E. D. Obizi (Obizzi) gab heraus: Le poesie liriche. Divise in libri cinque cioè il mirto, il lauro, il cipresso, la palma e l’ sambuco. 4. impr. Padova per G. B. Pasquati 1660. 16, Mit Titelkpf.

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