Scan 372
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
39 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 368. See the scan on archive.org.
1Palma, Paolo. — Lucca. 1760
2Nachahmer von Nicolaus Amati, jedoch ohne besondere Vorzüge.
3Geigenzettel: Paulus Palma Lucensis / fecit in Lucca 17 . . (gedruckt).
5Palmerio, Math. — Padua. 1734
6Eine Geige von ihm führt der Selhofsche Auktionskatalog (Haag 1759) auf.
8Palmers, Francis. — ? 1617
9Ein Penorcon (engl. Instrument, der Pandora ähnlich) befindet sich bei Claudius in Kopenhagen. Leider ist der Zettel unvollständig und zeigt nur den Namen.
10Geigenzettel: Francis . . . / Palmers . . . / Dwelling in . . . / Anno 1617 (gedruckt).
12Paltrinieri, Giovanni. — ? 1840
13Von Valdrighi erwähnter Geigenmacher (2310), von dem ein Violoncello bekannt ist.
15Pamphilon, Edward. — London. 1660. 1685
16Man nimmt an, daß er aus Urquharts Schule hervorgegangen sei. Er wohnte London Bridge und ist nur wenig bekannt; es gibt einige kleine, sehr hochgewölbte Violinen von ihm, die die Vermutung rechtfertigen, daß er Arbeiten der Brescianer gekannt habe und nachahmen wollte. In den Umrißlinien ist er ziemlich steif, die F-Löcher sind dagegen in den Endungen allzu geschweift. Die Schnecke ist tief ausgestochen und die Einlage gewöhnlich doppelt angebracht. Eine im Jahre 1680 gebaute Violine von ihm stellte J. T. Chapman in der Londoner Music Loan Exhibition 1904 aus.
17Geigenzettel: Edward Pamphilon / April the 3rd. 1685 (gedruckt).
19Pandolfi, Antonio. — Venedig. 1710. 1740
20Einer der tüchtigsten venezianischen Geigenmacher. Seine Violinen sind gewöhnlich von großem Patron, sauber gearbeitet, haben gelbbraunen oder dunkelrotbraunen Lack und vollen Ton. Der Boden ist oft aus einem Stück, die F-Löcher manchmal schräg stehend.
21Geigenzettel: Abb. 606.
23Paninino s. Gibertonni
24Panneels, O., eine 1845 begründete Geigenfirma in Brüssel
26Panormo, Edward Ferd. — London, Brighton.
27Geb. um 1811, † 3. Nov. 1891
28Sohn von Joseph und Enkel von Vinc. Trus. P. Es ist von ihm nur bekannt, daß er u. a. längere Zeit in Irland gearbeitet hat. Er kam allmählich ganz herunter, und man sprach zum letztenmal von ihm, als ihn — den 77jährigen Greis — ein hartherziger Hauswirt wegen Mieteschulden samt seiner alten Frau auf die Straße setzte.
30Panormo, Georges Louis. — London. Geb. um 1774, † nach 1842
31Zweiter Sohn von Vincenzo P. Er ist vorzugsweise als trefflicher Gitarrenmacher bekannt, doch hat er auch mehrere Violinen nach Stradivari verfertigt und machte besonders schöne Bogen. Einen solchen besitzt das Museum des Pariser Konservatoriums, einen anderen (vom Jahre 1830) stellte A. E. Hill 1904 in London aus. Er wohnte zuerst in der Oxford Street und zog dann in die High Street St. Giles in the Fields. Eine Gitarre von 1839 trägt die Nummer 2,283.
32Geigenzettel: Abb. 590.
34Panormo, Joseph. — London. Geb. in London um 1773, † nach 1825
35Ältester Sohn von Vinc. Trus. P. Obwohl er ein Meister in seinem Fache war und namentlich vorzügliche Violoncelli machte, fand er doch wenig Anklang, da er als Engländer galt, und englische Geigen im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts in London nicht gesucht waren, nur gering gerschätzt und noch schlechter bezahlt wurden. Er wohnte zuerst in der New Compton Street und dann in der King Street Soho. Er starb gänzlich verarmt.
37Panormo, Vincenzo Trusiano. — Paris, London. Geb. 30. Nov. 1734 in Monreale bei Palermo, † 1813 in London
38Durch den Zufall, daß einige Jahreszahlen in seinen Geigen falsch gelesen wurden, war seine Geschichte lange Zeit völlig unaufgeklärt, und da man sein Geburtsjahr auf 1705 setzen zu müssen glaubte, so mußte man aus dem einen Manne zwei Geigenmacher machen. Daß er aus Palermo gewesen sei, nahm man immer an, denn abgesehen davon, daß schon sein Name darauf hinweist (der antike Name von Palermo war Παλέρμος), brachte er auf seinen Zetteln auch gerne das Wappen von Palermo an. Er soll in Cremona gearbeitet haben — vielleicht bei Bergonzi, dem er manchmal nahe kommt —, auch in Turin, und dürfte sich um 1760 in Paris niedergelassen haben, nachdem er vorher in Marseille gewesen war. Im Jahre 1772 kam er zuerst nach London und ging dann wieder nach Paris zurück, wo er von 1783—1789 in der Rue de Chartres Nr. 70 wohnte. Vorher und nachher war seine Werkstatt in der Rue de l’Arbre Sec. Von London aus unternahm er auch eine Kunstreise nach Dublin, die dadurch bemerkenswert wurde, daß er bei dieser Gelegenheit eine alte Billardtafel von bestem Ahornholz fand, aus der er eine große Zahl trefflicher Geigen machte. Es scheint, daß er abwechselnd in London und Paris lebte, vielleicht hatte er sogar mit Hilfe seiner Söhne zwei Werkstätten im Gange. Er hielt sich an seine italienischen Vorbilder, schnitzte sehr hübsche Schnecken und F-Löcher, und wenn er auch ein eigenes Modell hatte, so ahmte er doch Stradivari und Bergonzi usw. am liebsten nach. Er bevorzugte dabei die größeren Modelle, verwendete meist gutes Holz und einen hübschen gelben, manchmal rötlichen Lack. Bei einem Baß machte er schon vor Galbusera und Chanot den Versuch, die Umrißlinien der Gitarre bei einem Streichinstrument anzuwenden. Seine Arbeit ist gut, nur läßt er oft die Hohlkehle fehlen und rundet einfach den Rand ab. Da der Ton fast immer groß und edel ist, erreichen seine Violinen jetzt hohe Preise. Er hatte verschiedene Zettel und manchmal auch einen Brand-
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