Scan 410
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
39 lines. Read by computer on 27 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 406. See the scan on archive.org.
1Rawlins, Henry. — London. 1775. 1781
2Ein mittelmäßiger Violinenmacher und Reparateur, den jedoch Giardini, der Kapellmeister der italienischen Oper in London, begünstigt zu haben scheint.
3Geigenzettel: Henricus Rawlins / Londini 1779. (gedruckt). — Restauratus Henricus Rawlins / auspicio Giardini Londini 1781 (gedruckt).
5Ray (Rech, Recht), Christophe. — St. Avold. one of two readings
6Geb. um 1710 (?) lebte noch 1775 one of two readings
7Ray (Rech, Recht), Christophe. — St. Avold. Geb. um 1710 (?) lebte noch 1775 one of two readings
8Dem Namen nach scheint er kein Franzose gewesen zu sein. A. Jacquot hat mit Sorgfalt alle Urkunden nach ihm durchforscht. Die Schreibweise seines Namens ist ebenso schwankend, als die Bezeichnung seines Berufs. Er kommt bald als Luthier und Musikinstrumentenmacher, und bald als Drechsler vor. Im Jahre 1751 starb ihm eine achtzehnjährige Tochter in Nancy.
10Ray, Jacques. — Mirecourt. † 1748
11Vielleicht ein Bruder von Christophe R. — A. Jacquot ermittelte über ihn nur, daß er im Jahre 1744 geheiratet hatte.
13Raymann (Rayman), Jakob. — London. 1620. 1657
14Er soll um 1620 in England eingewandert sein; ob wirklich aus Tirol, wie man annimmt, ist jedoch ungewiß. Tatsache ist nur, daß seine Geigen deutsche Schule verraten, manchmal auch an die Arbeiten Marianis in Pesaro erinnern und sich sehr von den damals in England gemachten unterscheiden. Sein Modell steht im allgemeinen zwischen der Stainer- und Brescianerschule, ist aber wenig elegant in der Form. Dagegen ist der schöne, gelbbraune Lack, der oft einen feinen Stich ins Rötliche hat, sehr zu loben; auch im Ton sind seine Arbeiten gut, so daß er die Wertschätzung, die er heute noch findet, vollauf verdient. Er ist einer der ersten, die in England Violinen gemacht haben; bei diesen sind die F-Löcher sehr klein, ebenso die Schnecke, die jedoch gut ausgestochen ist, während die übrige Arbeit weniger sorgfältig ist. Eine im Jahre 1657 von ihm gebaute Violine besitzt P. T. Chapman. Verschiedene Arbeiten von ihm waren in der Wiener Musikausstellung zu sehen. Seine Zettel geben seine Wohnungen an.
15Geigenzettel: Jacob Rayman Dwelling in Blackman / Street Long Southwark / 1691 (gedruckt). — Jacob Rayman, at ye Bell / Yard in Southwarke / London 1648 (gedruckt) und Abb. 647.
17Raynaldi, Antonio, gen. Simonetta. — Langres, Rom. 1517
18Ein Lautenmacher, den auch Valdrighi (3872) erwähnt.
20Razenzo, Carole. — Barcelona. 1690
21Ein am Ende des 17. Jahrhunderts in Barcelona ansässiger Lauten- und Geigenmacher, der dorthin aus Italien eingewandert sein soll.
23Razzoli, Felice. — Villa Minozza (Modena). 1880
24Beim Wiederherstellen alter Geigen bewies er eine geschickte Hand und Verständnis, so daß man glauben kann, daß auch seine neuen Geigen gut waren.
26Realli, Cosmo Battista. — Parma. 1667
27Sein Name findet sich in einer Taschengeige (Pochette) mit fünfeckigem Boden und braunem Lack in der Sammlung Snoeck (Nr. 420) (jetzt in Berlin).
28Geigenzettel: Cosmo Battista Realli / in Parma 1667 (gedruckt).
30Reber, Franz Hermann. — Bremen. Geb. 5. März 1880 in Wernesgrün bei Auerbach im Vogtl.
31Am 15. Mai 1894 trat er bei dem Geigenmacher-Obermeister W. Julius Kretzschmann in die Lehre. Nach dem schon im Oktober des gleichen Jahres erfolgten Tode W. J. Kr.'s setzte er seine Lehrzeit bei dem Sohne C. Rich. Kr. fort. Aber auch dieser starb, 35 Jahre alt, schon im November 1895, so daß Reber sich noch nach einem dritten Lehrmeister umsehen mußte. Er lernte dann bei Hans Jaeger aus, bei dem er auch als Gehilfe blieb, bis er seiner Militärpflicht Genüge leisten mußte. Hierauf arbeitete er noch bei J. H. Schult in Lübeck, Winterling in Hamburg und machte sich am 1. August 1904 in Bremen selbständig. Er arbeitet nach Stradivari und nach einem eigenen Modell und verwendet einen schönen goldbraunen oder roten Lack. Seine Arbeit ist sorgfältig.
33Reber (Röber), Pankratius. — Düsseldorf, Mainz. 1716 (?). 1765
34Er scheint nur ganz kurze Zeit in Düsseldorf gearbeitet zu haben und stand als Musiker in Chur-Trierischen Diensten. Er war als Geigen- und Lautenmacher nicht ungeschickt, verwendete einen guten, goldgelben Lack und soll um 1765 in Mainz gelebt haben. Wenn man der Inschrift der Viola, die Dr. Knappe in Leipzig besitzt, Glauben schenken will, hat er in Mainz noch im Jahre 1784 gearbeitet. Man muß jedoch annehmen, daß die allzuweit nach rückwärts liegenden Jahreszahlen in seinen Geigen unsicher gelesen oder unecht sind, sonst müßte Reber ein ungewöhnlich hohes Alter erreicht haben. Eine Altviola von ihm besaß nach dem 1820 aufgestellten Verzeichnis das Theaterorchester in Mannheim. Eine vom Jahre 1733 aus Mainz datierte Geige von ihm besitzt C. Stoeber in Würzburg. Eine andere, von 1763 (?), nach Stainer gearbeitet, besitzt Ernst Geisser.
35Geigenzettel: Pancratius Reber fecit / Moguntii Ao. 1763. (gedruckt). — Pancratius Reber / Chur Trierischer Musicus / Anno 1722 (gedruckt) und Abb. 662.
37Rebhan, Otto. — Steinbach bei Sonneberg (Thüringen). Geb. 14. Mai 1869 in Steinbach
38Er ist von Beruf Porzellan-(Puppenkopf-)Maler und beschäftigt sich aus Liebhaberei mit dem Geigenmachen, das er autodidaktisch erlernt hat. Er verwendet primitive Werkzeuge (Taschenmesser, Raspel usw.) und benutzt als Lack braune Politur. Seine ersten Geigen waren aus gewöhnlichem Holz (Tannen und Buchen) und zu dünn; später machte er Fortschritte, baute Geigen, die recht gut aussehen und einen weichen Ton haben.
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