Scan 464
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Seckendorf, Paul Richard. — Markneukirchen.
2Geb. 28. Oktober 1887 in Markneukirchen
3Schüler von M. Schmidt, O. B. Heinel und Robert Penzel in Markneukirchen. Um sich weiter zu vervollkommnen, arbeitete er in Mittenwald, dann bei Stössel in Köln, C. Schuster in Leipzig, C. Lüdemann und O. Seifert (»Neu-Cremona«) in Berlin, ferner bei Tennucci in Zürich, Gustave Bazin in Mirecourt, C. Glaesel in Brüssel und R. Brückner in London. Nachdem er so eine allseitige Ausbildung erlangt und einen gründlichen Einblick in die Arbeitsweise der Geigenbauer im In- und Ausland gewonnen hatte, machte er sich im Jahre 1914 in seiner Vaterstadt selbständig und gilt als trefflicher Meister.
5Secker, H. — Hyde. 1910
6Geigenmacher und Reparateur.
8Seeger, Alfred. — St. Gallen. 1910
9Atelier für Geigenbau.
11Seelandt (auch Sehling), Martin. — Lübeck.
121633. 1656
13Er besaß seit 1636 das Haus Nr. 905 (jetzt 50) in der Mühlenstraße am Klingenberg und war Instrumentenmacher. Er war zweimal verheiratet, zuerst mit einer Katharina, dann mit einer Wendula. In Hamburger Privatbesitz sollen sich eine gute Laute und eine Viola, beide mit der Jahreszahl 1633 befunden haben, über deren Verbleib sich nichts ermitteln ließ.
15Seelandt, Martin d. J. — Lübeck. Geb. um 1600, † Juli 1663
16Sohn erster Ehe von Martin S.; in jungen Jahren ging er mit Catharina Wichmann eine richtige Liebesheirat ein, denn sie brachte ihm außer einigem Hausrat nichts in die Ehe. Nach längerem Witwerstand heiratete er dann 1657 Anna von Buhren; damals wohnte er am Klingenberg im Hause seines Vaters. Er errichtete am 20. November 1662 sein Testament, das am 17. Juli 1663 eröffnet wurde. In diesem vermachte er nach Abzug der gesetzmäßigen Legate alles seiner zweiten Frau, die sich aber sehr schnell getrostet und nach Ablauf des Trauerjahrs wieder geheiratet hat. Schon im Jahre 1665 ließ der zweite Gatte der Witwe, der Kaufmann Joh. Bakhusen, einen Sohn taufen. Das noch erhaltene Testament nennt nichts, was auf seine Tätigkeit bezug hat, doch wird er in allen Urkunden ausdrücklich als Instrumentenmacher bezeichnet und dürfte als solcher der Schüler seines Vaters gewesen sein.
18Seelos (Sellos, Seluß, Seelauß), Georg I. — Innsbruck. 1647. † zwischen 1668—1672
19Am 9. August 1647 erteilte ihm der Erzherzog Ferdinand Karl einen »Freybrieff« das »erlernte« Lauten- und Geigenmacherhandwerk unbehindert ausüben zu dürfen. Außerdem war er vom Jahre 1647—1662 Leibtrabant des Erzherzogs. Im Jahre 1647 heiratete er die Uhrmacherstochter Anatolia Saurwein (vgl. Dr. Fr. Waldners Nachrichten über Tiroler Lauten- und Geigenmacher). Als Lauten- und Geigenmacher stand er in Ansehen, doch sind nur wenige Arbeiten von ihm erhalten geblieben. Er scheint auch Beziehungen zu Jakob Stainer gehabt und die Saitenmacherei betrieben zu haben, wenigstens ist bekannt, daß Stainer von dem Hofuhrmacher Andreas Seelos (der wahrscheinlich Georgs Bruder war) für 24 fl. Saiten gekauft hat. Der Name Seelos ist in Füssen heimisch, ich halte es daher für wahrscheinlich, daß Georg S. aus Füssen stammt, und nehme diese Füssener Heimat und eine Verwandtschaft zwischen dem Innsbrucker Meister und den in Venedig tätigen Sellas um so eher an, als auch ein Georgius Sellas vorkommt. Eine Viola von Georg I Seelos besitzt Konzertmeister Eibl in Innsbruck, eine kleine Viola da Gamba war auf der von der holländischen Gesellschaft »Pulchri studio« im Jahre 1893 veranstalteten Ausstellung zu sehen.
21Geigenzettel: Georg Seelos in / Innspruck 1662. (Mit got. Lettern gedruckt.)
23Seelos, Georg II. — Innsbruck. Geb. um 1650 in Innsbruck, † nach 1682
24Sohn und wahrscheinlich Schüler von Georg I S. Nach dem Tode des Vaters scheint die Witwe mit den beiden Söhnen, die Geigen- und Lautenmacher geworden waren, das Geschäft zunächst fortgeführt zu haben. Als Michel Straub aus Venedig sich in Innsbruck niederließ, war sie es, die dagegen Einspruch erhob. Erst 1681 bewarb sich Georg II S. um einen kaiserlichen Freibrief, den er am 5. Mai 1681 auch erhielt. Mehr konnte Dr. F. Waldner über ihn nicht ermitteln. Eine gute Violine von ihm befindet sich auf dem Chor der Servitenkirche in Innsbruck Abb. 705.
26Seelos, Johannes. — Linz a. D. Geb. am 20. Juli 1654 in Innsbruck. 1712
27Sohn und Schüler von Georg I S. Er soll in Salzburg gearbeitet haben und um 1684 in Linz eingewandert sein; da er aber dort das Bürgerrecht nicht erworben hat, fehlen persönliche Nachrichten über ihn. Er war jedoch ein angesehener Lauten- und Geigenmacher, dessen Instrumente sich großer Beliebtheit erfreuten. Wenn sie sich auch im äußeren nicht sonderlich auszeichnen, so haben sie doch durchwegs einen edlen Ton. Eine Viola d’amore und eine Viola di Baryton besitzt das Museum Francisco-Carolinum in Linz, eine Laute von einfacher Arbeit aus dem Jahre 1699 das Museum des Pariser Konservatoriums (Nr. 216)1), ferner eine Laute von 1710 das Kärntner Landesmuseum in Klagenfurt.
29Geigenzettel: Joannes Seelos in Linz 1684 (geschrieben). — Joann Seelos 1712 (gedruckt). — Joan. Seelos in Lintz A . . . (gedruckt).
31Segher, Girolamo. — Cremona. Geb. 1646. 1682
32Ein Schüler Amatis, der von 1680—1682 bei ihm gearbeitet hat. Möglicherweise gehört er zu derselben Familie wie Stegher; s. d.
341) Chouquet liest irrig: »Seclos«.
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