Scan 468
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1dagegen wesentlich flacher, die Ecken treten kräftig hervor. Das Holz der Decke ist sehr schön, der Boden meist klein geflammt; von nicht minder hervorragender Beschaffenheit ist auch sein rötlicher oder gelbbrauner Lack. Wie nicht anders zu erwarten, ist der Ton wundervoll klar, gleichmäßig und edel, so daß es begreiflich erscheint, wenn für seine Violinen große Summen bezahlt werden. Ebenso trefflich und ebenso gesucht sind seine Violoncelli und seine Bässe. Auf seinen älteren, aus Udine datierten Zetteln nennt er sich einen Amatischüler; seine Venezianer Zettel haben die auf Zettel 674 abgebildete bekannte Umrahmung. Außerdem brannte er auch seinen Namen in seine Instrumente ein, wobei die Schrift hell auf dunklem Grunde erscheint. Gewöhnlich liest man oberhalb des Knopfes Santo und unterhalb Seraphin. Wenn Vidal auf einem älteren Zettel die Jahreszahl 1648 liest, so ist die Zahl entweder gefälscht oder muß 1678 gelesen werden. Eine schöne Violine von ihm besitzt unter anderen Theodor Hämmerle in Wien.
2Geigenzettel: Abb. 674 und 711.
4Serapine, G. — Neapel
5Ein Mandolinenmacher vom Ende des 19. Jahrhunderts.
7Serasati (Scrosati?), Domenico. — Neapel.
81710. 1775
9Obwohl er bei Lebzeiten einen gewissen Ruf besaß, gelang es mir nicht, eine zweifellos echte Arbeit von ihm kennenzulernen. Er scheint später nach Mailand übergesiedelt zu sein. G. Siefert in Leipzig besitzt von ihm eine Viola von unbedeutender Arbeit, aber guter Wölbung, der Lack stark braungelb, mit dem geschriebenen Zettel: Gion Domenico Scrosati / Fece in Milano al Segno / del Colosso 1775. Dennoch steht nicht einmal der Name einwandfrei fest, oder es gab zwei Meister mit gleichem Taufnamen und ähnlich klingenden Familiennamen.
11Serdet, Paul. — Paris. Geb. 10. Januar 1858 in Mirecourt
12Schüler von Gaillard und Derazey, arbeitete von 1877 bis 1883 in Lyon bei H. C. Silvestre, siedelte mit ihm nach Paris über und blieb weiter bei ihm bis 1894, in welchem Jahre er seine eigene Werkstatt eröffnete. Seine Arbeit ist künstlerisch; er arbeitet nach Stradivari und Guarneri und verwendet Öllack. Nachdem er schon 1889 eine silberne Mitarbeitermedaille erhalten hatte, wurde er 1900 in Paris für seine Geigen mit der goldenen Medaille ausgezeichnet.
13Geigenzettel: Abb. 688.
15Serelnicki, Alexander. — 1791
16Ein polnischer Lautenmacher, von dem Fritz Wildhagen in Halensee bei Berlin in seiner Sammlung eine mit Perlmutter eingelegte Cister mit konvexer Rosette besitzt.
18Serri, Piero. — Florenz. 1730
19Eine kleine florentiner Mandoline im Kölner Musikhistorischen Museum trägt einen geschriebenen Zettel mit diesem sonst nicht bekannten Namen.
21Settani, Pasquale, lebt in Brooklyn
22Setzer, August. — Budapest. Geb. 1859, † 6. Dezember 1896
23Schüler von Engleder. Als Geselle arbeitete er bei W. J. Schunda, ferner in Wien, Dresden und Stuttgart usw. und machte sich 1887 selbständig. Solange er gesund war, galt er als ein recht geschickter Geigenmacher; langandauernde Krankheit aber verhinderte es, daß er zur eigentlichen Vollendung kam.
25Sexton, John. — London. 1720
26Sein Name findet sich in einer Violine im Besitz von J. T. Chapman.
28Seyd, Ernest August. — London. Geb. 28. Juni 1866 in London
29Sohn eines Londoner Hotelbesitzers deutscher Abstammung 1). Er hat eine gediegene musikalische Ausbildung erhalten, spielt alle Instrumente und ist ein Virtuose auf dem Saxophon. Das Geigenmachen betreibt er zwar nur aus Liebhaberei, aber mit großem Ernst und schönem Erfolg. Er studierte die alten Meister und fertigte mehrere Kopien nach Stradivari an, hat aber schließlich sein eigenes Modell gefunden, das auch in den Umrißlinien manche Abweichungen von den italienischen Vorbildern aufweist.
30Geigenzettel: Ernest August Seyd. fecit / Londini. Anno Domini MDCCXC (gedruckt).
32Seymour. — Leamington. 1889
33Eine gut gebaute Violine mit seinem Namen ließ eine geschickte Hand erkennen.
35Sgarabotto, Cavaliere Gaetano. — Mailand.
36Vicenza, S. Felice. 1910. 1920
37Ein geschickter Geigenbauer, der schon auf der Turiner Ausstellung eine silberne Medaille erhielt und sich seither sehr vervollkommnet hat, so daß er jetzt als einer der besten unter den lebenden italienischen Geigenbauern gilt. Auch als Kenner alter Instrumente ist er sehr geschätzt.
39Sgarbi, Antonio, ein im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts in Rom ansässiger Instrumentenmacher. Daselbst bestand auch eine Firma: Gius. Sgarbi & Figli
41Sgarbi, Giuseppe, gen. Jarino. — Finale nell’Emilia (Modena). 1841. 1887
42Ein geschickter Geigenmacher, der für seine Violinen, Violen, Violoncelli und Bässe mehrfach Medaillen erhielt. Er bevorzugte ein flaches Modell. Sein Lack ist nicht schlecht; namentlich der rote besitzt gute Eigenschaften. Im Jahre 1894 wurde Messori sein Nachfolger.
441) Vgl. Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien. Bd. II (Charlottenburg 1889, Mähler).
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