Scan 494
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
35 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 490. See the scan on archive.org.
1Storino, Giovanni. — Lucca? 1725
2Eine hübsche Theorbe im Konservatorium zu Brüssel (Nr. 254) trägt einen Zettel mit diesem Namen; auf dem Griffbrett liest man außerdem »Il pellegrino«. Möglicherweise ist »Storino« der Familienname des 1689 vorkommenden »Peregrinio«.
3Geigenzettel: Joannes Storino fecit Anno Domini 1725 (gedruckt).
5Storioni, Carlo. — ? 1888
6Der Erbe des Namens, aber nicht der Kunst Lorenzos. Es soll übrigens noch einen älteren Carlo Storioni gegeben haben, der in Cremona lebte; wenigstens kommen Violinen vor mit dem Zettel: Carolus Storioni/ Fecit Cremonae 1805 (gedruckt), die nach dem großen Stradivariomodell gebaut sind, deren Schnecke mit weit-ausladenden Ohren aber eher an Bergonzis Art erinnert. Der Ton ist gut, weniger der rotbraune Spirituslack.
8Storioni, Lorenzo. — Cremona, Turin. Geb. 1751, † nach 1801
9Er wird mit Recht als der letzte große Cremoneser bezeichnet, wenn man auch in vielen seiner Werke unverkennbar den Niedergang der Schule von Cremona erkennt. Er pflegte noch die Überlieferungen seiner bedeutenderen Vorgänger, hat aber sicher dadurch mit dazu beigetragen, daß das »Geheimnis des Lacks« verloren gehen konnte, daß er nach einem neuen Lack suchte und den rotbraunen Lack der Neapolitaner vorzugsweise anwendete und schließlich die Lackierung so vernachlässigte, daß seine letzten Arbeiten weniger Wert haben. Dabei fällt auf, daß er den Boden oft heller lackierte als die Decke. Auch legte er nur auf den Tonwert des Holzes Gewicht und achtete die Schönheit der »Flammen« usw. oft gering. Er scheint außerdem vielerlei Versuche angestellt zu haben; daher ist er in der Arbeit wie in der Wahl des Holzes sehr ungleich, und die F-Löcher brachte er mitunter an den sonderbarsten Stellen an. Seine Schnecken sind kraftvoll in der Linie, aber nicht sonderlich elegant, die Einlagen oft geradezu roh behandelt. Seine besten Arbeiten zeigen ein großes, an Guarneri erinnerndes Modell, er erzielte fast immer einen sehr edlen Ton. Deshalb spielte z. B. auch Vieuxtemps jahrelang auf einer »Storioni«, die er allen ihm bekannten Geigen vorzog. Geigen aus St.’s Blütezeit, die in die Jahre 1775—1795 fällt, werden sehr hoch bewertet. Auch seine Bässe sind sehr gut. Er war recht fleißig und wohnte in der Via Coltellai Nr. 3 beim Dominicusplatz. Eine schöne Violine von ihm besitzt Theodor Hämmerle in Wien, eine Viola von 1776 Kammervirtuose A. Spitzner in Dresden, eine Viola von 1786 A. Botzenhardt in München, zwei schöne Violinen A. Wecker in Heilbronn, eine ebensolche Karel Azynman in s’Hertogenbosch. — Außer seinen Zetteln gebrauchte er auch manchmal die Brandmarke L.S.
10Geigenzettel: Laurentius Storioni restauravit / Cremonae 1770 (gedruckt). — Laurentius Storioni Cremonensis / fecit Anno 17 . . (gedruckt) Abb. 702.
12Stoß, Alois s. Joseph Alois Stoß
14Stoß, Benedikt. — Hermannstadt. 1803
15Vielleicht ein Sohn von Eustachius St. Als Geselle mag er zu Leeb und von da weiter durch Ungarn bis nach Siebenbürgen gekommen sein, wo er sitzen blieb.
16Geigenzettel: Benedict Stoß Geigenmacher / in Hermannstadt 1803 (gedruckt).
18Stoß, Bernhard s. Pius Bernhard Anton Stoß
19Stoß, Eustachius. — St. Pölten. Geb. in Füssen 20. Dezember 1752, † um 1820
20Sohn des Geigenmachers Jos. Ant. St. und der Regina Lutz und Vetter von Martin St. in Wien. Da seine Arbeit an die Füssener Schule erinnert, dürfte er wohl auch dort gelernt haben. Er war recht tüchtig in seinem Fache und erwarb 1786 das Bürgerrecht in St. Pölten, kam aber auf keinen grünen Zweig, so daß er von Martin St. oft unterstützt und mit Arbeitsmaterial beschenkt wurde.
21Geigenzettel: Abb. 743 und 764.
23Stoß, Florian. — St. Pölten. 1810. 1825
24Wahrscheinlich ein Sohn und der Arbeit nach sicher ein Schüler von Eustachius St. Sein Lack ist rotbraun, das Modell in den Umrissen frei nach Stradivari.
25Geigenzettel: Florian Stos, Lauten- und / Geigenmach. in St. Pölten 1815 (gedruckt).
27Stoß, Franz. — Klosterneuburg. 1826
28Er scheint nur kurze Zeit in Klosterneuburg gelebt zu haben. Sein Verwandtschaftsverhältnis zu den übrigen Mitgliedern der Familie seines Namens konnte ich noch nicht feststellen. Vielleicht war er ein Sohn von Martin Stoß in Wien, dem er in seiner Arbeit sehr nahe steht; nur der gelbbraune Lack läßt zu wünschen übrig. Eine gute Viola von ihm befindet sich in der Sammlung von Pater Haas in Herzogenburg.
29Geigenzettel: Franz Stoß / Klosterneuburg 1826 (gedruckt).
31Stoß, Franz Antoni. — Füssen a. L. Geb. in Füssen am 6. Mai 1737, † 3. Februar 1814
32Sohn des Jos. Ant. St. und der Regina Lutz. Er heiratete 1766 Juliana Klotz und in zweiter Ehe Maria Elis. Greisel aus Nesselwang. Als Trauzeugen werden Michael Maldoner und Matthias Geisenhof genannt. Er hatte drei Söhne: Magnus Benedikt, geb. 9. Nov. 1770, Franz Joseph, geb. 25. Sept. 1778, und Pius Bernhard Anton, geb. 10. März 1784. Er war ein geschickter, fleißiger Meister, der im Hause Nr. 30 wohnte, wahrscheinlich italienische Arbeiten gekannt und selbst allerlei Versuche gemacht hat. Daher wendet er auch verschiedene Modelle an, deren Umrisse übrigens schlanker als bei den anderen Füssener Geigenmachern sind; auch bevorzugte er eine flachere Wölbung. Das Holz läßt er stark und erzielt einen weichen Ton. Nur der Lack ist nicht einwandfrei. Er verwendete verschiedene, auch geschriebene Zettel.
33Geigenzettel: Franz Antoni Stoss / in Füssen am Türroll / 1801 (gedruckt) und Abb. 727 1).
341) Aus dem Musikhistorischen Museum des Herrn Fr. Nicolas Manskopf in Frankfurt a. M.
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