Scan 527
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1und unablässiges Studium ließen ihn eine ungewöhnliche Meisterschaft erreichen. Im Jahre 1910 machte er sich selbständig und verlegte sich besonders auf den Neubau. Heute gilt er als der beste ungarische Geigenmacher. Er arbeitet nach Stradivari und Guarneri del Gesù und verwendet einen gelbroten Lack. Seine Geigen werden von E. v. Hubay, A. Gobby usw. sehr gelobt, und Karl Bodo v. Szelefarmos, Leiter der Szolnoker Musikschule, hat einen Aufsatz über ihn veröffentlicht. Seine Geigen tragen seinen Namen in Goldbuchstaben und das Zeichen JHS. und eine Nummer. Er ist auch literarisch tätig und hat verschiedene Arbeiten über die Geige veröffentlicht, die auch in fremde Sprachen übersetzt wurden. Sein Geschäftsteilhaber ist Komáromi.
3Tóth, Sándor (Alexander) jun. — Szegedin.
4Geb. 1868 in Szegedin
5Sohn eines Saitenmachers; Schüler von W. J. Schunda, bei dem er von 1880—1887 war. Er arbeitete als Gehilfe bei Voigt und Lemböck in Wien, darauf von 1891 bis 1894 bei Riechers in Berlin, ferner in Prag und Budapest und machte sich um 1895 in seiner Vaterstadt selbständig. Im Jahre 1900 wurde er von der Regierung zum Studium der Weltausstellung nach Paris geschickt. Er ist einer der besten unter den jüngeren ungarischen Geigenmachern.
7Touet s. Jouet
9Touly, Claude. — Lunéville. 1752
10Vielleicht ein Sohn oder Bruder von Jean T. Er bevorzugte eine hohe Wölbung und gelben Lack und machte sowohl Geigen im Stile Guersans, als Lauten. Eine fünfsaitige Bratsche befindet sich aus der Snoeckschen Sammlung in Berlin, eine Laute im Konservatorium in Brüssel. Außer seinem Zettel verwendete er auch eine Brandmarke: »C. Touly«.
11Geigenzettel: Par Claude Touly / à Luneville 1752 (gedruckt).
13Touly, Jean (Bapt.). — Nancy. 1730. 1747
14Nach den wenigen von ihm bekannt gewordenen Arbeiten zu urteilen, nur ein mittelmäßiger Geigenmacher. Er war mit Françoise Gérard verheiratet; seine Tochter Marie wurde am 28. Oktober 1754 die Gattin von François Lupot.
15Geigenzettel: Fait par moy Jean / Touly, à Nancy / 1747 (gedruckt).
17Tournier, Jos. Alexis. — Geb. in Huningue 6. November 1842
18Fabrikant aller Sorten von Musikinstrumenten.
20Tourte. — Paris. 1740. 1780
21Einer der ersten Lautenmacher, die das Bogenmachen zum Lebensberufe erwählten. Vater von X. und F. Tourte. Er arbeitete von etwa 1740—1775 zusammen mit seinem ältesten Sohne und hat sich gewiß große Verdienste um die Verbesserung des Bogens, namentlich seines Kopfes, erworben, wenn auch nicht nachgewiesen ist, daß er wirklich, wie behauptet wird, an Stelle der früher üblichen Zahnstange die Schraube des Bogens erfunden hat. Seine Bogen sind schon von ganz ansprechender Gestalt, haben kannelierte Stangen und sind auch ziemlich leicht, aber die meisten sind aus mittelmäßigem Holze geschnitten, die Stangen zu dünn und zu gerade und die Spitze von schlechter Form; deshalb entsprechen sie auch nicht mehr ganz den heutigen Anforderungen.
23Tourte, François. — Paris. Geb. zwischen 1747 und 1750, † April 1835
24Der Stradivari in der Kunst des Bogenmachens. Er war ursprünglich Uhrmacher und trat erst, nachdem er acht Jahre als solcher gearbeitet hatte, in die Werkstatt seines Vaters und Bruders ein. Eine ganz eigentümliche Begabung und die peinliche Genauigkeit, die er bei der Uhrmacherei erlernt hatte, brachten es dahin, daß er eine vorher nie dagewesene und auch jetzt noch kaum wieder erreichte Meisterschaft erlangte. Anfangs nahm er das Holz von Zuckerfassern zu seinen Bogen, die er dann für 20—30 Sous verkaufte. Bald erkannte er aber, worauf es bei einem guten Bogen hauptsächlichankommt, und nun versuchte er alle verwendbaren Holzsorten, bis er das Fernambukholz fand. Das mag um 1775 bis 1780 gewesen sein. Er war unablässig bemüht, seine Bogen zu verbessern, und schließlich gab er dem Bogen seine heutige Gestalt und stellte die Maße fest. Er ward sehr bald berühmt und erhielt gerne für seine Bogen bis zu 15 Louisdor; aber er zerbrach jeden fertigen Bogen, wenn das Geringste daran auszusetzen war. Die Stange schnitt er nicht bogenförmig, sondern gerade aus dem Holze und bog sie über dem Knie, nachdem er sie über gelindem Kohlenfeuer erhitzt hatte. Er hat auch seine Stangen nie lackiert, sondern nur mit Öl und Bimstein geschliffen. Er war sich seiner Künstlerschaft bewußt, obwohl er nicht einmal lesen und schreiben gekonnt haben soll. Bekannt ist, daß er auch Stege wundervoll zu schnitzen verstand. Er war sehr fleißig und machte noch in seinem 77. Jahre treffliche Arbeiten. Seine Tochter soll seine treue Gehilfin gewesen sein. Zum Unterschied von seinem Bruder X. wurde er auch »Tourte le jeune« genannt. Manche seiner Bogen tragen eine Etikette, wie z. B.: Cette archet à été fait par / Tourte en 1823 agé de 76. Mehr über ihn berichtet nach Vuillaumes Erzählung Fétis in seinem Buche über Stradivari (S. 118—128).
26Tourte, Xavier. — Paris. 1770. 1786
27Ältester Sohn des Geigen- und Bogenmachers T.; gewöhnlich »Tourte l’ainé« zum Unterschied von seinem genialen Bruder Fr. T. »le jeune« genannt. Auch er hat sich Verdienste um die Verbesserung des Bogens erworben. Seine älteren, von 1770—1780 stammenden Stangen sind zwar sehr leicht, aber nicht immer aus gutem Holz hergestellt. Später aber hat er bemerkenswert schöne Bogen nach dem Modell seines Vaters gemacht, dem er völlig gleichkam.
29Toussaint, Emil. — Gumbinnen, Berlin. Geb. 1845. 1908
30Er soll von Hause aus Kaufmann (Lederhändler) gewesen sein und begründete 1878 in Gumbinnen eine
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