Scan 537
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
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1Grab wurde doch bald vergessen, und erst Herr Dr. Julius Krieg hat das Verdienst, die Stelle wieder ermittelt zu haben. Im Beerdigungs- oder Lagerbuch für die Jahre 1836—1856 findet sich, daß »Vauchel, Johann, k. b. Hofgeigenmacher aus Würzburg«, im Jahre 1856 am 13. Januar im ältesten Teil des Aschaffenburgscher Friedhofs beerdigt worden ist und zwar im 2. Quadrat 25. Reihe, 18. Grab. Der Grabstein war schon 25 Jahre nach Vauchels Tod bei der Neuplanierung beseitigt worden und in dem Grabe wurden 1882 ein Mann und bald darauf ein Kind beigesetzt, bei welcher Gelegenheit die Gebeine Vauchels jedoch nicht aus dem Grabe genommen wurden. Als Dr. J. Krieg erfuhr, daß die Neuplanierung dieses Grabes wieder bevorstand, erwirkte er, daß man davon Abstand nahm. Der Magistrat stellte ihm einen großen Grabstein von einem alten Grabe zur Verfügung, auf dem er die Inschrift anbringen ließ: Hier ruht Jean Vauchel / einer der berühmtesten Geigenmacher der Welt. / Geb. 9. März 1782 zu Offenbach a. M., / gest. 10. Januar 1856 in Damm, / begraben 13. Januar 1856 an dieser Stelle. / Neu errichtet im Januar 1911 v. J. Krieg. So erhielt der treffliche Meister ein würdiges Denkmal; gleichzeitig hat Dr. Krieg erwirkt, daß das Grab in die Liste derjenigen aufgenommen wurde, die auch in Zukunft Neuplanierungen nicht unterworfen werden sollen. Herr Stöber in Würzburg besitzt eine Violine von ihm mit dem Zettel: J. Vauchel d’Offenbach fecit et / von J. Reiter, dessen Eleven aus Mittenwald a. Isar / vollendet in Damm bei Aschaffenburg / anno 1857. Bei der Ausbesserung dieser Violine kam ein zweiter Zettel an der oberen Zarge im Innern zum Vorschein mit dem Wortlaut: »J. Vauchel starb d. 11. Januar 1856 in Damm bei Aschaffenburg, und ich, J. Reiter, dessen Eleven aus Mittenwald a. d. Isar machte seine Arbeiten vollends fertig anno 1856—1857 in Damm bei Aschaffenburg.« Auf der Rückseite liest man noch: »Er machte 48 Stück, wovon 4 Cello, 6 Violen, die übrigen Violinen sind.« Diese Angabe scheint sich lediglich auf den Nachlaß zu beziehen und unter »Er« ist wohl nicht Vauchel, sondern J. Reiter zu verstehen. — In seinen jungen Jahren nahm er das Holz manchmal zu dünn und machte Versuche mit einer allzuflachen Wölbung. Er fand aber bald den richtigen Weg und erhob sich zu echter Meisterschaft. Es wäre wertvoll, die Besitzer aller Arbeiten Vauchels zu kennen, denn er war ein Meister, wie wenige seiner Zeitgenossen, kurz, eine echte Künstlernatur, bei der Wollen und Können sich die Wage hielt. Er arbeitete mit tadelloser Sorgfalt und besaß seines Empfinden und wertvolle Kenntnisse der akustischen Gesetze. Der Ton seiner Geigen kommt in der Tat dem echter italienischer sehr nahe. Sein Schüler I. B. Reiter erwarb von den Erben Vauchels Werkzeuge und viele persönliche Andenken an den von ihm über alles geschätzten Meister.
3Geigenzettel: Jean Vauchel d’Offenbach / fecit 1851 (gedruckt).
5Vaultrin (Vautrin) s. Valtrin
7Vecchi, Orazio. — Modena. 1880
8Er stammte aus Scandiano und hat verschiedene Bässe von kleinem Patron gemacht.
10Vedral, Josef. — Haag. 1908
11Geigenmacher der Gegenwart.
13Veichtner, Johann Georg. — Regensburg. 1760
14Ein braver Meister, der, ohne Hervorragendes zu leisten, bei seinen Instrumenten eine geschickte Hand verrät. Er ist wahrscheinlich identisch mit dem angeblich schon 1603 vorkommenden Johann Beichtner.
15Geigenzettel: Johann Georg Veichtner, / Lauten- und Geigenmacher in / Regenspurg, Anno 1760 (gedruckt).
17Veinar, Anton. — Hořovic, Wien. 1856. 1860
18Er kam 1860 aus Hořovic nach Wien, scheint aber sehr bald gestorben zu sein. Arbeiten von ihm kommen fast gar nicht vor.
19Geigenzettel: Anton Veinar / fecit Viennae Anno 1860 (gedruckt). — Anton Weinar / Geigen & Guitarmacher / Wien / Wieden Preßgasse No. 4 (gedruckt).
21Veinar, Franz. — Hořovic, Kiew, Moskau
22Sohn von Ant. V. Er ist auch Musiker, lebte 1873 bis 1875 in Hořovic und jetzt in Moskau.
23Geigenzettel: Frant. Veinar / 18 B/10 73 (geschrieben).
25Veith, Alois. — Glatz. Geb. um 1803 zu Köchendorf, † nach 1835
26Er erlangte als Instrumentenmacher am 15. September 1827 das Bürgerrecht in Glatz und besaß dort das Haus Nr. 81.
28Velondio. — Athen. 1867
29Griechischer Mandolinen- und Gitarrenmacher.
31Veltom, Jacobus van. — ?
32Ein belgischer Meister des 18. Jahrhunderts, der u. a. eine Taschengeige, deren Form an die französische gigue des Mittelalters erinnert, gemacht hat, die sich jetzt in der Sammlung des Konservatoriums in Brüssel (Nr. 232) befindet.
34Velvarský von Větsín, Heinrich Felix (böhmisch: Iindrich Šťastný). — Kutná Hora-Kuttenberg. 1620. † 28. März 1624
35Er gehörte einer um die Mitte des 16. Jahrhunderts in den böhmischen Adelstand erhobenen Familie an, die sich in die Zweige Velvarský und Kourzimský von Wietschin (böhmisch: z Větsína) teilte. Dem Namen nach scheint er aus Welwarn zu stammen und war Musiker und Lautenmacher. Er war vermögend und ursprünglich Protestant, trat aber zur Zeit der Gegenreformation zum Katholizismus über, was ihm insoweit einen Vorteil brachte, als ihn der Oberstmünzmeister Wilhelm von Wreschowitz am 9. Mai 1622 zum ersten Schöffen erwählte. Sein Zeitgenosse, der böhmische Chronist Nicolas Dačický von Heslova, schreibt (1622) darüber: »Und es wurde zum ersten Schöffen ein gewisser Heinrich Welwarsky, welcher sich erst unlängst in Kuttenberg ansässig machte und früher ein Geigenmusiker war. Dadurch wurde das Amt herabgesetzt.« (!) — Er starb am Donnerstag Abend des 28. März 1624, wurde in der St. Barbara-
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