Scan 573
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
53 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 569. See the scan on archive.org.
1York, Gillis. — Northampton. 1610
2Das Selhofsche Auktionsverzeichnis führt zwei Gamben auf, die erste mit: »Jorks dvelling Northamshire 1610« und die zweite »Gillis York, Northamshire«. Daß »dvelling« das erstemal als Familienname verstanden wurde, kann man mehrfach finden.
4Young, C., lebt in Indianapolis als Geigenmacher
6Young, Dr. Geo. — New York. 1914
7Ein begeisterter Geigenfreund, der in seinen Mußestunden recht gute Geigen baut. Er verdankt die beste Anleitung dem trefflichen Hans Tietgen, der seine Freude an diesem Schüler haben kann. In seine Geigen klebt er einen Zettel mit dem Namen »Raimondi« (den Familiennamen seiner Mutter, einer Italienerin), den er als Pseudonym gewählt hat, nebst einem Dreieck mit den Initialen seines eigenen Namens.
9Young, James. — Montrose
10Neuerer schottischer Geigenmacher.
12Young, John. — London. 1724
13Sein Sohn Talbot Young war Violinspieler. Von beiden ist nur der Name überliefert. Sie wohnten in St. Pauls Church Yard und führten das Ladenschild: »at the Dolphin & Crown«. Von ihm sagt Purcell:
14»You scrapers that want a good fiddle well strung,
15You must go to the man that is old while he's
16Young.
17But if the same fiddle you fain would play bold,
18You must go to his son, who 'ell be Young when
19he's old.
20There's old Young and young Young, both men of
21renown.
22Old sells, and young plays, the best fiddles in town;
23Young and old live together, and may they live long,
24Young to play an old fiddle, old to sell a new song.«
26Young, John. — Aberdeen. Geb. um 1812 in Montrose, † 1866 in Aberdeen
27Ursprünglich ein Tabaksdosendrechsler; er verlegte sich später ganz auf das Geigenmachen und ahmte die Umrisse des Stradivariomodells nach, nahm aber die Wölbung ziemlich hoch. Er verwendete einen gelbrötlichen Spirituslack. Statt des Zettels pflegte er meist nur eine Brandmarke: »Young Abdn.« anzubringen.
28Geigenzettel: J. Yong / Maker / Aberdeen (gedruckt).
30Young, W. — London. 1728
31Er soll in St. Pauls Churchyard gewohnt haben. Mehr ist über ihn nicht bekannt.
33Youngman, M. — Halifax. 1905
34Seine Geigen werden von Musikern gelobt. Er arbeitet nach guten Vorbildern und verwendet Whitelaws Lack, gemischt mit Coffyn-Lack.
36Zabel, August. — Tangermünde. 1812
37Wahrscheinlich der Sohn von Gottfried Z. und wie dieser ziemlich unbedeutend.
39Zabel, Gottfried. — Tangermünde. 1792. 1803
40Wahrscheinlich ein Schüler von Hildebrand. Im übrigen war er nur ein mittelmäßiger Geigenmacher.
42Zach, Carl. — Wien, Budapest, Mannheim, Darmstadt usw. 1886. 1900
43Sohn von Thomas Zach und dessen Nachfolger. 1897 hieß die Firma Carl Zach & Co., Kommanditgesellschaft, griech. Hoflieferanten, Patentinhaber usw. Die Gesellschaft löste sich noch im Jahre 1897 wieder auf, und J. Lutz übernahm den Instrumentenvorrat. Zach imprägnierte das Holz mit Harz, um ihm »Nahrung zuzuführen«, erzielte jedoch, wie viele andere, damit keinen Erfolg. Er verließ Wien und versuchte dann an verschiedenen Orten seßhaft zu werden, was ihm nur teilweise gelang. Die Geigen, die während des Bestehens der Kommanditgesellschaft hergestellt wurden, tragen Zettel mit dem Namen des Prof. Ernst Fleischer.
45Geigenzettel: (Links und rechts von der Spitze eines gleichschenkeligen Dreiecks die Initialen G Z, im Dreieck selbst Kreuz, über den Initialen T Z.) Carl Zach, Geigenmacher, Sohn des Thomas Zach / Gemacht in Wien 1888 (gedruckt).
47Zach, Franz. — Bukarest. 1872. † 1890
48Er ließ sich als Saiteninstrumentenmacher in Rumänien nieder und war ein Bruder und Schüler von Thomas Zach.
49Geigenzettel: Franciscu Zach / Elevu fratele lui Toma / Bucuresci 1881 / Reparat (gedruckt).
51Zach, Thomas. — Budapest, Szabadka, Fünfkirchen, Bukarest, Wien. Geb. 25. Okt. 1812 in Malé-Žiňany i. B., † 1. Jan. 1892 in Wien
52Er war ursprünglich Müllergeselle und lernte erst in späteren Jahren das Geigenmachen bei J. B. Dvořák und Sitt in Prag. Er kam dann zu Joh. B. Schweitzer nach Budapest, bei dem er viele Jahre tätig war und dessen Nachfolger er später wurde. Natürliche Veranlagung und ernstes Streben ließen ihn zu einem besonders tüchtigen Meister heranreifen. Nachdem er 15 Jahre seiner Werkstatt vorgestanden, verkaufte er diese an J. Schunda und fing eine Kaffeewirtschaft an. Diese Tätigkeit befriedigte ihn aber doch nicht; nachdem er von 1863—1864 in Szabadka, von 1864—1865 in Fünfkirchen, von 1865—1872 in Bukarest gelebt hatte, wo er von dem Fürsten Sturdza viel beschäftigt wurde, siedelte er nach Wien über und kam hier bald zu Ruf und Ansehen. Auf der Wiener Weltausstellung 1873 erhielt er die Fortschrittsmedaille für ein Streichquartett nach Guarneri, das unbestritten als das beste erklärt wurde. Eine Neuerung fand sich am Saitenhalter, wo die Saiten durch vier der Saitenlage entsprechende Röhrchen geführt und durch Knöpfchen befestigt wurden, was die Vibration regelmäßiger machen sollte. (Etwas Ähnliches hat übrigens schon Spohr versucht.) Verheiratet war er mit Marie Swoboda aus Plánic. Er war ohne Zweifel einer der besten
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