Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 67

Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922

30 lines. Read by computer on 27 September 2026. Printed page 63. See the scan on archive.org.

1Bucharin, Iwanowitsch. — Kasan. 1914
2Sohn des geschickten Holzschnitzers Iwan Dimitrowitsch B., der sich schon mit der Ausbesserung alter Musikinstrumente beschäftigt hatte. So war er frühe auf den Geigenbau hingewiesen und hat es darin zu einer bei seinen Landsleuten sehr gerühmten Geschicklichkeit gebracht. Er arbeitet sehr sauber nach Amati und Stradivari und verwendet einen guten, dunkelgelben Öllack.
4Buchenberg (Buckenberg), Mattheus. — Rom. 1592. 1619
5Der Name kommt in allerlei entstellten Formen vor: Bückenburg, Buechtenberg und italienisch sogar Matteo Boccaher. Er selbst schrieb sich Buchenberg; in Urkunden heißt er manchmal auch Bucherberg (1606). Er war deutscher Abkunft und ein berühmter Lautenmacher. Baron schreibt von ihm: »Man hat die vortrefflichsten Theorben von ihm, die nur zu finden seyn. e. g. Oval rund, von einer sehr proportionierlichen Größe, und von einem sehr delikaten, durchdringenden metallenen Ton. Wer das Glück hat, von diesem besonderen und vortrefflichen Meister etwas zu besitzen, der kann nur solches als ein wahres Kleinod von Instrumenten aufheben. Das Dach oder die Decke ist insgemein mit drey Sternen nach römischer Art geziehret, damit sie den Ton gut auswerffen können.« — (Vgl. auch v. d. Straeten, B. VI, S. 516. 517.) Im Jahre 1592 heiratete er Virginia, die Tochter des Lautenmachers Pietro de Albertis. Eine Theorbe von ihm aus dem Jahre 1608 besitzt Alfr. Keil in Lissabon, ein Chitarrone von 1614 das Victoria- and Albert-Museum in London.
7Bucher, Ignaz Johann (I). — Wien. Geb. in Wien 1828, † 11. Juli 1881
8Schüler seines Vaters Johann B., dessen Geschäft er 1856 übernahm. Er war ein sehr tüchtiger Geigenmacher, der u. a. für ein nach Stradivari gebautes Quartett, dessen guter und starker Ton auffiel, im Jahre 1873 die Verdienstmedaille erhielt. Er baute auch verschiedene andere Saiteninstrumente, von denen namentlich seine Gitarren sehr beliebt waren. Als in den sechziger Jahren die Zither populär wurde, verlegte er sich ganz auf den Bau dieses Instruments und brachte es darin bald zu großem Rufe.
9Geigenzettel: Abb. 48.
11Bucher, Ignaz Joh. (II). — Wien VII. Geb. in Wien 1859
12Schüler seines Vaters Ign. Joh. B. I, dessen Geschäft er 1881 übernahm. Er arbeitete eine Zeitlang als Gehilfe in Markneukirchen und setzt jetzt die Traditionen des ererbten Geschäftes, das neun Medaillen besitzt, in würdiger Weise fort. Er baut seine Geigen meist nach Stradivari, die übrigen Instrumente (Zithern, Gitarren usw.) nach eigenen Modellen und verwendet Spiritus- und Öllack. Mit dem Geschäft ist jetzt auch eine Saitenfabrik und eine Musikalienhandlung verbunden.
13Geigenzettel: Ig. Joh. Bucher / VII Zollergasse 22 / Wien (gedruckt).
15Bucher, Johann. — Wien. Geb. 1792 zu Hammerschwang in Württemberg, † in Wien 1856
16Er kam als Knabe nach Wien zu J. G. Stauffer in die Lehre, gründete bereits 1816 sein eigenes, heute noch blühendes Geschäft und brachte es bald zu Ansehen, sodaß er schon in den dreißiger Jahren in Schuberths Lexikon unter den hervorragenden neueren Geigenmachern aufgeführt wird. Hauptsächlich verlegte er sich auf den Bau von Gitarren, die er nach Legnani, Stauffer u. a. baute und in großer Zahl auch an die Wiener Händler verkaufte.
17Geigenzettel: (Schwebender, Gitarre spielender Engel.) Johann Bucher / Guitarremacher / in der Stadt, Schultergasse am Judenplatz № 403 / in Wien (Abb. 70).
19Bucher, Michael. — Halle (Hall?). 1729
20Eine Arbeit von ihm besitzt das Museum in Darmstadt (Nr. 499).
22Buchner
23Eine Geigenmacherfamilie, von der gegenwärtig selbständig tätig sind: Anton B., Emanuel B. und Wenzel B. in Schönbach und Josef B. in Steingrub. Der Klavermacher Carl Conr. B. (geb. 1778) in Sondershausen gehört einer anderen Familie an.
25Buchstetter, Christoff Andre. — Stadtamhof. 1741
26Wahrscheinlich der Vater von Gabriel David B. Er arbeitete nach G. da Salò und nennt sich »Bürger, Lauden und Geigenmacher«.
28Buchstetter, Gabriel David. — Stadtamhof bei Regensburg. 1752. 1771
29Seinerzeit galt er für einen der besten deutschen Meister, und selbst Spohr spielte auf seinen Konzerten nur eine »Buchstetter«, bis ihm der Zufall in Münster bei Kolmar seine »Lupot« in die Hand fallen ließ. Buchstetter war fleißig und galt für sehr wohlhabend. Seine besten Geigen sind lang und schmal, haben flache Wölbung und eigenartige F-Löcher, die etwas an Amati erinnern. Die Arbeit ist gut, stellenweise sogar sehr sorgfältig; nur in der Wahl des Holzes war er nicht allzu wählerisch und verarbeitete gern hartjähriges Tannenholz, was den Ton scharf machte. Weniger gut war ursprünglich sein Lack, der über einer braunen Beize aufgetragen erscheint. Später verstand er aber einen schönen, feurigen Lack von guten Eigenschaften und gelber oder gelbroter Farbe herzustellen. Auch seine Schnecken sind oft schön gestochen. Er machte Geigen und Lauten aller Art, und Arbeiten von ihm kommen noch ziemlich häufig vor. Eine Chorlaute besitzt das Germanische Museum in Nürnberg, zwei Violinen das Stift St. Florian in Oberösterreich. Es gibt auch eine Anzahl hochgewölbter Geigen (mit tiefer, breiter Hohlkehle, kurzen, geschweiften F-Löchern mit eiförmigen Endpunkten, gutem Lack, aber schlechter Schnecke), in denen statt Gabriel David nur Gabriel Buchstetter zu lesen ist. Man hat daher zwei Geigenmacher unterscheiden wollen. Wahrscheinlich

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