Scan 80
Die Geigen und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 1922
32 lines. Read by computer on 27 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 76. See the scan on archive.org.
1Chalupätzky, Anton. — Steingrub b. Eger. 1900
2Geigenmacher der Gegenwart, der für den Handel arbeitet.
4Champion, Jean-Baptiste. — Paris. 1783. 1808
5Vielleicht ein Sohn von René Ch. Geigen von ihm sind nicht bekannt, wohl aber schön eingelegte, sechssaitige Gitarren.
7Champion de St. Julien, René. — Paris. 1730. 1770
8Er wohnte 1735 in der Rue des Bourdonnois und 1748 in der Rue des vieilles Odriettes. Seine Geigen sind hoch gewölbt und verraten die Schule Guersans oder Boquays. Gelber Lack von guten Eigenschaften und brave Arbeit. Auf den meisten Zetteln fehlt der Zusatz de St. Julien nach dem Namen. Seine Witwe führte noch 1775 bis 1777 das Geschäft fort. Eine Bratsche findet sich aus der Sammlung Snoeck (Nr. 470) in Berlin.
9Geigenzettel: René Champion de St. Julien, rue des vieilles Odriettes / au coin de l'échelle du temple à Paris 1748 (gedruckt). — Abb. 104.
11Channon, Fred William. — Plymouth. Geb. 1862 in Totness
12Ursprünglich Kunsttischler, begann er im Jahre 1891 seine erste Geige zu machen und wurde ein geschickter englischer Geigenmacher, der vornehmlich nach Stradivaris »Tuscan« arbeitet und bereits viele Medaillen erhielt.
13Geigenzettel: Made by Fred: W. Channon / No… Plymouth. / Medals 1893 1890 1889 1888.
15Chanot, Francis. — Paris. Geb. 1787 oder 1788 zu Mirecourt, † 1823 zu Brest (Rochefort)
16Sohn von Joseph Ch. und der Catherine geb. Beurdouche. Er war von Beruf Marineingenieur und besaß ein reiches Wissen. Zu einer unfreiwilligen Muße während der Zeit der Restauration gezwungen, nahm er einen Lieblingsgedanken seiner ersten Jugendjahre wieder auf und machte allerlei akustische Versuche, um den Ton der Geigen zu verbessern. Er glaubte dies durch eine Veränderung im Bau zu erreichen, und um die Holzfasern in ihrer ganzen Länge zu erhalten, was er für nötig hielt, konstruierte er 1817 eine Geige, deren Körper sich der eckenlosen Form der Gitarre nähert. Neu war dieser Versuch nicht, und Gamben usw. hat man fast zu allen Zeiten mit abgerundeten Ecken gebaut. Chanot erhielt aber 1818 ein Patent auf seine Erfindung, die vom »Institut« glänzend begutachtet wurde, und hoffte eine Revolution im Geigenbau herbeiführen zu können. Da er selbst nicht Geigenmacher war, richtete er bei dem Orgelbauer Lété eine Werkstatt zum Bau von Geigen ein, in der er seinen Bruder Georges Ch. und J. B. Vuillaume beschäftigte. Der Ton seiner Geigen ist zwar voll, doch fehlt ihm der eigentliche Glanz und Schmelz. Hat sich somit Chanot kein Verdienst um die Verbesserung der Geige erworben, so regte er doch Savart u. a. zu wertvollen akustischen Studien an. Eine Geige seiner Konstruktion, die er für Viotti gemacht hat, bewahrt das Museum des Pariser Konservatoriums (Nr. 31) mit dem untenstehenden Zettel, der das Datum seines Patentes (21. Januar 1818) angibt. Die Buchstaben C. I. D. bedeuten seinen damaligen Rang: Capitaine Ingenieur Deuxième (Classe); kurz vor seinem Tode wurde er wieder in Dienst gestellt und zum Kapitän I. Klasse befördert. Die genannte Violine enthält noch einen Zettel mit den Versen:
17»A mes essais daigne sourire!
18Fais résonner ce nouveau violon:
19Et l'on dira que d'Apollon
20J'ai retrouvé l'harmonieuse lyre.«
21Geigenzettel: Abb. 132.
23Chanot, Frédéric W. — London. 1890. 1900
24Zweiter Sohn von Georges II Ch., der sowohl als Geigenmacher wie als Händler guten Ruf hat.
26Chanot, Georges I (genannt »Du Joly«). — Mirecourt. 1710. 1714
27Das älteste von A. Jacquot nachgewiesene Mitglied und wahrscheinlich der Stammvater der Familie.
29Chanot, Georges II. — Paris. Geb. in Mirecourt 25. März 1801, † in Courcelles 10. Jan. 1873
30Sohn und Schüler von Joseph Ch. 1819 kam er nach Paris, wo er in der Létéschen Werkstatt Geigen für seinen Bruder nach dessen Modell machte. Schon im Jahre 1820 wollte er sich auf eigene Füße stellen — er wohnte Rue de la Vrillère —, doch scheint man zu dem 19 jährigen Meister nicht genug Vertrauen gehabt zu haben. Er trat daher zunächst wieder bei Clément und dann bei Ch. F. Gand als Gehilfe ein und machte sich erst 1823 wieder selbständig. Er wohnte bis 1825 Rue Oblin près de la Halle, bis 1828 Place des Victoires, bis 1837 Passage Choiseul, bis 1848 Rue Rivoli und zuletzt auf dem Quai Malaquais, wo er bis 1871 tätig gewesen ist. Er war einer der glänzendsten Vertreter der französischen Schule des 19. Jahrhunderts und hat zweifellos wertvolle Anregungen von seinem Bruder empfangen, wenn er auch andere Wege ging. Er war ein denkender Künstler und ein gründlicher Kenner der Italiener, die er eifrig studierte und nachahmte, besonders Stradivari und Guarneri. Arbeit, Holz und Lack sind tadellos und der Ton sehr edel. Ebenso bedeutend war er als Reparateur und als Händler und hat wiederholt große Reisen durch Italien, Spanien, Deutschland, Österreich und Rußland gemacht, um alte Geigen einzuhändeln. Seine erste Frau († 1858) war seine Schülerin und konnte schon 1827 eine vorzügliche, von ihr gebaute Geige ausstellen. Später heiratete er seine Schwägerin, und auch diese ward ihm eine brauchbare Gehilfin. Im Jahre 1872 zog er sich vom Geschäfte, das er seinem Schwiegersohne Jos. Chardon übergab, nach Courcelles (Seine-et-Oise) zurück, wo er sich noch immer zu seinem Vergnügen mit dem Geigenbau beschäftigte. Auch er machte viele Versuche, um den Ton one of two readings
31Sohn und Schüler von Joseph Ch. 1819 kam er nach Paris, wo er in der Létéschen Werkstatt Geigen für seinen Bruder nach dessen Modell machte. Schon im Jahre 1820 wollte er sich auf eigene Füße stellen — er wohnte Rue de la Vrillère —, doch scheint man zu dem 19 jährigen Meister nicht genug Vertrauen gehabt zu haben. Er trat daher zunächst wieder bei Clément und dann bei Ch. F. Gand als Gehilfe ein und machte sich erst 1823 wieder selbständig. Er wohnte bis 1825 Rue Oblin près de la Halle, bis 1828 Place des Victoires, bis 1837 Passage Choiseul, bis 1848 Rue Rivoli und zuletzt auf dem Quai Malaquais, wo er bis 1871 tätig gewesen ist. Er war einer der glänzendsten Vertreter der französischen Schule des 19. Jahrhunderts und hat zweifellos wertvolle Anregungen von seinem Bruder empfangen, wenn er auch andere Wege ging. Er war ein denkender Künstler und ein gründlicher Kenner der Italiener, die er eifrig studierte und nachahmte, besonders Stradivari und Guarneri. Arbeit, Holz und Lack sind tadellos und der Ton sehr edel. Ebenso bedeutend war er als Reparateur und als Händler und hat wiederholt große Reisen durch Italien, Spanien, Deutschland, Österreich und Rußland gemacht, um alte Geigen einzuhandeln. Seine erste Frau († 1858) war seine Schülerin und konnte schon 1827 eine vorzügliche, von ihr gebaute Geige ausstellen. Später heiratete er seine Schwägerin, und auch diese ward ihm eine brauchbare Gehilfin. Im Jahre 1872 zog er sich vom Geschäfte, das er seinem Schwiegersohne Jos. Chardon übergab, nach Courcelles (Seine-et-Oise) zurück, wo er sich noch immer zu seinem Vergnügen mit dem Geigenbau beschäftigte. Auch er machte viele Versuche, um den Ton one of two readings
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