Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 65

Die Violine, ihre Geschichte und ihr Bau, 1864

4 lines. Read by computer on 1 October 2026. No printed page number was found. See the scan on archive.org.

1sichens keine weiteren Anhaltspunkte, und wir sehen uns deshalb an die ältesten Reste der Lautenmacherkunst selbst gewiesen.
3Das 15. Jahrhundert gibt uns in dieser Beziehung nur einen Namen. Nach Laborde wäre ein Lautenmacher namens Kerlin in der Bretagne gewesen, von welchem er eine Biola vom Jahr 1449 gesehen hatte. Im Jahre 1804, also ungefähr 25 Jahre nach dem Erscheinen des Werkes von Laborde, befand sich dieses Instrument in dem Besitz des Geigenmachers Kolier zu Paris. Es war mehr gewölbt als die Violen einer späteren Zeit, die Ober- und Unterbiegel nicht genau gerundet, die Ecken der Mittelbiegel abgestumpft; statt des gewöhnlichen Saitenhalters hatte es eine Art Band von Elfenbein, mit 4 Löchern durchbohrt, um die Saiten zu befestigen. Der Ton war sanft aber dumpf, die Inschrift lautete: „Joan. Kerlino ann. 1449.“ Der Umstand, daß es in der Bretagne eine ungeheure Menge von Familiennamen gibt, welche mit der Silbe Ker anfangen, mag, wie Fétis meint, Laborde zu dem Glauben bewogen haben, daß Kerlin in der Bretagne gewesen wäre, während es den Bemühungen des Pariser Geigenmachers Buillaume gelungen ist, zu erfahren, daß um 1450 in Brescia ein Lautenmacher war, welcher Johann Kerlino hieß, in welchem wir auch mit aller Wahrscheinlichkeit den Gründer der Schule von Brescia, der ältesten Italiens, zu erblicken haben. Die willkürlichlichen Annahmen Laborde's verlieren dadurch alles Gewicht, und die Zukunft mag es aufklären, ob die Vermuthung, daß Kerlin vielleicht deutscher Herkunft sei, sich als die richtige erweisen wird.

The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.