Books › Die Violine im XVII. Jahrhundert und die Anfänge der Instrumentalcomposition, 1874 › scan 78
Scan 78
Die Violine im XVII. Jahrhundert und die Anfänge der Instrumentalcomposition, 1874
8 lines. Read by computer on 3 September 2026. No printed page number was found. See the scan on archive.org.
1In dieser Stellung blieb Torelli bis zum Februar 1696. Von da ab war er theils als Violin-, theils als Violenspieler im Orchester von S. Petronio thätig. Im Jahr 1703 wurde er in der Eigenschaft eines Conzertmeisters an den markgräflichen Hof zu Anspach berufen.
3Als Instrumental- und Violincomponist erlangte Torelli dadurch Bedeutung, dass er die ersten Conzerte schrieb. Wenn man hierauf bezüglich von einer Erfindung gesprochen, wie es Gerber und nach ihm Fétis gethan, so ist, ohne des Meisters Ruhm zu beeinträchtigen, erläuternd hinzuzufügen, dass von einer solchen im strengeren Sinne des Wortes nicht wohl die Rede sein kann.
5Das Torelli'sche Conzert beruht durchaus auf dem überlieferten Sonatensatz. Und selbst der Name „Concerto“ gehört nicht dem genannten Tonsetzer an; er ist dem Gebiete der Vokalmusik entlehnt. Als besonders bemerkenswerthes Moment erscheint — und hier ist an Torelli's letztes Werk: „Concerti grossi“ zu denken — die Eintheilung der Instrumente in Solo- und Ripienstimmen. Die Sonderung also der Instrumente in obligate und begleitende ist, genau ausgedrückt, dasjenige, was Torelli dem bestehenden Instrumentalsatz hinzugefügt hat. Man mag diese, mehr Mannichfaltigkeit der Tongebung erzeugende Anordnung nicht unterschätzen, welche nur von einem feingebildeten, mit klarem Verständniss und reiflicher Ueberlegung handelnden Kunstgeist ausgehen konnte. Doch als durchaus selbstständige Erfindung darf man auch sie nicht bezeichnen, da bereits etwas Aehnliches in dem lange schon vorhandenen mehrchörigen Vokalconzert gegeben war. Im Grunde besteht mithin Torelli's übertriebenerweise als Erfindung bezeichnetes Verdienst darin, dass er der erste war, welcher zur Hauptsache Dagewesenes in angemessener Weise auf den in der Sonate gegebenen Instrumentalsatz übertrug.
7Das Werk, in welchem dies am Deutlichsten hervortritt, sind die schon genannten „Concerti grossi con una Pastorale per il santissimo Natale, di Giuseppe Torelli veronese, Musico sonatore nella perinsigne Collegiata di S. Petronio di Bologna & Accademico Filarmonico. opera ottavo. Consacrati all' Illu-
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.