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Scan 106
Die violine und ihre meister, 1883
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1dem Gehalt nach gegen die seines Lehrers Corelli entschieden zurück, so zeigt sie doch den Fortschritt wesentlich gesteigerter Violintechnik. Dass diese ihn im hohen Grade nicht nur praktisch, sondern auch theoretisch beschäftigte, beweist seine Violinschule. Unter den Italienern war Geminiani der erste, welcher ein solches violinpädagogisches Werk verfasste.1) Es erschien 1740 in englischer Sprache unter dem Titel: „The art on playing the violin, containing rules necessary to attain perfection on that instrument etc.“; London. Diese Violinschule erlebte kurz nach einander wiederholte Auflagen in England und Frankreich; auch eine deutsche Übersetzung wurde 1785 zu Wien veranstaltet, obwohl Leopold Mozart’s treffliche Violinschule inzwischen (1756) zum Verschein gekommen war, — ein Beweis mehr, dass sie ihrer Zeit als ein geschätztes und gesuchtes Lehrbuch galt.
3Der Inhalt des Werkes handelt in 23 Paragraphen von den Elementen des Violinspiels, nämlich von der Haltung der Geige und des Bogens, von der Fingersetzung, von den Tonleitern in verschiedenen Lagen, Trillern, Verzierungen, Arpeggio’s, Doppelgriffen &c. &c. Man sieht, es ist eine Darstellung des folgerichtigen, aus dem Wesen der Sache abgeleiteten Lehrganges. Die Behandlung des Stoffes bleibt freilich auf das Wesentlichste beschränkt. Jedoch die Fundamentallehren, welche Geminiani giebt, gelten heute noch wie damals.
51) Man hat gewisse theoretische Werke des 16. Jahrhunderts als Violinschulen bezeichnet. So z. B. Hans Gerle’s „Musica teutsch, auf die grossen und kleinen geigen“ (1532). Dieses Buch ist aber, wie die andern gleichartigen Erzeugnisse jener Zeit, keineswegs eine Violinschule, sondern eine „Geigen“- & b. h. eine Viola-Schule. Als älteste, im Druck erschienene Violinschule dürfte die, mit einer Violaschule zusammen von dem berühmten engl. Gambenspieler Christopher Simpson 1660 herausgegebene zu bezeichnen sein. Der Titel lautet: „A brief Introduction to the skill of Musick. In twoo Books. The first contains the Grounds and Rules of Musick. The second, Instructions for the Viol and also for the Treble-Violin. The third adition enlarged. To which is added a third Book, entitulad, the Art of Descant or composing Musick in Parts, by D. Thom. Campion. With annotations thereon by Mr. Ch. Simpson. London, printed by Will. Godbid for John Playford, at his shap in the Inner Temple, 1660. Mit Beziehung auf die Violine enthält das Werk folgende Abschnitte: „Instructions for the Treble-Violin“ und „Several lessons for the Violin, both by Notes and Letters“. one of two readings
61) Man hat gewisse theoretische Werke des 16. Jahrhunderts als Violinschulen bezeichnet. So z. B. Hans Gerle’s „Musica teutsch, auf die grossen und kleinen geigen“ (1532). Dieses Buch ist aber, wie die andern gleichartigen Erzeugnisse jener Zeit, keineswegs eine Violin-, sondern eine „Geigen“-, d. h. eine Viola-Schule. Als älteste, im Druck erschienene Violinschule dürfte die, mit einer Violaschule zusammen von dem berühmten engl. Gambenspieler Christopher Simpson 1660 herausgegebene zu bezeichnen sein. Der Titel lautet: „A brief Introduction to the skill of Musick. In twoo Books. The first contains the Grounds and Rules of Musick. The second, Instructions for the Viol and also for the Treble-Violin. The third adition enlarged. To which is added a third Book, entitulad, the Art of Descant or composing Musick in Parts, by D. Thom. Campion. With annotations thereon by Mr. Ch. Simpson. London, printed by Will. Godbid for John Playford, at his shap in the Inner Temple, 1660. Mit Beziehung auf die Violine enthält das Werk folgende Abschnitte: „Instructions for the Treble-Violin“ und „Several lessons for the Violin, both by Notes and Letters“. one of two readings
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