Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 87

Die violine und ihre meister, 1883

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1Seine bedeutendsten in diese Kategorie gehörenden Arbeiten sind aber die sogenannten „Concerti grossi“, welche ein Jahr nach dem Tode ihres Autors als Op. 8 erschienen. Der Inhalt dieses Werkes besteht aus zwölf Nummern, von denen die eine Hälfte für eine Sologeige mit Begleitung von zwei Ripienviolinen, Bratsche und Bass oder einer großen Laute (arcileuto) und Orgel, die andere dagegen für zwei Soloviolinen mit dem gleichen Accompagnement gesetzt ist. Mit diesen Concerten wurde Torelli der Vorläufer für die gleichartigen Compositionen Corelli’s, Vivaldi’s und Tartini’s.
3Seine anderweiten Compositionen sind: eine 1686 erschienene Sonatensammlung für zwei Violinen und Violoncello nebst beziffertem Bass, ein im folgenden Jahre veröffentlichtes Heft „Sinfonien“ zu 2, 3 und 4 Streichinstrumenten und Orgel (Op. 3) nebst Concerten zu 4 Stimmen (Op. 5) und eine Sammlung „Concerti musicali“ für Streichquartett und Orgel, welche 1698 als Op. 6 edirt wurde. Diese Arbeiten waren, wie die Beteiligung der Orgel ergiebt, für die Kirche bestimmt.
5Torelli hat auch Kammersonaten für Violine geschrieben. Dieselben entsprechen ihrer Beschaffenheit nach ganz dem Modus der Kirchensonate und enthalten daher keine Tänze mehr, sondern nur noch Musikstücke freier Erfindung im langsamem und bewegten Zeitmaß. Diese Umgestaltung der Kammersonate, zu welcher Giov. Battista Vitali die ersten Versuche machte, wurde von den tonangebenden Meistern des 18. Jahrhunderts adoptirt.
7Aus Torelli’s Schaffen geht hervor, daß dieser Künstler einen lebhaft vorbringenden Geist besaß, der für die Fortschritte des Violinspiels und der spezifischen Violincomposition ungewöhnlich einflußreich wurde. Seine Werke, die den wohlgeübten, gewandten Contrapunktisten erkennen lassen, sind, wenn auch keineswegs von tieferem Gehalt, so doch von eigenthümlichem, und dabei stets natürlich fließendem Ausdruck. Die aus Scales und Accorden abgeleitete Figuration ist lebendig, schlank und von rhythmischer Bestimmtheit, selbstverständlich alles dies immer im Geist und Geschmack seiner Zeit. Die langsamten Sätze stehen gegen die schnellen zurück. Sie sind meist kurz und, wie es scheint, nur des äußeren Gegensatzes halber da.

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