Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 130

Die violine und ihre meister, 1904

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1Nicola Matteis, Violin- und Gitarrenvirtuose, ließ sich um 1672 — nach älteren Angaben erst 1690 — in London nieder. Er war der erste überragende italienische Violinspieler, der nach England kam, und erregte so großes Aufsehen, daß die bis dahin dort sehr mißachtete Geige an Stelle der Viola schnell zu großer Beliebtheit in der Themsestadt gelangte. Evelyn „hörte niemals einen sterblichen Menschen ihn auf der Violine erreichen, der Ton seiner Violine war wie der Klang einer Menschenstimme“. North („Memoirs of Musick“ herausgegeben von Rimbault 1846) ergänzt diese Mitteilung dahin, Matteis habe sich besonders im Wechsel von Arcato- (wohl Legato) und Staccatospiel, im Tremolo und in raschen Gängen ausgezeichnet — alles Dinge, die in England vor dem noch niemand gehört habe. Obgleich er arm nach England kam, verdiente er viel Geld durch sein Spiel. Gute Einnahmen verschaffte er sich auch durch seine suiteartigen Kompositionen für zwei Violinen, die er zu hohen Preisen nicht nur an seine Schüler, sondern auch an Liebhaber aus freier Hand verkaufte. Dieser Einkünfte erfreute er sich indes nicht dauernd, da er einem dissoluten Lebenswandel verfiel, infolge dessen er starb.
3Seinen Sohn Nicola Matteis, nach Gerbers Angabe auch Mattheis oder Mathys geheißen, hatte er frühzeitig zu einem vorzüglichen Violinisten erzogen, der mit „unnachahmlicher Simplizität und Zierlichkeit“ die Corellischen Geigensoli zu spielen verstand. Quantz berichtet über ihn, daß er zu denselben „neue Manieren“, d. h. Verzierungen und dgl. gesetzt habe. Gegen 1717 begab er sich nach Wien, wo er einige Zeit hindurch in der kaiserl. Kapelle als erster Violinist tätig war. Später ging er nach Prag, wo er die Ballettmusik zu der, für die Krönungsfeierlichkeiten Karls VI. von Fux komponierten Oper „Costanza e Fortezza“ schrieb. Er war noch 1727 in der böhmischen Hauptstadt. Sorann kehrte er wieder nach England zurück und nahm in Shrewsbury seinen Wohnsitz, wo er, wie Burney, der sein Schüler war, berichtet, bis zu zu seinem Tode (1749) als Violinist und Sprachlehrer lebte.
5Der Cremoneser Geiger Gasparo Bisconti, geb. in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, lebte zu Anfang des 18. Jahr-

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