Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 15

Handbuch der Violinunterrichtslehre : Anleitung zum Erteilen eines guten Violin-Unterrichts speziell für Seminaristen und junge Geiger, die sich mit dem Lehramte vertraut machen wollen, 1903

6 lines. Read by computer on 3 September 2026. Printed page 9. See the scan on archive.org.

1in gemeintem Sinne. Einsichtige Lehrer machen sich frei von diesem althergebrachten Gebrauch.
3Man dulde dagegen nicht das Herabsinken des zweiten Fingers unter das Griffbrett, lasse den Finger senkrecht auf die A-Saite aufsetzen, die anderen Finger lose daneben. (Die Tonhöhe kommt jetzt noch nicht in Betracht, da der Bogen noch nicht gebraucht wird.)
5Wird dies richtig ausgeführt, so drängt sich die Wurzel des kleinen Fingers (der Ballen desselben) ebenfalls nahe an das Griffbrett; dadurch zieht sich der linke Ellbogen vor die Brust des Spielers, fast unter die rechten Zargen des Instrumentes, wenigstens unter den Boden des letzteren. Die freie Beweglichkeit aller Finger (außer des Daumens) muß stets gewahrt sein! Die eben gezeigte Haltung schließt das Einbiegen des Handgelenkes aus, bei dem der Handballen fast parallel (statt senkrecht) zum Violinhals steht. Dies Einbiegen des Handgelenkes ist von vornherein entschieden zu tadeln. Nur so vermeidet der Schüler, daß das Ellbogengelenk krampfhaft steif gehalten wird (leicht an der Spannung der Oberarmmuskeln zu fühlen) und gewöhnt sich an eine ruhige Stellung des Handgelenkes. Der Daumen kommt dem Zeigefinger gegenüber zu liegen, jedoch mehr nach dem Mittelfinger zu, als hinter die stützende Wurzel des Zeigefingers. Die Geige muß mehr mit dem ersten (oberen) als mit dem zweiten Daumengelenke gestützt werden, damit 1. die überhängende Kuppe nicht die Saite (G) in ihren freien Schwingungen stört, 2. nicht der Violinenhals die Hautfalten zwischen Daumenwurzel und Zeigefinger berührt. (Kinder halten am besten direkt den Hals der Violine mit dem oberen Gelenke und Gliede des Daumens — wenn nicht die Finger besonders schlank sind.) L.: „Die Finger sind in beiden Gelenken leicht gekrümmt zu halten; beim Aufsetzen auf die Saite treffen sie diese mit der Mitte der

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