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Scan 112
Handlexikon der Tonkunst, 1873
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1Basilii, Francesco, geb. zu Loretto 1766, wurde in Rom ausgebildet, kam 1827 als Censor an das Mailänder Conservatorium und wurde 1837 Capellmeister an der Peterskirche zu Rom. Er starb daselbst am 25. März 1850. Zahlreiche Compositionen für Chor, Orchester, Clavier u. s. w.
3Basilios. Baσλλεος, der Große, geb. 339 zu Cäsarea in Kappadocien, gest. 379 daselbst als Bischof, eine wahrhaft "königliche" Erscheinung auf seinem Gebiete. In Athen gebildet, war er ein Freund und Beförderer der griechischen Literatur, deren Studium er dringend anempfahl. Abt Gerbert schreibt ihm die Einführung der Psalmodie in die orientalische Kirche zu. Dies ist aber dahin zu verstehen, daß er die ganze Versammlung (κεκλησα) an dem Absingen der Psalmen, welches bis dahin nur durch einzelne Vorsänger oder Vorleser geschah, mit theilnehmen ließ und zwar so, daß die Gemeinde einzelne Schlusverse (ἀποστολικα) im Chore wiederholte oder kurze Formeln (z. B. Amen, Kyrie eleison u. s. w.) zwischen die einzelnen Theile der vom Vorsänger vorgetragenen Psalmen einschaltete. (Bergl. A. Thiersfelder, De Christianorum psalmis et hymnis, in aedibus B. G. Teubneri 1868 p. 10). Einige wenige kurze Psalmen wurden auch vollständig von der ganzen Gemeinde durchgesungen. Demnach führte Basilius den Volksgesang in die orientalische Kirche ein, was später Ambrosius (s. diesen) in der occidentalischen that.
5Bass, eig. Alles, worauf man geht oder steht (βαλω gehen), Unterlage, Grundlage. In der Harmonik bedeutet das Wort den tiefsten Ton eines Accordes, wofür man jetzt allgemein die zusammengezogene Form:
7Bass (ital. Basso, franz. Basse) braucht. In jeder mit einer harmonischen Unterlage versehenen Melodie ist der Bass der Grundpfeiler, auf dem das ganze Gebäude ruht, weshalb er auch Fundamental-Bass, besonders in polyphonen Sätzen genannt wird. In der Führung unterscheidet er sich von den andern Stimmen durch größere entschiedene Schritte und durch einen ruhigen Charakter, den er auch in der polyphonen Schreibart, wo er an dem bewegten Flusse der übrigen Stimmen mittheilnehmen kann, nie ganz verläugnen darf. Ueber Generalbass s. diese Art. — Mit Bass bezeichnet man ferner die tiefste Männerstimme, deren Umfang vom großen F bis zum eingestrichenen d oder e reicht, und deren Klang markig und voll ist. — In früherer Zeit verstand man unter Bass auch ein mit 5 bis 6 Saiten bezogenes Instrument, welches größer als unser Violoncello und kleiner als unser Contrabass war. Jetzt dient das Wort oft zur Abkürzung für Contra-Bass.
9Bassa sc. Ottava, und die Abkürzung dafür: 8va unter einer oder mehreren Noten bedeutet, daß dieselben eine Octave tiefer gespielt werden sollen. Soll die tiefere Octave zu dem durch die Note selbst angezeigten Tone mit angeschlagen werden, so bezeichnet man dies durch ein darunter gesetztes coll' 8va.
11Bassanelli war der Name eines unserm Fagott ähnlichen Blasinstrumentes mit 7 Tonlöchern, von welchem 3 Gattungen (1. C bis f, 2. G bis c, 3. d bis g) gebräuchlich waren. Seinen Namen hat das B. von seinem Erfinder G. Bassani, einem Tonkünstler aus Benedig, welcher zu Anfang des 17. Jahrhunderts lebte.
13Bassani, Giovanni Battista, geb. zu Padua um d. J. 1657, gest. 1716 als Capellmeister zu Ferrara. Seine 6 Opern, Kirchen- und Instrumentalcompositionen lassen ihn eine ehrenvolle Stelle unter den Componisten seiner Zeit einnehmen. Er war auch ein großer Violinspieler und Lehrer des Corelli.
15Bassani, Hieronymus, Schüler von Lotti, ausgezeichneter Sänger und geschickter Contrapunktist des 17. Jahrh.
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